Die Kino-Konkurrenz schläft nicht

Rollen auf dem Infantrieplatz bald die Bagger für die Erweiterung des Olympia-Filmtheaters (Mitte) an? Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2004, als die Tiefgarage Lechstraße erweitert, der Parkplatz gebaut und die Adolph-Kolping-Straße saniert wurde. Foto: Schwaiger

Es ist erst wenige Wochen her, dass der Neubau eines Großkinos im Landsberger Osten im Stadtrat abgelehnt wurde. Nun kommt jedoch erneut Bewegung in die Sache, allerdings an anderer Stelle. So wollen die Stadtoberen den Weg für eine Erweiterung des Olympia Filmtheaters. Gemeinsam mit In­- vestor Josef Scheibel aus Kaufbeuren plant Betreiber Rudolf Gilk derzeit den Bau von drei weiteren Kinosälen auf dem Infanterieplatz.

In seiner jüngsten Sitzung erteilte der Stadtrat der Verwaltung den Auftrag, die Planungen weiter zu verfolgen, nach­dem zuvor bereits positive Gespräche zwischen der Stadt und dem Kaufbeurer Investor stattgefunden hatten. „Das ist ein positives Signal“, freute sich Gilk über die Entscheidung der Stadtoberen. „Jetzt können wir mit der Planung beginnen.“ Mit seinem Partner, der in Kaufbeuren mit dem Corona bereits ein Großkino betreibt, ist sich Gilk schon einig. Demnach übernimmt der Investor die Baukosten des neuen Gebäudes, das über ein Foyer mit dem alten Kino verbunden werden soll, und vermietet es anschließend wiederum an Gilk, der es mit der nötigen Kinotechnik ausstattet. Es ist nicht das erste Mal, dass Gilk eine Erweiterung seines Kinos ins Spiel bringt. Schon vor sechs Jahren, als die Tiefgarage Lechstraße erweitert wurde und die Neugestaltung des Infanterieplatzes im Raum stand, hatte er mit einem Neubau kokettiert, schließlich aber einen Rückzieher gemacht – aus geschäftspolitischen Gründen. "Filmpalast" wächst Dass es dem Landsberger Kinobetreiber diesmal wohl ernst mit den Plänen ist, dürfte vor allem an der kommenden Konkurrenz in Kaufering liegen. Dort haben im Sommer in der Nähe des Bahnhofes die Bauarbeiten für ein Großkino mit sieben Sälen begonnen. Schon im Februar sollen im „Filmpalast“ die ersten Streifen über die Leinwand flimmern. Glaubt man der Studie, die die Stadt Landsberg zum Kinobedarf in Auftrag gab, wäre dann über kurz oder lang Schluss mit dem Landsberger Filmtheater, da es der Konkurrenz mit nur zwei Sälen nicht Paroli bieten könne. Gilk stehe daher unter Zugzwang, weiß auch Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD). Dass er dem Vorhaben des Betreibers positiv gegenübersteht, verwundert nicht, befürchtet Lehmann doch einen „herben Verlust für die Altstadt“, sollte das Landsberger Kino schließen müssen. „Wir sprechen hier über ein Potenzial von rund 125000 Besucher pro Jahr, die den Kinoabend vielleicht mit einem Besuch der umliegenden Gastronomie verbinden. Daher hat die Stadt ein nachhaltiges Interesse an einem Ausbau.“ Dass dazu der Infantrieplatz, der erst vor sechs Jahren neu gestaltet worden war, wieder aufgerissen werden muss, sieht er entspannt: „Mit den Parkplatzeinnahmen haben wir die Kosten für den Bau längst hereingeholt.“ Mit Café? Wie genau der Anbau aussehen wird, sollen nun genauere Planungen ergeben. Für Stadtbaumeisterin Annegret Michler ist dabei durchaus denkbar, dass in den neuen Komplex ein Café integriert wird, um so die bestehende Flaniermeile entlang des Lechs zu verlängern. „Bisher endet der Weg für viele An der Langen Fahrt.“ Bis es soweit ist, müssen sich die Landsberger Kinogänger aber noch eine Weile gedulden. Baubeginn wäre frühestens nach dem Ruethenfest im nächsten Jahr.

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