Lieber jahrelang leer stehen lassen

+
Keine Asylbewerber im Hochbauamt: Obwohl das gesamte zweite Stockwerk leer steht, werden dort wohl keine Flüchtlinge untergebracht.

Landsberg – „Keine Hoffnung“ auf eine Unterbringung von Asylbewerbern im Staatlichen Hochbauamt hat Wolfgang Müller, Pressesprecher im Landratsamt. Denn die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) stellt das Gebäude nicht zur Verfügung. Und das, obwohl das gesamte zweite Stockwerk leer steht. Landsbergs „Referent für ausländische Mitbürger und Asylbewerber“, Jost Handtrack, sieht in dem Gebäude allerdings viel Potential.

Bei einer Begehung des zweiten Stocks Anfang November mit einem Mitarbeiter des Hochbauamtes habe Handtrack die leer stehenden Räume besichtigen können, schildert er dem KREISBOTEN. Es seien rund zwölf Zimmer jeweils mit einer Größe von etwa 20 Quadratmetern, schätzt Handtrack. Dort könne man in jedem Raum etwa drei Asylbewerber – also insgesamt etwa 36 Personen – unterbringen. Auch Toiletten und eine Kochgelegenheit seien auf dem Stockwerk vorhanden, ebenso wie eine Brandschutztüre. Duschmöglichkeiten müsste man allerdings einrichten. 

Peter Aumann, Leiter des Staatlichen Hochbauamtes Weilheim, zu dem die Außenstelle in Landsberg gehört, äußert sich dazu nicht. Zu dem Gebäude gebe man grundsätzlich keine Auskünfte, so Aumann auf Nachfrage des KREISBOTEN. Zu den Gründen, warum man keine Asylbewerber in dem Gebäude unterbringt, führt Dieter Knauer, Geschäftsführer der IMBY, sowohl finanzielle als auch zeitliche an: Rund eine halbe Million Euro, schätzt Knauer, wären nötig, um das „baulich so abzutrennen“, dass man Asylbewerber im zweiten Stock des Hochbauamtes unterbringen könnte. Aber auch das Bauamt habe sich nicht begeistert gezeigt, meint Knauer. Und das, obwohl es laut Jost Handtrack sogar separate Zugänge durch die beiden Türme zum Gebäude gebe. 

Für eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge stelle man aber nun eine Containerfläche direkt neben dem Hochbauamt zur Verfügung (wir berichteten). „Das geht schneller“, so der IMBY-Geschäftsführer. Ob das wirklich auch die schnellere Lösung ist, muss sich allerdings erst noch herausstellen, denn mittlerweile werden auch die Container knapp. Ob Container verfügbar sind, werde sich erst noch zeigen, so Landratsamts-Sprecher Müller. 

Doch all die Vorzüge des Gebäudes sind für die IMBY wohl nicht genug. Die rund 1480 Quadratmeter, die in dem Gebäude laut Geschäftsführer Knauer leer stehen, haben auch in näherer Zukunft keine Nutzung zu erwarten. Zwar werde man in Weilheim einen Neubau errichten und dann werden die rund 40 Mitarbeiter der Außenstelle in Landsberg wohl nach Weilheim umziehen. Wann das aber der Fall sein wird, kann Knauer nicht beantworten. Vor 2017/18 wird in diese Richtung allerdings voraussichtlich nichts passieren. So lange wird der zweite Stock wohl weiterhin leer stehen.

Astrid Erhard

Meistgelesene Artikel

Vollgas auf eisiger Piste

Reichling – Frostiges Motorsportspektakel unter Flutlicht: Am Freitag, 20. Januar, richtet der MSC Reichling wieder die Zugspitzmeisterschaft im …
Vollgas auf eisiger Piste

"Nicht in dieser Dimension!"

Landsberg – 50 Bewohner der Schwaighofsiedlung haben in einer Versammlung gegen den geplanten Neubau der Obdachlosenunterkunft an der Jahnstraße …
"Nicht in dieser Dimension!"

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kommentare