Es knattert wieder im Lechrain

Läuft alles nach (Bebauungs-)Plan, dann dürfen die Motocrosspiloten auf dem Reichlinger Gelände bald wieder ordentlich Gas geben. Foto: Lorenz

Aufatmen beim MSC Reichling: Der Verein darf sein Motocrossgelände wohl bald wieder nutzen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Entwurf für den erforderlichen Bebauungsplan gebilligt. Allerdings solle dieser nur gelten, so lange er keine neuen Baugebiete in der Gemeinde verhindert.

Wie im KREISBOTEN berichtet, durfte der MSC auf dem Gelände zwischen Reichling und Reichlingsried nicht mehr fahren – denn das Landratsamt hatte dem Verein Anfang des Jahres mitgeteilt, dass die bestehende Duldung aufgehoben werde. Die Kreisbehörde hatte damals erklärt, dass die Strecke nur dann wieder befahren werden dürfe, wenn die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstelle. Der Gemeinderat entschied sich im März für diesen Weg. Mittlerweile hat ein Planungsbüro den ersten Entwurf für den Bebauungsplan erstellt, den Geschäftsstellenleiter Wolfgang Hentschke nun im Gemeinderat präsentierte. Danach wird besagte Fläche als Sondergebiet ausgewiesen. In den Bebauungsplan sei hauptsächlich der vorhandene Bestand aufgenommen worden, sprich die bisherige Strecke mit Aufenthaltsraum, überdachter Betankzone, Lagerraum und Parkplatz. In dem geforderten Lärmschutzgutachten sei der vorhandene Lärm, der des künftigen Gewerbegebietes der Gemeinde – eine Ausweitung der Gewerbeflächen ist bereits in Planung – sowie der zu erwartende Lärm der Motocrossstrecke aufaddiert worden, legte Hentschke dar. Hierbei würden die Grenzwerte laut Gutachten auch eingehalten. Falls die Gemeinde aber später einmal östlich der Weißenbergstraße ein Wohnbaugebiet ausweisen sollte, wäre dies nicht mehr der Fall. Da sich die Gemeinde nicht selbst den Weg für spätere Baugebietsausweisungen versperren wollte – sei es ein neues Wohnbaugebiet oder vielleicht auch die nochmalige Erweiterung des Gewerbegebietes – entschied sie sich dafür, den Bebauungsplan zeitlich zu begrenzen. Bei einer Baugebietsausweisung tritt er für das Motorsportgelände automatisch außer Kraft, ansonsten gilt er Plan zehn Jahre lang – mit Option auf Verlängerung. Die MSC-Strecke darf künftig an 16 Trainings- und drei Renntagen zu maximal fünf beziehungsweise neun Stunden gefahren werden – in beiden Fällen nur zwischen 9 und 20 Uhr. Der Motorsportverein darf die Höhenlage der Strecke nicht verändern – Auffüllungen dürfen lediglich dem jetzigen Bestand gleich kommen. Laut Hentschke waren die beteiligten Behörden bisher nicht der Meinung, „dass da irgendeine Klippe ist, die nicht zu umschiffen wäre“. Nun folgt die frühzeitige Bürgerbeteiligung. Dieter Rapp merkte an, dass da wohl mit Einsprüchen einiger Bürger zu rechnen sei. Hentschke erklärte, die Gemeinde müsse dann jede Stellungsnahme der Bürger einzeln abwägen und entscheiden, was für die Leute zumutbar wäre und was nicht. Reinhold Graf, Vorsitzender des MSC Reichling, sagte zu den Vorgaben der Gemeinde: „Wir fahren sowieso nur noch 16 Trainingstage im Jahr – ich denke, das ist kein Drama.“ Konkret würde dann im Normalfall an zwei Samstagen im Monat gefahren. Zudem würde der Verein darauf achten, dass beim Training immer nur zehn Motorräder auf der Strecke unterwegs wären.

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