Flora oder Antonella?

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„Flora“ (kleines Foto) oder die wenige Tage später geborene „Antonella“ (liegend) – eines der beiden Kälbchen aus der Klosterökonomie St. Ottilien würde die kleine Fanny (9) gerne kaufen, um ihm ein Leben im Tierparadies Gut Aiderbichl zu bescheren.

St. Ottilien – Auf ein unerwartet großes Echo ist der Beitrag „Freikauf gibt’s nicht!“ gestoßen. Darin berichteten wir über das von der Klosterökonomie in St. Ottilien ausgeschlagene Kaufgesuch der neunjährigen Fanny. Sie woll­te ein Kalb erwerben und damit vor dem sicheren Weg in den Schlachthof retten.

Für reichlich Verwirrung unter den Leserinnen und Lesern des KREISBOTEN und auch den Betroffenen sorgte die Frage, welches Kalb die kleine Fanny nun eigentlich kaufen wollte. Bei dem erhofften Freikauf habe es sich nicht, wie im KREISBOTEN berichtet, um das Zuchtkalb „Antonella“ gehandelt, beteuert die Mutter des Mädchens, sondern um ein anderes, „zum Tode verurteiltes“, weibliches Zwillingskalb: „Flora“. Das verwundert ein wenig, denn die Neunjährige schreibt in ihrem Brief an Erzabt Wolfgang Öxler: „… Ich wünsche mir so sehr, dass wir Flora oder Antonella kaufen können!…“

Wie auch immer, „Flora“ ist steril, für das Kloster und die Zucht demnach nicht nutzbar, so die Mutter. Das Kälbchen stehe nun in der Mast – „nicht auf Stroh gebettet, sondern einsam im Kälberiglu“ – und werde im Alter von spätestens eine Jahr geschlachtet. „Eben das wollen wir nach wie vor verhindern, indem wir der Kleinen ein Leben ermöglichen auf einem Gnadenhof in unserer Nähe, dem Tierparadies Gut Aiderbichl.“

Der Erzabt entscheidet

Mittlerweile wolle Fanny nur noch „ihr Kalb“ retten: „Flora“. Deren Zwillingsbruder stehe bereits in der Mast und dürfe im Bullenstall zwei bis vier Jahre alt werden. Fanny, ihre Mutter und eine Reihe von Tierschützerin um Daniela Böhm denken trotz der Absage nicht ans Aufgeben. Man hoffe weiter auf Barmherzigkeit in St. Ottilien: „Der Erzabt alleine ent­scheidet über Leben oder Tod eines Tierkindes.“ Fannys zweiter Brief ans Kloster blieb bis dato unbeantwortet.

Wenig tröstlich für die Neunjährige ist die Tatsache, dass ihr einige Landwirte beim Kälbermarkt in Weilheim bereits einige Alternativ-Kälber angebo­ten haben. Ihnen war aufgefallen, dass Fanny mit ihrer Mutter immer wieder aufs Neue nach dem „einen Kälbchen“ auf der Suche sind.

Toni Schwaiger

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