Holzhausen zieht alle Register

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Es herrschte Kaiserwetter, als die Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ die Ortsbesichtigung vornahm – hier bei Regens Wagner. Die Holzhausener mit ihrem Bürgermeister Günter Först (rechts) hatten keine Mühen gescheut, um ihren Ort vorteilhaft zu präsentieren.

Holzhausen – Das zu Igling gehörende Holzhausen b. Buchloe nimmt in diesem Jahr am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ teil. Bürgermeister Günter Först und sein aus Holzhausen stammender Stellvertreter Peter Blattner zogen alle Register der Präsentation, um die Wettbewerbskommission zu beeindrucken.

Es herrschte Kaiserwetter an diesem Tag, Pfarrer Johannes Huber empfing die Kommission mit Liedern, im Biergarten gab eine kleine Kostprobe aus der Brauerei, zwischen Feuerwehrhaus und Dorfgemeinschaftshaus begleitete die Kapelle des Musikvereins Holzhausen die Gäste.

Das 742-Einwohner-Örtchen Holzhausen nimmt als einzige „Gemeinde“ des Landkreises Landsberg an dem Wettbewerb auf Kreisebene teil, in der Gruppe B mit 600 bis 3000 Einwohner. Vergleichen muss sich dann die Gemeinde mit anderen Teilnehmern aus dem Landkreis Weilheim-Schongau.

In den 60er Jahren hat Holzhausen schon einmal einen Preis im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ bekommen. Im Rathaus hängt eine entsprechende Urkunde, sagt Bürgermeister Först und ergänzt, dass das allerdings mehr „ein reiner Schönheitswettbewerb“ gewesen sei – nach dem Motto „Wer hat den schönsten Vorgarten?“. Heute laufe das nach ganz anderen Kriterien ab.

Bewertet werden Initiativen, die die Ausgangslage des Dorfes nachhaltig verbessern. Entwicklungskonzepte und wirt­- schaftliche Initiativen stehen dabei im Vordergrund. Soziale und kulturelle Aktivitäten stehen ebenso im Fokus wie Konzepte, die die Lebensqualität im Dorf steigern. Auch die Baugestaltung und -entwicklung sowie Projekte der Grüngestal­tung fließen in die Bewertung ein. Darüber hinaus kommt es auch auf die Umgebung des Dorfes an.

Die Auftaktveranstaltung fand bereits im Juli statt. Ziel war es, viele Bürger zu motivieren, ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Der entscheidende Tag sollte nun die Wanderung der Bewertungskommission durch den Ort sein. Viele Bürger hatten sich angeschlossen, so zog sich bei schönstem Wetter ein „Lindwurm“ durch Holzhausen.

Bekannte Jurymitglieder

Ausgerüstet mit Namensschildern und Klemmbrettern und strengen Mienen marschierte die Bewertungskommission durch das Dorf. Ihr gehörten an: Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg, Heinrich Heiß und Werner Steinbach von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Landsberg. Ebenfalls aus der Kreisbehörde waren Landschaftsarchitekt Bernd Großmann, Kreisbaumeister Christian Kusch, Rainer Mahl und Kreisheimatpflegerin Heide Weißhaar-Kiem in der Jury vertreten. Vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten waren Monika Sedlmaier, Susann-Kathrin Huttenloher und Annemarie Pentenrieder in die Bewertungskommission delegiert.

Die Wanderung durch den Ort startete bei Regens Wagner. Deren Gesamtleiter, Ulrich Hauser, beeindruckte die Kommission nicht nur mit Zahlen. So betreibt die Sozialeinrichtung eine Schule für Menschen mit Behinderung für den gesamten Landkreis Landsberg und ist mit 600 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber im Ort. Bürgermeister Günter Först betonte, die Gemeinde habe das Gebiet bei Regens Wagner im Bebauungsplan als „Sondergebiet“ ausgewiesen, um zukünftige Projekte flexibel und leichter durchführen zu können.

Wie im Heimatfilm

Der Kommissionsweg führte weiter in die Zugspitzstraße. Die schmucken Einfamilienhäuser seien typisch für die Baugestaltung im Ort, erklärte der Rathauschef. Von dort aus ging es zur Brauerei, deren Ruf weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist. Pächter Rupert Rinninger betreibt die Gaststätte und den bekannten und vor allem Radlern bekannten Biergarten. Besondere Beachtung fand der Stammtisch im Lokal, der an einen Heimatfilm erinnert.

Dass Holzhausen eine lebendige Kirchengemeinde hat, musste Pfarrer Johannes Huber seinen Gästen nicht erst beweisen. Er stellte seine Kirche vor, die architektonisch an ein großes Zelt erinnert. Den Baustil begründete der Pfarrer mit dem Hinweis, „dass Gottes Volk unterwegs ist“. Die Gesangseinlagen einiger Gemeindemitglie­der fand den Beifall aller Kommissionsmitglieder.

Über das „grüne“ Holzhausen informierte Gemeinderatsmitglied Joachim Drechsel die Jury bei einem Blick in den Friedhof. Und mit Pauken und Trompeten empfing dann der Musikverein die Gäste vor dem Feuer­wehrhaus. Der Musikzug begleitete dann die Jury mit klingendem Spiel weiter zum Dorf­gemeinschaftshaus bei der Rindenkapelle, wo Günter Först noch eine Präsentation über seinen Ort zeigte.

Eigens für den Wettbewerb hatte Holzhausen eine schmucke Farbbroschüre entworfen, die in der Gemeindeverwaltung ausliegt. Sie ist streng nach den fünf Bewertungskriterien ausgerichtet.

Siegfried Spörer

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