Gut acht Einsätze täglich

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Freude nach der Überreichung der Feuerwehr-Ehrenkreuze (von links): Kreisbrandrat Johann Koller, Johann Hagenbusch, Egon Grandl, Norbert Frank, Walter Fellner, Bruno Tschinkl, Landrat Thomas Eichinger und Dr. Rüdiger Sobotta.

Landkreis – Genau 3.040 Mal haben die 71 Freiwilligen Feuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes Landsberg im vergangenen Jahr ausrücken müssen – das macht im Schnitt 8,3 Einsätze pro Tag. Zwar waren hier gottlob 244 Fehlalarme dabei, aber bei 452 Bränden musste ordentlich gelöscht werden und 1.655 Mal waren technische Hilfeleistungen wie bei Verkehrsunfällen gefragt.

Diese Zahlen gab Kreisbrandmeister Johann Koller am Freitag bei der jährlichen Verbandsversammlung in der Bayerischen Verwaltungsschule Holzhausen bekannt. Zu der Veranstaltung der Dachorganisation der Landkreis-Feuerwehren waren die Kommandanten samt Stellvertretern der einzelnen Wehren gekommen, dazu Vertreter vom Roten Kreuz, der Polizei und des Technischen Hilfswerks. Koller konnte auch zahlreiche Bürgermeister begrüßen, darunter der frisch gekürte CSU-Bundestagskandidat Michael Kießling aus Denklingen.

Landrat Thomas Eichinger dankte den Floriansjüngern für die geleistete Arbeit und das Gefühl, dass sich die Menschen im Landkreis sicher fühlen. Engagierte Ausbildung in den ehrenamtlichen Strukturen, unermüdliche Einsatzbereitschaft neben dem Beruf und beste Ausrüstung seien die Garanten dafür.

Dem schloss sich Dr. Rüdiger Sobotta aus Penzberg an, der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern. Er lobte die nicht versiegende Motivation der Feuerwehren im Landkreis Landsberg, die im Jahr 2015 auf 38.250 Einsatzstunden kamen. Darunter sei viel „Tagesgeschäft“ wie Ölspuren nach Unfällen beseitigen, umgestürzte Bäume wegräumen oder vollgelaufene Keller auspumpen.

Kreisbrandrat Johann Koller rief dazu auf, die Nachwuchsarbeit in den Gemeinden zu forcieren. Zwar seien 526 junge Leute in den Jugendfeuerwehren aktiv, darunter 125 Mädchen. Trotzdem sei die Tendenz in den letzten Jahren fallend, so dass hier Handlungsbedarf bestehe. Bei den aktiven Erwachsenen lag der Mitgliederstand Ende 2015 bei 2.648 Männern und 271 Frauen.

Geehrt

Im Mittelpunkt der jährlichen Dienstversammlungen stehen Ehrungen und Auszeichnungen für besonders verdiente Feuerwehrleute. Landrat Thomas Eichinger konnte die Kommandanten Markus Schmid (Hurlach) und Franz Weber (Penzing) beglückwünschen. Beide sind seit zwölf Jahren an vorderster Front aktiv. Für seine langjährige Tätigkeit als Leiter der Kreiseinsatzzentrale wurde Reinhard Bauer geehrt.

Das Bayerischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielten Bruno Tschinkl von der Freiwilligen Feuerwehr Oberbergen, Walter Fellner (Windach), Norbert Frank (Holzhausen) und Egon Grandl (Walleshausen). Johann Hagenbusch, Kreisbrandmeister in der Inspektion Landsberg und Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Leeder, bekam schließlich das Goldene Ehrenkreuz ans Revers geheftet. In seiner Laudatio sagte Koller: „Hagenbusch ist seit 1978 aktives Mitglied der Feuerwehr Leeder und seit 1994 Kreisbrandmeister im Landkreis. In seinen Aufgabenbereich fallen Aus- und Fortbildung der Schiedsrichter sowie die Einteilung der Prüfer zu den Leistungsprüfungen. Bei mehreren großen Brandeinsätzen hat er sich als umsichtiger Einsatzleiter bewährt. Ebenso führt er als Kassier des Kreisfeuerwehrverbandes äußerst gewissenhaft die Kassenverwaltung und Vereinsangelegenheiten. Sein langjähriger und vorbildlicher Einsatz für das Feuerlöschwesen wird mit dem Ehrenkreuz in Gold in würdigungsvoller Weise zum Ausdruck gebracht.“

Der Reigen der Ehrungen wurde mit der Überreichung von Urkunden „für besondere Verdienste um das Feuerlöschwesen in Bayern“ beendet. Dr. Reinhard Kolke, dem Leiter des ADAC-Technikzentrums Landsberg, wurde für die Bereitstellung von Serienfahrzeugen gedankt, die zuvor auf der Crashtestanlage mit unterschiedlichen Unfallmustern beaufschlagt wurden. Bei den anschließenden Schneidübungen mit technischen Rettungsgeräten können die Feuerwehrleute neue Zugangstechniken erproben und umsetzen. Dank dieser Übungen konnte schon manches Unfallopfer schnell aus dem Auto befreit und damit gerettet werden.

Und das Landsberger Busunternehmen Eisele, vertreten durch Werkstattmeister Gökmen Ficilar, zeichnete sich aus durch die Bereitstellung von ausgesonderten Gelenkbussen, wo der Einsatz von Rettungsmitteln geübt werden konnte. Bei einer Alarmübung „Schulbusunfall mit 40 Verletzten“ wurden diese Erkenntnisse erfolgreich umgesetzt. Schließlich erhielt der Fernsehjournalist (BR) und Kinobesitzer Rudolf Gilk aus Landsberg eine Urkunde für seine informativen Filmberichte über das große Einsatzspektrum der Feuerwehren. In seinem Olympia-Filmtheater spielt er auch Infospots des Landesfeuerwehrverbandes Bayern zum Thema Ehrenamt und Nachwuchsgewinnung.

Im Rahmen seines Jahresberichts ging Johann Koller noch auf das geplante Feuerwehrausbildungs- und Dienstleistungszentrum im möglichen Standort Industriegebiet Pürgen ein. Er erläuterte die möglichen ersten drei Bauabschnitte.

Da der Kreisfeuerwehrverband Landsberg als Verein organisiert ist, rundeten die Berichte von Kassenwart und Kassenprüfer das offizielle Programm ab, das mit der Entlastung der Vorstandschaft endete.

Dieter Roettig

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