Lange genug hinausgezögert

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Aus allen Nähten platzt das Landratsamt Landsberg – nun werden die Planungen aus 2009 für eine Erweiterung wieder aufgenommen.

Landsberg – Das Geld für die Planung (30000 Euro) ist schon einmal bewilligt, es wird also ernst mit der Erweiterung des Landratsamtes. Man platze aus allen Nähten, begründete Landrat Walter Eichner das Vorhaben. Die Kosten für den Umbau sollen zwischen 1,35 und 1,8 Millionen Euro liegen.

Die Kosten variieren, je nachdem, welche der beiden Varianten man wählt. Optimal ist keine der beiden Möglichkeiten, die zur Wahl stehen. Viel spricht für den (teureren) Neubau eines Südflügels, der auch direkt an das bestehende Gebäude angebunden würde. Allerdings müsste dazu das ehemalige Landratswohnhaus abgebrochen werden und viele Angestellte während der Bauzeit übergangsweise in anderen Räumen untergebracht werden.

Den ermittelten Raumbedarf (rund 460 Quadratmeter) würde man allerdings nicht ganz decken können, da der Vergrößerung um 530 Quadratmeter der Wegfall der Räume im Wohnhaus entgegensteht. Auch bei Variante zwei bleibt eine Bedarfslücke: Dabei wird das bestehende Hauptgebäude um eine weitere Etage „aufgestockt“, ausgeführt werden könnte das Vorhaben in Modul- und Holzrahmenbauweise. 

Diese Variante wäre um rund 500000 Euro günstiger, allerdings müsste das Wohnhaus weiter genutzt werden. Auch bei dieser Erweiterung um rund 400 Quadratmeter würde eine Lücke bleiben, zumal die Verwaltung darauf hinweist, dass bei allen Berechnungen lediglich der „aktuelle Bedarf ohne Reserven“ behoben werden könne.

Vorsichtig denkt man deshalb auch über eine „große Gesamtlösung“ nach, in der beide Varianten zusammengefasst werden könnten. Auch wenn fraglich ist, ob der Kreistag dafür die nötigen Millionen lockermacht, dürfte unstrittig sein, dass an der Von-Kühlmann-Straße etwas getan werden muss. Derzeit verteilen sich die Angestellten auf insgesamt sechs Gebäude in der ganzen Stadt, wobei der Kreis teilweise Eigentümer ist, teilweise die Räume nur angemietet hat.

Im sogenannten „Rucksack-Anbau“ am Hauptgebäude sollen nach einer Erweiterung, egal, welche Variante man wählt, keine Mitarbeiter mehr dauerhaft untergebracht werden. Dort ist das Raumklima zu schlecht, die Wärmedämmung nicht ausreichend und der Kreis will sich auch einen „kostspieligen Fenstertausch“ sparen, der ansonsten in näherer Zukunft an­stehen würde.

Ursprünglich wollte man mit den Planungen schon wesentlich weiter sein, doch im Jahr 2009 (aus dem auch alle Kostenschätzungen stammen), entschied man sich dafür, das Projekt erst einmal auf Eis zu legen. Im Haushalt war das Geld schlicht nicht da, andere Dinge hatten zudem Vorrang. „Wir haben es damals zurückgestellt, weil uns die Schulbauten wichtiger waren“, so Landrat Eichner, der im Kreisausschuss einhellige Zustimmung fand.

„Das Stammgebäude wurde gebaut, als der Landkreis noch 70000 Einwohner hatte“, erinnerte sich Dr. Manfred Rapp, „heute sind wir bei 115000, die Aufgaben nehmen ständig zu, der objektive Bedarf ist mit Sicherheit gegeben.“ Genauso sah das Ruth Sobotta: „Wir haben’s jetzt lange genug hinausgezögert.“ Monika Groner bat darum, bei einer Erweiterung „nach der neuesten Klimaschutzverordnung“ zu bauen, was Eichner als „selbstverständlich“ zusicherte und weiter meinte: „Wir verlangen von unseren Mitarbeitern gute Arbeit, da müssen wir auch gute Bedingungen anbieten“, das sei momentan teilweise nicht mehr möglich. 

Auf Grundlage der Vorarbeiten aus dem Jahr 2009 wird nun „ergebnisoffen“ geplant, dann soll entschieden werden, ob das Projekt möglicherweise schon in den Kreishaushalt 2014 aufgenommen wird.

Christoph Kruse

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