Kopflose EVL-Zeit ist vorbei – Hans-Jürgen Böttcher ist offiziell EVL-Chef

urbulente Mitgliederversammlungen hat man beim EV Landsberg 2000 in den letzten Jahren öfter erlebt. Doch dieses Mal war alles anderes. Obwohl reichlich Zündstoff (Schulden, Nachwuchs, AG) vorhanden, ging das jüngste Treffen im Sport­zentrum äußerst friedlich von statten. Kein Wunder also, dass der bisherige Vize, Hans-Jürgen Böttcher, mit großer Mehrheit auf den Chefsessel des EVL 2000 gehoben wurde.

Bei der Wahl bekam Böttcher 59 Ja-Stimmen, sieben Enthaltungen und nur drei EVL-Mitglieder stimmten mit nein. Böttcher will nun zusammen mit Jochen Mörz und Joseph Keller den Verein in ruhigere Fahrwasser führen. Keller, der sich für den stellvertretenden Vorsitz be­worben hatte, bekam sogar 65 Ja-Stimmen. „Ich möchte dem Verein helfen, wo’s geht“, sagte der Berufssoldat bei seiner Antrittsrede. Am Anfang der Saison hatte er auf sich aufmerk­sam gemacht, als er mit großem Engagement das Sommerfest organisierte. Nichts neues gibt es dagegen auf der Position des Schatzmeisters. Da sich kein Bewerber zur Wahl stellte, übernahm Gert Knöpfle weiter kommissarisch das Amt – bis zu den nächsten Neuwahlen im Frühjahr. Fischer tritt zurück Dagegen muss sich der EVL einen neuen Jugendleiter suchen. Der bisherige Amtsinhaber, Toni Fischer, hatte dem Verein kurz vor der Mitgliederversammlung per e-Mail seinen sofortigen Rücktritt mitgeteilt. Auslöser waren offenbar zum einen die schwere Erkrankung seiner Frau, zum anderen aber auch Querelen innerhalb der Abteilung. So soll Fischer auf Drängen des Fördervereines eigenmächtig einen Nachwuchs­trai­- ner entlassen haben. „Wir haben ihm klar gemacht, dass das nicht geht, sondern nur die Vorstandschaft jemand entlassen kann“, wird Vereinschef Böttcher deutlich. Sauer aufgestoßen soll auch sein, dass Fischer seinen Unmut über die Zustände in der Abteilung über das Internet-Forum des EVL geäußert hat. „Das ist keine Art, Probleme kann man auch im persönlichen Gespräch lösen.“ Auch der stellvertretende Vorsitzende Jochen Mörz war auf das Thema Nachwuchs nicht gut zu sprechen. „Was hier in Landsberg abläuft, habe ich noch nirgendwo sonst erlebt". Auf den Punkt gebracht, kritisierte er das Auftreten einiger Eltern, die nur auf die Belange ihrer Kinder schauen. Eishockey sei aber ein Mann­- schaftsport und nur im Team könne man etwas erreichen. Mörz: „So wie’s jetzt läuft geht das nicht – lasst den Verein in Ruhe arbeiten!“ Gleich vier Leute sollen sich nun um die Abteilung kümmern. Neben Josef Keller sind Sebastian Wolsch, Oliver Gaw und Stefan Schindler dafür zuständig. Finanzlage katastrophal Die Nachwuchs-Abteilung ist aber nicht die einzige Baustelle, die der Verein momentan zu bewältigen hat. Zwar konnten die Schulden auf 312000 Euro gedrückt werden. Aber nur, weil Vereinsmitglieder auf ihre Dar­lehen in Höhe von 79400 Euro verzichtet haben. Steuerberater Norbert Endris warnte aber vor Jubelstürmen. „Die Freude ist verfrüht, weil wir noch mitten in der Saison stecken.“ Und EVL-Vize Mörz macht schnell deutlich, woran es momentan hapert: „Wir brauchen dringend Geld, dass die Liquidität für die nächsten Wochen gesichert ist.“ Hoffnung bereitet ihm aber „ein Gespräch, das Anfang Dezember in der Mitte Deutschlands stattfinden soll“. Mehr wollte Mörz noch nicht preisgeben. Nicht nur potenzielle Sponsoren, sondern auch die Mitglieder selbst sollen künftig zur Kasse gebeten werden. Erwach­- sene zahlen in Zukunft 80 statt 68 Euro – für Kinder werden 40 statt 32 Euro fällig. Kein Geld für AG Weiter eine Hängepartie gibt es bei der längst geplanten Ausgliederung der ersten Mannschaft. Nachdem die letzte Vorstandschaft per Beschluss das Geld aus der AG-Gründung in den Spielbetrieb fließen ließ, sind jetzt nur noch 6900 Euro davon übrig. „Wir wollen aber noch einmal eine PR-Offensive starten“, kündigte Ex-Vize Franz Fischer an. Sollten die vorgesehenen 100000 Euro nicht zusammenkommen, will man zumindest versuchen, eine GmbH zu gründen. Ein Vorhaben, an dem sich vor Jahren bereits Ex-Clubchef Ronald Kelm-Kläger die Zähne ausgebissen hatte.

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