Es könnte besser laufen

AhJu-Mentoren sowie Vertreter von AWO, Arbeitsagentur und Landratsamt zogen kritisch Bilanz zum Berufspatenprojekt „Alt hilft Jung (von links): Robert Ernst (Arbeitsagentur), stellvertretender Schulamtsleiter Rudolf Schönauer, die AhJu-Mentoren Jürgen Bahls, Lupold von Wedel, Sabine Mross-Hänsgen, Dieter Schmid, Irmgard Scheibenbogen und Betina Ahmadyar (Mehrgenerationenhaus) sowie (sitzend von links) Hartmut Kroll, Klaus Dieter Sattler und Wolfgang Stöger, Vorsitzender des AhJu-Lenkungskreises und AWO-Fachabteilungsleiter aus München. Foto: Wilk

Der Jahresbericht des Berufspatenprojekts „Alt hilft Jung“ (AhJu) im AWO-Mehrgenerationenhaus liegt vor: 24 ehrenamtliche Mentoren kümmerten sich im Schuljahr 2010/11 um 63 Schüler an Mittelschulen des Landkreises, 14 von ihnen fanden durch die Vermittlung eines Mentors einen Ausbildungsplatz, acht brachen die Zusammenarbeit wieder ab. Die meisten der Jungen und Mädchen profitierten von den Angeboten in der Hausaufga­ben- oder durch Einzelbetreuung. Trotz der guten Erfolge blieben selbstkritische Töne nicht aus.

„Unsere Kapazitäten wurden nicht ausgeschöpft“, stellte Mentor Klaus Dieter Sattler fest. Zudem wäre eine Ausweitung auf jüngere Schüler vielleicht sinnvoll. Aktuell werden grundsätzlich erst Jugendliche ab der 8. Klasse betreut, die Empfehlung dazu gibt immer der jeweilige Klassleiter. „Wie kann AhJu den Jugendlichen noch besser helfen?“ blieb dann auch während der zweistündigen Sitzung mit Vertretern aus Jugend-, Schulamt und Agentur für Arbeit die zentrale Frage und wurde kontrovers diskutiert. Fazit: Die Lehrer der Mittelschulen müssen noch effek­- tiver für das Ehrenamtsprojekt gewonnen werden und ihre Schüler in diese Form der Begleitung empfehlen. „AhJu ist eine große Chance“, betonte der stellvertretende Schulamtsleiter Rudolf Schönauer, „es wäre schade, wenn diese ungenutzt bliebe.“ Solange nur die Hälfte der Haupt- und inzwischen Mittelschüler im Landkreis Landsberg den Qualifizierenden Hauptschulabschluss erreichen, steht das Engagement von „AhJu“ außer Frage. Zahlen, die den Bedarf belegen, lieferte Robert Ernst, Leiter der Agentur für Arbeit in Weilheim. „Die Vermittelbarkeit von Jugendlichen ohne Quali im Landkreis ist nicht schlecht, aber das Berufsspektrum ist sehr eingeschränkt“, stellte er fest und untermauerte damit die Erfahrungen der AhJu-Mentoren. „Jedes Jahr schaffen 120 unserer Schüler den Quali nicht“, erläuterte Rudolf Schönauer und befürwortete ausdrücklich die Begleitung von Jugendlichen durch Ehrenamtliche, um diesem Trend zu begegnen – bei sinkenden Schülerzahlen halte er hartnäckig an und steige sogar prozentual. Als gewinnbringend schätzte Jugendamtsleiter Peter Rasch eine künftig engere Zusammenarbeit von staatlicher Schulsozialarbeit und „AhJu“ ein. Praktische Erwägungen für eine Kooperation sollen bei der Teamsitzung mit den Hauptamtlichen im Vordergrund stehen, AhJu-Vertreter werden dort ihre Vorstellungen einbringen können und Möglichkeiten ausloten. Auch für die Jugendhilfe sind eventuelle Schnittstellen zu prüfen. Thomas Kolland, Leiter Sozialer Dienst im Landratsamt, kann sich einen Einsatz im Rahmen der Sozialpädagischen Familienhilfe gut vorstellen. Mit einem Pilotprojekt in Dießen möchte er starten.

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