Was steht noch bevor?

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Mehrausgaben von rund 100000 Euro: Das Organisationsgutachten sorgt weiterhin für Verstimmung bei den Stadträten.

Landsberg – Welche Konsequenzen aus dem Organisationsgutachten in der Stadt- verwaltung gezogen werden, wollte der Stadtrat jetzt genau wissen. Der Grund: „Unruhe im Personal und bereits erfolgte Kündigungen.“ In einem Antrag aller Fraktionen wurde Oberbürgermeister Mathias Neuner aufgefordert, darzustellen, was bereits passiert ist und was noch vor der Türe steht. Interessant beim jetzt erfolgten Vortrag im Stadtrat: Wurden bisher Stellen gekürzt, wird in näherer Zukunft offenbar wieder Personal aufgebaut.

In den Abteilungen, in denen durch Elternzeit, Verrentung oder Kündigungen Mitarbeiter fehlten, wurden diese zumindest teilweise aus anderen Bereichen abgezogen, wo laut Gutachten „Überhänge“ bestanden. In schönstem Verwaltungsdeutsch liest sich das in den Sitzungsunterlagen dann beispielsweise so: „Zuweisung 0,5 NK von Ref. 33 (Standesamt) zu Ref. 34 (Bauordnungsamt)“. 

Das bedeutet im Klartext nichts anderes, als dass ein Mitarbeiter inzwischen in der Hälfte seiner Arbeitszeit für eine zweite Abteilung tätig ist. Abgezogen wurde Personal (stets keine ganzen Stellen) auch aus dem Referat 36 (Sozialversicherung), dem Verkehrsüberwachungsdienst und dem Schul- referat. 

1,2 Stellen

Unter den „konkret in Planung befindlichen Maßnahmen“ findet sich eine weitere Kürzung. Im Oktober scheiden zwei Mitarbeiter aus dem Personalreferat aus, neu besetzt werden sollen dort nur noch 1,2 Stellen, heißt es in dem Papier aus der Verwaltung. Ansonsten ist viel von „ent- sprechendem Stellenmehrbedarf“ die Rede. 

Im Rechtsamt soll eine Teilzeitstelle aufgestockt werden, zudem wird die Vergabestelle in den „Zentralen Diensten“ angesiedelt (+0,5 Stellen), in der Abteilung 50 wird eine Vorzimmerkraft eingestellt (+0,5 Stellen), die VHS bekommt einen „weiteren HPM“ (das steht für „Hauptamtlicher Pädagogischen Mitarbeiter“, +0,66 Stellen). Zudem wird aus dem Personalreferat angekündigt, dass es durch Umgliederungen nach dem Gutachten auch dazu kommen könne, dass im Stadttheater ebenfalls „Personalmehrbedarfe“ entstehen. 

Diese Maßnahmen, „insbesondere auch Höhergruppierungen und Beförderungen“ sollen noch im Herbst dem Stadtrat vorgelegt werden, wenn es in nicht-öffentlicher Sitzung um die Stellenplanberatung für 2015 geht. Die Planungen der Verwaltung dürf- ten dann aller Voraussicht nach genehmigt werden, da die Stadträte in ihrem Antrag bereits geschrieben hatten, dass es Ziel sein müsse, „auch über 2015 hinaus eine effiziente Verwaltung unter Erhaltung der Mitarbeiterzufriedenheit und der bewährten Strukturen aufzubauen.“ 

Dementsprechend nahm das Gremium einstimmig „zustimmend Kenntnis“ vom Bericht der Stadtverwaltung – auch wenn zuvor eine Randnotiz bei mehreren Räten auf Unverständnis gestoßen war. Für den Winterdienst hat die Stadt kürzlich extern Arbeiten ausgeschrieben, obwohl das Orga- Gutachten einen Überhang von mehreren Stellen im Bauhof attestierte. „Natürlich haben wir geprüft, ob wir das nicht intern lösen können“, so Roland Schmid vom Personalreferat auf Nachfrage, „aber es ist niemand da, der dafür geeignet wäre.“

Christoph Kruse

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