Kräftiges Rot ohne Ausreißer – Städtische Werke schreiben 1,9 Millionen Euro Verlust

Die beiden Tiefgaragen, das Inselbad und die Fernwärme lasten schwer im Zahlenwerk der Städtischen Werke. So hat es die Mitglieder nicht groß verwundert, dass in der Jahresbilanz 2008 unter dem Strich ein dickes Minus steht: 1,9 Millionen Euro – verursacht in erster Linie durch kräftige Investitionen und dringend nötige Sanierungen. Insgesamt aber habe es in den einzelnen Arbeitsbereichen „keine großen Ausreißer“ gegeben, betonte der Kaufmännische Leiter, Bernhard Langert.

Das dickste Minus fuhren die Tiefgaragen Schlossberg und Lechstraße mit insgesamt 965 Stellplätzen ein. Die Umsatzerlöse seien mit 856156 Euro auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr geblieben, betonte Langert, und große Steigerungen auch nicht mehr zu erwar- ten. „Nahezu ausgelastet“ seien die beiden Stadtgaragen. Dass unter dem Strich 1,1 Millionen Euro Verlust steht, habe größtenteils mit den Sanierungen zu tun. Allein fürs Parkdeck B der Schlossberggarage seien 340000 Euro angefallen, die in vollem Umfang in die Jahresbilanz einfließen. Die in 2008 begonnenen Arbeiten in der Tiefgarage Lechstraße – aktuell wird abgedichtet – kommen noch hinzu. Den finanziellen Kraftakt fürs Parken in der Altstadt rückte der Oberbürgermeister sogleich in den Vordergrund seiner Anmerkungen. „Bei 1,1 Millionen Euro für beide Tiefgaragen kann uns keiner vorwerfen, nichts für die Innenstadt zu tun“, so Ingo Lehmann (SPD). Jeden der rund 550000 Parkvorgängen fördere die Stadt mit zwei Euro. „Nach den Kindergärten ist das unsere zweithöchste Förderung.“ Warme Momentaufnahme An zweiter Stelle in der Minus-Liste der Städtischen Werke rangiert der Bereich Fernwärme. Hier steht ein Verlust von 381000 Euro zu Buche. „Nur eine Momentaufnahme“, beruhigt Langert. Grund: Die im November für 2,1 Millionen Euro fertiggestellte Hackschnitzelheizung am Bauhof müsse erst noch richtig anlaufen. Seit Juni bringe die Anlage zur Versorgung der nahen Einrichtungen von Stadt, Landkreis und Bezirk eine monatliche Pacht von 12000 Euro. „Das macht dann auf der Einnahmenseite 150000 Euro mehr“, blickte Langert voraus. Eine durchaus zufrieden stellende Bilanz zog der Kaufmännische Leiter für das Inselbad. Zwar sei der Badesommer nicht berauschend gewesen, doch dürfe man die 367000 Euro Defizit durchaus noch als „Erfolg“ bezeichnen. Erst bei mehr als 400000 Euro in Rot, müsse man sich Gedanken machen. Einen gestiegenen Jahresumsatz von 2,8 Millionen Euro schrieben die Städtischen Werke beim Trinkwasser – obgleich der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um 100000 Kubikmeter zurückging. Unter dem Strich stehen 150000 Euro Gewinn. Ein geringerer Wasserverbrauch führt übrigens keineswegs zur Senkung der Gebühren, „weil die Fixkosten die selben bleiben“, so Lehmann. Der Trend zum Wasserspa- ren hält nach wie vor an. 1990 etwa verbrauchten die 20000 Lechstädter rund 1,46 Millionen Kubikmeter, heute benötigen 28000 Einwohner nur 1,56 Millionen Kubikmeter. Höhere Aufwendungen bei geringerer Einleitungsmenge führten beim Abwasser zu weniger Umsatz, 3,7 Millionen Euro, und 148000 Euro Verlust. Rote Zahlen auch bei der Stromerzeugung im Mühlbach. Das „ökologische Feigenblatt fürs Lechwehr“ (Werkleiter Norbert Köhler) fuhr dank langfristig geschlossener Verträge einen Verlust von 65000 Euro ein.

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