Klar gegen Rechts gestimmt

Ein klares Zeichen gegen Rechts hat der Kreisjugendring auf seiner jüngsten Frühjahrsversammlung gesetzt. Im evangelischen Gemeindehaus in Utting beschlossen die Delegierten einstimmig dem „Förderverein zur Unterstützung des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus Landsberg am Lech“ beizutreten. Damit einherging auch der Aufruf, am Samstag, 30. Mai, gegen den erneuten Aufmarsch der Rechtsextremen in der Lechstadt zu demonstrieren.

Im Landkreis selbst gebe es zwar noch keine organisierte rechtsextreme Jugendgruppe, dennoch müsse man wachsam sein und ein Zeichen setzten, betonte Jugendringvorsitzender Moritz Hartmann. Dass die Rechtsextremen im Landkreis noch keine große Lobby bei den Jugendlichen habe, liegt laut Vorstandsmitglied Henrik Lüßmann vor allem auf eine gute Jugendarbeit mit einem entsprechenden Angebot zurück: „Dieses stellt für viele eine bessere Alternative dar.“ Wichtig sei aber auch eine gute Aufklärung und Informationspolitik über den Rechtsextremismus. Denn das Klischee vom Rechtsextremen mit kurzen Haaren und Springerstiefeln bestehe schon lang nicht mehr, erklärte Nicola Hieke von der „Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus in Bayern“ in ihrem Vortrag zum Thema „Erkennungsformen und Erscheinungsformen“. So gebe es nun verschiedene versteckte Erkennungszeichen in der Szene. Auch sei eine optische Vermischung zwischen Linksautonomen und Rechten zu erkennen: „Auf den ersten Blick kann man diese beide Gruppen kaum auseinanderhalten.“ Als wichtigste „Einstiegsdroge“ zur rechtsextremen Szene bezeichnete Hieke die Musik. So gebe es im Bundesgebiet bis zu 280 Bands, die rechtextremes Gedankengut mit ihren Liedern verbreiten. Vor allem der Inhalt dieser Lieder sei für viele jungen Menschen sehr ansprechend und interessant. Hier sollte man die Jugendlichen, die solche Musik hören, kritisch mit dem Inhalt der Texte auseinanderzusetzen, denn oft stünden diese einer näheren Betrachtung nicht stand. Bei Bedarf sollte man sich auch fachliche Hilfe holen. Sie forderte die Delegierten auf, in der Jugendarbeit dem Rechtsextremismus weder mit Toleranz noch mit Ignoranz zu begegnen.

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