Verteilung ist eine "Zumutung"

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Von ihrem angestammten Platz mitten in der Innenstadt müssen die Taxis nun weg – im „Arbeitskreis Hauptplatz“ beschloss man, Standorte an Bahnhof, Krankenhaus und Penzinger Feld auszuweisen.

Landsberg – Lange wurde im „Arbeitskreis Hauptplatz“ um den künftigen Standort der Taxis diskutiert. Dann folgte man der Empfehlung der Verwaltung: Demnach sollen die Taxis bekanntlich vom kommenden Jahr an am Bahnhof, am Penzinger Feld und am Krankenhaus stehen.

Bei den Fuhrunternehmern selbst kommt diese Lösung überhaupt nicht gut an. Damit steht offenbar sogar das Anruf-Sammeltaxi (AST), das der Stadtrat kürzlich beschlossen hatte, auf der Kippe.

Die neue Verteilung sei eine „Zumutung“, teilte Taxiunternehmer Bernd Schmidt Tobias Frage von der „AG Innenstadt“ auf dessen Anfrage mit. Die Taxler selbst hätten einen Standort am Hellmair-Platz mit Durchfahrt durch die Herzog-Ernst-Straße vorgeschlagen. Auch die Verwaltung bestätigt über Pressesprecherin Eva Schatz, dass andere Anlaufpunkte diskutiert waren. Die Taxiunternehmer hätten auf Anfrage geäußert, dass sie „möglichst zentral“ und „mit Ab-fahrmöglichkeiten in alle Richtungen“ stehen wollten. Wie man bei der Stadt daraufhin zu den Vorschlägen kam, wird nicht erläutert. In der Stellungnahme heißt es dagegen weiter: „Im Rahmen der Arbeitskreissitzung wurden wei-tere Standorte ins Gespräch gebracht (Holzmarkt, Hinterer Anger, Spitalplatz, Infanterieplatz).“ Letztlich habe man sich aber für Bahnhof, Penzinger Feld und Krankenhaus entschieden, „die Verwaltung wur-de beauftragt, der Taxivereinigung dies so mitzuteilen.“

Enorme Einbußen

Diese Lösung sei existenzgefährdend, so Unternehmer Schmidt gegenüber Tobias Frage. „Für uns bedeutet diese Entscheidung enorme Einbußen.“ Rund 30 Prozent Umsatz fielen bereits durch die verlorene Laufkundschaft am Hauptplatz weg. Wenn man die Fußgängerzone nicht mehr durchfahren dürfe, rechne man mit weiteren 30 Prozent „da wir nur noch im Stau mit allen anderen Fahrzeugen mitfahren müssen.“ Stammkunden hätten den Taxlern bereits mitgeteilt, dass sie die Innenstadt künftig meiden würden, wenn die Fahrzeuge nicht mehr im Zentrum stehen. Schmidt: „Das geplante Anruf-Sammeltaxi muss somit auch in Frage gestellt werden.“

Der Unternehmer vermutet, dass der Wunschstandort am Hellmair-Platz nicht zum Zuge kam, weil das Straßenniveau der Herzog-Ernst-Straße soweit angehoben werden solle, dass eine Durchfahrt nicht mehr möglich ist. Damit liegt er nach Auskunft der Stadt Landsberg aber nicht richtig. Zwar hatte man offenbar tatsächlich bereits Pläne in dieser Richtung, aber: „Die Umgestaltung der Herzog-Ernst-Straße wurde im Rahmen der Konsolidierung des Haushaltes bis auf weiteres zurückgestellt“, wie Eva Schatz mitteilt. Christoph Kruse

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