"Reizvolle Partnerschaft"

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Das Bach-Trompetenensemble München auf der Empore des Marienmünsters: (v.l.) Maiko Kataoka, Friedrich Held, Arnold Mehl und Stefan Gagelmann (Pauke).

Dießen – Nahezu ausverkaufte Reihen im Marienmünster, dem weltbekannten Barockjuwel am Ammersee, boten am Sonntagabend eine imposante Kulisse für das beeindruckende Eröffnungskonzert des Klassikfestivals „AMMERSEErenade“, das hohe Erwartungen und Vorfreude auf alle weiteren Konzerte und Veranstaltungen der neuen Konzertreihe weckte, die bis zum 6. September im Fünf-Seen-Land zu Gast sein wird.

Im Münster beeindruckte das Bach-Trompetensemble (Arnold Mehl, Friedrich Held, Maiko Kataoka) aus München zusammen mit dem Bamberger Organisten Edgar Krapp alle Generationen mit einer virtuos gespielten Instrumentalbesetzung zu der auch die Pauken von Stefan Gagelmann gehörten. 

Auf das Konzert eingestimmt wurden die Zuhörer durch einen fachkundigen Kurzvortrag des Organisten, der von der reizvollen Partnerschaft von Orgel und Trompete berichtete, die ihre Wurzeln im 17. Jahrhundert fand und ihren Höhepunkt Mitte des 18. Jahrhunderts in ihrer konzertant-virtuosen Ausprägung besonders in den Werken von Johann-Sebastian-Bach erreichte. Diesem Erfolgsrezept folgte auch das Konzertprogramm mit insgesamt 13 Werken von Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Georg Muffat, Carl Philipp Emanuel Bach und natürlich Johann Sebastian Bach. Im strahlenden D-Dur einer Ouvertüre für drei Trompeten, Pauken und Orgel, von Georg Friedrich Händel, Werkeverzeichnis (HWV) 62 begann das Konzert. 

Impulsiv und mit raschen Tempi begleitete Edgar Krapp die drei Tompeter und die Pauken. Mit Johann Sebastian Bachs „Dona nobis pacem“ aus der Messe in h-moll endete die Serenade nach eineinhalb kurzweiligen Stunden. Als Zugabe begleitete die „Eurovisionshymne“ von Marc-Antoine Charpentier das Publikum nach Hause. 

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte selbstverständlich auch das Werk eines bekannten zeitgenössischen Kom- ponisten: In seiner „Musurgia“ für drei wandelnde Trompeten, Pauke, ein mittelalterliches Glockenspiel und Orgel, die er dem von ihm verehrten Jesuitenpater Athanasius Kircher widmete, lies Wilfried Hiller die Musiker von der Empore herabsteigen. 

Während sich in der verregneten, grauen Nacht vor den Kirchenfenstern Herbststimmung ausbreitete, ließen der Klang der Instrumente in Altarraum und Kirchenschiff im Dialog mit der Orgel (Wilfried Hiller) die Welt musikalisch neu erstehen. Hiller hat die beeindruckende Tocata 1995 eigens für das Bach-Trompetenensemble geschrieben. Für den Komponisten und Vorsitzenden der Carl-Orff-Stiftung war sein Gastspiel an der König-Orgel im Marienmünster zugleich ein Heimspiel: Ihn verband bereits in den 70er Jahren eine enge freundschaftliche Zusammenarbeit mit Orff, die ihn häufig nach Dießen führte. 

Auch hinsichtlich des Programmheftes startete die AMMERSEErenade, die sich als „Genussfest für alle Sinne“ präsentiert, mit einer „duften“ Idee: Ebenso wie die insgesamt 3000 Eintrittkarten duftet das informativ und ansprechend gestaltete Heft ganz zart nach Lavendel. Die Wahl der Duftnote erfolgte in Anlehnung an den erfolgreichen Film „Ladies in Lavender“. Die von Nigel Hess einfühlsam komponierte Titelmelodie wird auch beim Festivalfinale im romantischen Schacky-Park eine gewisse Rolle spielen.

Ursula Nagl

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