In einer Stunde viel Gutes tun

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Sabine Krämer, Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe Dießen: „Wir brauchen dringend tatkräftige Helfer!“

Dießen – Die Nachbarschaftshilfe in Dießen hilft inzwischen so vielen Menschen, dass sie nun selbst Unterstützung braucht: Es fehlen ihr nämlich Helfer, wobei insbesondere das starke Geschlecht schwer nachgefragt sind. „Auch mit nur einer Stunde in der Woche kann jeder in seinem Umfeld viel Freude bereiten und so zu einem gesellschaftlichen wertvollen Miteinander beitragen“, so Sabine Krämer, Leiterin der Nachbarschaftshilfe, „und mal ganz ehrlich, diese Stunde hat im Grunde jeder.“ Warum also nicht mal runter vom Sofa und in nur einer Stunde für sich und andere Gutes tun?

Der soziale Zusammenhalt gilt als eine Stärke des ländlichen Raums. Dennoch entstehen in der wohnortnahen Ver­sorgung aus verschiedenen bekannten Gründen zunehmend Lücken, die häufig nur durch bürgerschaftliches Engagement zu schließen sind. Das hat auch Sabine Krämer aus Riederau erkannt und vor gut einem Jahr in Dießen eine Nachbarschaftshilfe auf die Beine gestellt. Dass sie damit ins Schwarze getroffen hat, belegt die rasch steigende Anzahl der Bitten um Unterstützung. „Das Angebot der Nachbarschaftshilfe hat sich schon so gut herumgesprochen, dass immer mehr Anfragen kommen, wir aber inzwischen zu wenig Helfer haben,“ sagt die Vorsitzende.

Die Nachbarschaftshilfe Dießen bietet in schwierigen Situationen schnelle und unkomplizierte Hilfe, wenn bestimmte anfallende Arbeiten vorübergehend nicht selbst bewältigt werden können. Klassische Putzfrauen, Krankenschwestern oder Kindermädchen fallen allerdings definitiv nicht darunter. Auch die Reparatur von Elektrogeräten, Aufträge, die in die Zuständigkeit von Handwerksbetriebe gehören, oder aber wiederkehrende Arbeiten wie Gartenarbeit sind von den ehrenamtlichen Einsätzen ausgenommen. Leistungen und Hilfestellungen, für die staatliche oder caritative Einrichtungen wie etwa Familienhilfe und Schuldnerberatung oder Hausaufgabenbetreuung da sind, bleiben ebenfalls außen vor.

Die ehrenamtlich Tätigen übernehmen je nach ihren persönlichen Interessen und Fähigkeiten unterschiedliche Aufga- ben wie etwa Begleitung zum Arzt oder in die Klinik, kleine Besorgungen und Einkäufe, Begleitung beim Spaziergang oder auch Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen. „Neben diesen wichtigen Alltagshilfen sind es gerade die persönlichen Kontakte und die gemeinsamen Erlebnisse mit anderen, die einem Menschen trotz zunehmenden Alters, trotz Krankheit, trotz Behinderung oder anderer persönlicher Probleme ein Stück mehr Lebensqualität vermitteln“, so Krämer. Als weitere Tätigkeiten kommen das Auswechseln von Glühbirnen, Gardinen ab- und aufhängen, mal einen Dübel in der Wand bringen, Hilfe, wenn der Wasserhahn tropft – oder ähnliche Aufgaben, für die kein Handwerker tätig wird, infrage. „Und manchmal reicht auch ein Kaffeeklatsch-Besuch um Vereinsamung zu verhindern.“

„Die ehrenamtlichen Helfer gehen keine feste Verpflichtung ein“, betont die Vorsitzende, „alles geschieht auf freiwilliger Basis.“ Überhaupt könne jeder selbst sein zeitliches Engagement sowie Umfang und Art der Tätigkeit selbst bestimmen. Alle seien außerdem „selbstverständlich in dieser Zeit versichert, sie bekommen Auslagen ersetzt und erhalten bei Bedarf Unterstützung“. Darüber hinaus ist Sabine Krämer der gegenseitige Erfahrungsaustausch bei den regelmäßigen Teamtreffen sowie ein „offenes und vertrauensvolles Miteinander und Freude am gemeinsamen Tun“ sehr wichtig.

„Jetzt fehlt nur noch der Sprung vom Sofa“, sagt Sabine Krämer. Wer eine wertvolle Aufgabe übernehmen möchte: Telefon 08807/91878 oder E-Mailinfo@nachbarschaftshilfe-diessen.de.

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