Kindergartenerweiterung:

Generalsanierung vorerst abgelehnt

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Die Sanierung und Erweiterung des Heilig-Kreuz-Kindergartens dürfte mit bis zu 700.000 Euro zu Buche schlagen – ein städtischer Zuschuss ist vorerst nicht drin.

Landsberg – Warum legt Oberbürgermeister Mathias Neuner dem Verwaltungs- und Finanz­ausschuss des Stadtrats einen Antrag vor, den er selbst rundherum ablehnt? Das fragten sich die Ausschussmitglieder in ihrer letzten Sitzung, als sie über einen erheblichen Zuschuss zur baulichen Sanierung des katholischen Heilig-Kreuz-Kindergartens entscheiden sollten. Jedenfalls waren sie Neuners Meinung und lehnten den Antrag einstimmig ab.

Der Tenor: So erfreulich es ist, dass die im Landsberger Osten in direkter Nachbarschaft der Heilig-Kreuz-Kirche angesiedelte Einrichtung eine weitere Krippengruppe schaffen will, so problematisch dürfte es sein, dafür von Seiten der Stadt bis zu 470.000 Euro zuzuschießen. Zumal noch nicht klar sein, welche öffentliche Zuwendungen es dafür gebe – „dass wir 300.000 Euro Zuschuss für eine Dachsanierung bekommen, glaube ich nicht“, sagte Neuner.

Der Oberbürgermeister erklärte, er habe mit Kosten von 170.000 Euro für die ganze Baumaßnahme gerechnet, nun aber würden bis zu 700.000 Euro genannt. Eine Unterstützung dieses Vorhabens komme daher allenfalls in Betracht, wenn zwischen „Generalsanierung“ (Jost Handtrack, Grüne) und notwendigen Kosten für die zusätzliche Krippengruppe unterschieden werde. Darüber soll nun noch einmal mit Vertretern des Bistums Augsburg beraten werden. Auch Kindergartenreferentin Doris Baumgartl (UBV) machte klar: „Ohne eine Deckelung geht es nicht.“

Osten ist benachteiligt

Freilich läuft die Stadt dann in ein Zeitproblem. Nach übereinstimmender Auffassung von Stadt und Landkreis werden weitere Krippenplätze benötigt; die Betreuungsquote liegt nur auf Höhe des Bundesdurchschnitts und es gibt eine Warteliste. „Wir brauchen 80 weitere Krippenplätze, also fünf bis sechs Gruppen“, sagte Karin Schürmann von der Stadtverwaltung. Da auch eine unklare Zahl von Kindergartenplätzen fehlt (die sich von Sitzung von Sitzung leicht reduziert), plädierte der Oberbürgermeister dafür, die Zahlen vor der Sommerpause durch das Nürnberger Stadtentwicklungsbüro Planwerk ermitteln zu lassen, um nach der Sommerpause ein Gesamtkonzept zu beraten.

Generell begrüßt der Ausschuss die Schaffung weiterer Kapazitäten im Landsberger Osten. Dort seien nur 31 von 131 Krippenplätzen angesiedelt; die Nachfrage danach sei daher entsprechend hoch. Neuner brachte mehrere Lösungen ins Spiel, unter anderem den Neubau einer Einrichtung im Rahmen des geplanten größeren Bauvorhabens zwischen Reischer Talweg und Habichtstraße. Eine weitere Möglichkeit sei, das Kinderhaus aufzustocken; das würde das Ost-West-Problem aber nicht lösen.

Das Stadtoberhaupt legte gegenüber dem Finanzausschuss dar, dass sich das Landratsamt im Jahr 2012 getäuscht habe, als es keinen Bedarf an Kinderkrippenplätzen in Landsberg gesehen habe. Nun sehe man, wie falsch diese Ansicht gewesen sei. Er habe dies von vorneherein gesagt. Inzwischen plädiere das Amt für die Schaffung weiterer Plätze – das sei ein „Vorzeichenwechsel“.

Allerdings machte Stadtrat Jost Handtrack (Grüne) durch einen Zwischenruf („Die Frage war doch nur, wo man die Plätze schafft!“) bereits während der Sitzung deutlich, dass diese Sichtweise Neuners wohl keinen Bestand haben kann.

Tatsächlich hat das Landratsamt im Jahr 2012 den Bedarf von 36 Plätzen gesehen, sich aber dafür ausgesprochen, angesichts der damals desolaten Finanzlage der Stadt kein neues städtisches Gebäude zu errichten, sondern bestehende kirchliche, soziale und private Einrichtungen aufzustocken. Das hätte mehrere 100.000 Euro gespart und die damals kritische Liquiditätslage der Stadt deutlich verbessert. Die Mehrheit des damals noch amtierenden alten Stadtrats ignorierte diesen Vorschlag des Landratsamts jedoch und winkte das Vorhaben durch.

Werner Lauff

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