Wanderbäume

Mobiles Grün für den neuen Hauptplatz

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Wanderbäume nach Freisinger Vorbild sollen im kommenden Jahr die Landsberger Altstadt zieren.

Landsberg – „Das ist kein dörflicher Platz mit einem Brunnen vor dem Tore!“ Bürger­meisterin Sigrid Knollmüller sagt’s und erfährt nicht die erhoffte Unterstützung, auch nicht vom Oberbürgermeister.

Mathias Neuner sowie neun weitere Ratsmitglieder votieren im Bauausschuss für den Einbau von vier Baumgruben für vier Platanen. „Die pflanzen wir dann auch“, betont der OB und spricht sich im nächsten Atemzug für „Wanderbäume“ aus. Diesem Konzept stimmt der Ausschuss ebenfalls mit 10:5 zu. Beide Beschlüsse sind Empfehlungen an den Stadtrat.

Die Bepflanzung des neuen Hauptplatzes betreffend scheint man sich selbst verwaltungsintern nicht ganz grün zu sein. Tiefbauchef Hans Huttenloher, den noch Ex-OB Lehmann mit der Federführung für den Umbau bedacht hatte, konzentrierte sich auf Beschlossenes: Im Bereich der Bushaltestelle sollten ursprünglich fünf, jetzt nur noch vier Bäume gepflanzt werden. Linden waren einst im Gespräch, dann Dachplatanen. Jetzt sollten laut Ratsbeschluss vom 23. Januar drei verschiedene Bäume – Magnolie, Gold-Blasenbaum, Blumenesche – in Kübeln auf dem fertiggestellten Hauptplatzbereich aufgestellt werden, um sich schließlich für eine Art entscheiden zu können. Pflanzzeit wäre im Herbst dieses Jahres gewesen. Vorab, und das stünde demnächst an, müssten für knapp 24000 Euro vier Pflanzgruben aus Beton eingebracht werden. Damit kann man verhindern, dass das Wurzelwerk der Bäume Leitungen beschädigt.

Stadtbaumeisterin Annegret Michler indes hat anderes im Sinn als ihr Referatsleiter. Die vier Baumgruben möchte sie zwar setzen, dann aber verfüllen und zupflastern – „Deckel drauf“ bis nach dem Ruethenfest 2015, erst dann wird bepflanzt. Im kommenden Jahr zu­­ nächst einen „Beteiligungsprozess Hauptplatz-Grün“ und parallel dazu zusammen mit dem Einzelhandel die Realisierung des Konzepts „Wanderbäume“.

Fakten schaffen?

Die Stadtbaumeisterin sorgte mit ihren Vorschlägen im Rat durchaus für Überraschung, aber auch für Verärgerung. Traudl Lüßmann (Grüne) etwa unterstellte, dass man wohl „durch die Hintertür Fakten schaffen“, sprich die Deckel auf den Gruben belassen und für immer auf die Bäume verzichten wolle. Diese Annahme kam nicht von Ungefähr, denn sowohl Bürgermeisterin Knollmüller (CSU) als auch Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker als erklärte Baumgegner hatten die „Wanderbäume“ als Kompromiss bezeichnet.

Mit ihrem Konzept orientiert sich Michler an den Erfahrungen der Stadt Freising. Für rund 16000 Euro habe man dort im vergangenen Jahr sieben bis neun „mobile Bäume“ an stets wechselnden Orten platziert. Damit wäre zumindest im kommenden Jahr mehr Grün in der Altstadt, warb die Stadtbaumeisterin, das sei eine Attraktion und somit auch positiv für den Einzelhandel. Die mindestens zwei Meter großen Kübel könnte man zudem als verkehrslenkende Maßnahme sowohl für den ruhenden als auch den fahrenden Verkehr einsetzen. Die Projektfinanzierung sei mit Hilfe der Städtebauförderung und Unterstützung des Einzelhandels bei der derzeitigen Finanzlage der Stadt machbar, so Michler. Zumindest im Bauausschuss sah man das ebenso.

Toni Schwaiger

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