Für kluge Köpfe in der Werkstatt

Die Nachwuchs-probleme in der Automobilbranche geht jetzt die staatliche Berufsschule Landsberg an. Schulleiter Oswald Kurr und die Lehrer haben das Projekt „Abi & Auto“ erarbeitet, bei dem Abiturienten im Kfz-Gewerbe ausgebildet werden. In verkürzter Lehrzeit von zweieinhalb Jahren können sie zum Abschluss als Kfz-Mechatroniker gelangen. Gesteuert wird das Projekt von der Kfz-Innung München-Oberbayern. In diesem Schuljahr startet die erste Klasse mit momentan 13 Schülern, zwölf Jungen und einem Mädchen. Bisher ist es ein Modellversuch und damit in Bayern einmalig.

Die Idee zu „Abi & Auto“ entstand sozusagen aufgrund der Nachfrage. In Kfz-Betrieben fehlt es oft an geeigneten Nachfolgern für Führungspositionen. „Das Kfz-Handwerk ist High-tech. Wir brauchen kluge Köpfe, um auch in Zukunft bestehen zu können“, stellt die Innung das neue Ausbildungsprojekt vor. Es soll für Hochschulzugangsberechtigte eine „attraktive und erstrebenswerte Karriereoption“ zu einem Studium sein. Vor zwei Jahren unterhielt sich Kurr bei der Einweihung eines Landsberger Autohauses mit Hans Medele, dem Obermeister der hiesigen Kfz-Innung, über das Problem. Das Projekt war angedacht. Der Schulleiter sprach dann mit den Lehrern der Schule darüber – gemeinsam entwickelten sie ein Grundkonzept für eine verkürzte Ausbildung von Abiturienten. Dabei wurde der Ausbildungsplan „entrümpelt“ – für die Berufsschüler entfallen einige allgemeinbildende Unterrichts- inhalte, damit die verkürzte „Lehrzeit“ möglich ist. Das heißt in Fächern wie Deutsch und Sport werden Abstriche gemacht. Als frühere Gymnasiasten bringen sie schließlich eine andere schulische Vorbildung. Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker wird um zwölf Monate verkürzt. Nach der Gesellenprüfung beginnt dann die Vorbereitung zur Prüfung zum Kfz-Servicetechniker. Die Projektteilnehmer können schließlich auch den Meistertitel im Kfz-Handwerk erwerben. Ab dem dritten Ausbildungsjahr werden ihnen dafür Kenntnisse für die Meisterprüfung vermittelt. Was den Erfolg von Abi & Auto betrifft, ist Kurr zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage steigt – besonders wenn der doppelte Abiturjahrgang kommt.“ Neues etablieren Kurr ist die Weiterentwicklung der Berufsschule sehr wichtig. Auch wenn er das Wort „innovativ“ nicht gern benutzt, bezeichnet es doch das, wofür die Berufsschule seiner Ansicht nach stehen soll. Im Moment hat der Schulleiter mal noch keine neuen Ideen. Zunächst, erzählt Kurr, müsse erst einmal das Schuljahr anlaufen. Und in diesem ist nicht nur das Projekt „Abi & Auto“ neu, sondern auch die erste Berufsoberschulklasse „Technik“, die im Juli dieses Jahres genehmigt wurde. Bevorsteht zudem die Einweihung des Erweiterungsbaus und die Halle für Mechatroniker am nächsten Mittwoch.

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