Kein Platz für Dirt Biker:

Stadt lässt BMX-Bahn beseitigen

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Nichts für Angsthasen: Die nicht genehmigte BMX-Bahn an der Schongauer Straße hat es in sich, muss jetzt aber auf Anordnung der Stadt wieder abgebaut werden.

Landsberg – Zwei Jahre lang ging die nicht erlaubte Geschichte im Stillen gut, dann nahm die Stadt ihr Gelände längs der Schongauer Straße wieder mal näher in Augenschein. Jetzt müssen Florian und Niklas Kullmann sowie Leonard Bauer und einige Freunden die BMX-Bahn beseitigen. 

Das Engagement der Jugendlichen finden Stadtbaumeisterin Annegret Michler und Alfons Tschech vom Bauamt der Stadt zwar „im Prinzip absolut gut“, die Anlage muss jetzt trotzdem weg. Die Stadt hat sich im eigenen Haus rechtlich kundig gemacht, danach den TÜV bemüht und Tschech sagte jetzt bei einer Ortsbegehung (gemeinsam mit den Jugendlichen): „Da kann man irgendwann kein Auge mehr zudrücken.“

Was am Lärmschutzwall zum Wiesenring in viel Arbeit zusammengebastelt wurde, ist eindrucksvoll, entspricht aber nicht den behördlichen Vorschriften. Aus Abfallholz aus Containern, alten Euro-Paletten und mit viel Hand­arbeit am Gelände haben die Jugendlichen nach und nach einen Parcours geschaffen, auf dem sie ihre Freizeit mit ihren Dirt Bikes verbrachten. Wäre das ein Privatgelände, ginge das niemand etwas an; da das Grundstück aber der Stadt gehört, wird die Lage kompliziert. „Wenn da irgendwas passiert, ist die Stadt zu hundert Prozent in der Haftung“, betont Annegret Michler, „davon können wir uns auch nicht freimachen.“ Ähnliche Fälle habe es in anderen Städten und auch in Landsberg bereits gegeben.

Die Vorgaben, die der TÜV für solche Bahnen fordert, sind an der Schongauer Straße zweifelsfrei nicht zu erfüllen: 1,50 Meter müssten Fahrspuren breit sein, rechts und links davon muss ein weiterer Meter Abstand eingehalten werden. „Das ist hier baulich gar nicht zu machen“, sagt Tschech, „und man muss dann auch sehen, dass wir hier einen Lärmschutzwall haben, der zuwachsen soll und den wir nicht ausholzen und abgraben können, da kommt sonst irgendwann alles ins Rutschen. Auch die Anwohner hinter der Wand haben hier Rechte.“ Zwar hat die Stadt mit dem ADFC Kontakt aufgenommen, aber auch dort sieht man angesichts der Auflagen wohl keine Möglichkeit, die Pacht (und damit die Haftung) für das Gelände zu übernehmen.

Nachholbedarf 

Die Stadtbaumeisterin legte bei der Ortsbesichtigung allerdings auch großen Wert darauf, dass sie einer BMX-Bahn aufgeschlossen gegenüberstehe, auch wenn sie an dieser Stelle nicht haltbar sei. „Wir tun in Landsberg viel für Kinder, wir haben bei den Jugendlichen Nachholbedarf. Es könnte Möglichkeiten für eine solche Bahn geben, auch wenn es im Moment angesichts der Finanzlage wohl schwierig ist, Projekte zu verwirklichen, die mit viel Aufwand verbunden sind.“

Michler brachte zum einen die Wiese am Klinikum in der Nähe des Bolzplatzes ins Spiel, dachte aber auch über das Gelände des ehemaligen AKE-Kindergartens in der Lechstraße nach. „Soweit ich weiß, hat die Stadt dafür aktuell keine genaue Vorstellung bezüglich der Verwendung, das würde sich möglicherweise anbieten. Ich würde das sicher besser finden als wenn an der Stelle ein weiterer Parkplatz entsteht.“ Den Bikern konnte sie letztlich nur den Rat geben, sich mit möglichst vielen Unterstützern an den Jugendbeirat der Stadt zu wenden.

Klar ist vorerst jedenfalls: Mitarbeiter des städtischen Bauhofes werden demnächst die höl­- zernen Rampen der BMX-Bahn an der Schongauer Straße abbauen und entsorgen. Die Freizeitmöglichkeiten der Jugend­lichen im größten Neubaugebiet der Stadt stehen damit wieder bei Null.

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