Keine Chance für Solarstrom?

Hat Solarstrom in der Gemeinde Fuchstal wirklich keine Chance? Mit dieser Frage hat sich der Gemeinderat neben anderen Kontroversen erneut in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Ein Antrag der Energie-Speicher-Fuchstal GmbH führte zu einer heftigen Diskussion der Räte mit Bürgermeister Erwin Karg.

Der letzte Antrag der Firma, nämlich auf den Bunkern Fotovoltaikanlagen auf Pultdächern zu montieren, lehnte eine hohe Mehrheit, überwiegend aus Gründen des Landschaftsschutzes ab, der Kreisbote berichtete. Gegen Anlagen auf Freiflächen hatten die Räte aber grundsätzlich nichts auszusetzen. Der neue Antrag beinhaltet genau das: Auf den Freiflächen zwischen den Bunkertoren und oberhalb des Geländes, sollen die Solarplatten nun montiert werden. Erneut versuchte Erwin Karg die Räte zu einer Zustimmung zu bewegen. „Sie geben’s halt nicht auf“, meinte er jovial. Im Begleitbrief zum Antrag wiesen die Firmeninhaber deutlich auf die Konsequenzen hin, die eine erneute Ablehnung hätte, der Rückzug aus dem gesamten Projekt. Stimmte der Rat aber zu, seien sie bereit einen Teil des Geländes der Gemeinde zu verpachten, damit diese ihrerseits in die Gewinnung des umweltfreundlichen Stroms einsteigen könne. Zunächst kritisierten die Räte das Projekt an sich. Der Hinweis auf den Landschaftsplan von 1997, in dem von einem schützenswerten Drittstellenbiotop die Rede ist, sowie das Herausstellen der Einzigartigkeit des Biotops im Verbund mit den Weldener Weihern, verstellte nur kurz den Blick auf die eigentliche Problematik. Einige Räte bemängelten vehement, dass die Gemeinde über kein ordentliches Energiekonzept verfüge. Ein solches könnte für potenzielle private Investoren eine Handreichung sein, welche Areale für eine Planung geeignet sind. Sie waren ungehalten darüber, dass ein Antrag auf das Erstellen eines solchen Konzeptes vom Gemeindeoberhaupt bisher nicht berücksichtigt, geschweige denn, in Angriff genommen wurde. Erwin Karg forderte die Räte auf, sich die Flächen im Fuchstal einfach anzuschauen, dann sähe man schon, welche in Frage kämen. Solange die Förderung der Fotovoltaik an die Stilllegung von Äckern gekoppelt sei, bestünde auf minderwertigem Böden ohnehin keine Chance. Um sich mehr Informationen und eine besseres Bild zu verschaffen, beantragte die skeptische Fraktion, mit 11 zu 5 Stimmen erfolglos, die Vertagung dieses Tagesordnungspunktes. Daher scheiterten die Pläne der Energie-Speicher-Fuchstal GmbH bei der Abstimmung, mit 6 zu 10 Stimmen, erneut am Gemeinderat.

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