Die Kriminalstatistik 2009 beruhigt

Apfeldorf ist der sicherste Ort im Landkreis Landsberg. Das ergibt die Kriminalstatistik 2009, die Alfred Geyer, der Leiter der Polizeiinspektion Landsberg am Mittwoch vorgestellt hat. Aber nicht nur die Apfeldorfer können einigermaßen beruhigt durchs Leben gehen – in den anderen Teilen des Landkreises wohnt man ebenfalls recht sicher. Geyer hat aufgrund bekannt gewordener Straftaten errechnet, wie oft Bürger im hiesigen Landkreis durch Kriminalität gefährdet sind: Mit 3740 liegt die Häufigkeitszahl bekannt gewordener Straf­taten, bei uns deutlich niedriger als im Landkreis Fürstenfeldbruck (4070) oder in Dachau (4100).

Gefährlicher ist es aber auch direkt in der Stadt Landsberg sein: Geyer nennt für die Lechstadt eine Häufigkeitszahl von 6881, und spricht dabei von importierter Kriminalität: In das Mittelzentrum Landsberg und weil die nächst größeren Städte Augsburg und München weiter entfernt lägen, strömten auch viele Straftäter und so erhöhten sich die Delikte. „Es gibt keine großen Ausreißer in der Statistik ’09“, sagt Geyer. Mit 4254 Straftaten im Landkreis und 3387 im Bereich der Polizeiinspektion Landsberg sind die Zahlen ähnlich der in den vergangenen Jahren. „Wir machen jeden Tag eine Art Lagearbeit, um Tendenzen und Brennpunkte zu erkennen“, erklärt er den Sinn dieser Erhebungen. Die Mitarbeiter der PI Landsberg haben 2009 rund 19000 Vorgänge bearbeitet, 54 pro Tag. Dabei kann sich ihre Aufklärungsquote sehen lassen, denn die sei mit 63,12 Prozent zum Beispiel besser als die der angrenzenden östlichen Landkreise. „Das ist ein Verdienst unserer Mitarbeiter und deren professioneller Arbeit“, lobt der Dienststellenleiter. Erfolgreiche Aufklärung Die häufigsten Delikte im Bereich der Landsberger Polizei sind Diebstähle (31 Prozent). Erfreulich ist für die Lechstädter dabei, dass nur noch elf Autos (2008 waren es 16) gestohlen wurden und 22 Einbruchsdiebstähle in Wohnungen (2008: 49) zu verzeichnen sind. Das liege daran, dass die Autos immer sicherer werden. Bei den Wohnungen sind froh, dass sich die Polizeibeamten, dass ihre Maßnahmen, zum Beispiel die Bürger aufzuklären, offensichtlich Wirkung gezeigt haben. Laut Statistik folgen nach den Diebstählen Betrugsdelikte mit 21 Prozent. Bei den insgesamt 1472 Tatverdächtigen liegt der Anteil ausländischer Bürger (17,4 Prozent oder 256 Tatverdächtige) überproportional hoch, denn der Bevölkerungsanteil der im Landkreis lebenden Ausländer macht nur sechs Prozent aus. Interessant dabei auch, dass etwa 31,86 Prozent der Tatverdächtigen gar nicht im Landkreis Landsberg wohnen und damit auch sie die „Kriminalität importieren“, wie Alfred Geyer sagt. Probleme machen den Polizisten die sinkenden Hemmschwellen der Bürger: beim Alkoholkonsum merken sie das – wenn getrunken wird bis zum Exzess. Verhindern lasse sich dies durch Zeitbeschränkungen bei Veranstaltungen. Doch es sei schwierig, das Ende eines Festes auf 3 Uhr nachts zu erwirken. Viele Veranstalter wollten eben bis um 5 Uhr Getränke verkaufen, wissen Geyer und Polizei-Mitarbeiter Jürgen Huhndorf und wundern sich, dass so nicht selten der Kommerz über den Jugendschutz gestellt wird. Seit Jahren seien daher alkoholisierte Straftäter großes Thema: Rund 13 Prozent aller Straftraten bezogen auf die Polizei­- inspektion Landsberg wurden 2009 unter Alkoholeinfluss begangen – bei Körperverletzungen waren 30 Prozent der Täter betrunken. Bei der Jugendkriminalität wer­den am häufigsten Ladendiebstähle (37 Prozent) festgestellt, darauf folgen Körperverletzungen und auch Rausch­gift­- delikte. Zu diesen Verstößen gegen das Gesetz erklären die Beamten, dass sich die Szene in den privaten Bereich zurückgezogen habe und deswegen schwieriger zu kontrollieren sei als vor Jahren, wo mehr auf öffentlichen Plätzen verkauft und konsumiert wurde. Straftaten wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub und gefährliche sowie schwere Körperverletzung, die als Gewaltdelikte gelten, wurden in 2009 weniger registriert. 77 Fälle sind es im Raum Landsberg – 2008 waren es 75. Landkreisweit liegt diese Zahl bei 95. Dabei würden häufiger schwere Straftaten verübt, wie der Polizeichef Geyer erklärt. Unter den 87 Tatverdächtigen bei der Gewaltkriminalität fielen im letzten Jahr weniger Jugendliche (zehn) auf. Ihr Anteil sank um rund neun Prozent. Häusliche Gewalt stieg laut Statistik. Meist sind es Übergriffe gegen Frauen. Grund ist, laut Geyer, das Anzeigeverhalten. Mehr Betroffene trauen sich heute, Delikte wie Nötigung, Bedrohung anzuzeigen. Gewalt gegen Polizeibeamte ist ein anderes Phänomen. „Wir spüren das am eigenen Leib“, erklärt Geyer: So wurde 2009 13-mal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gezählt. Drei Polizisten wurden leicht verletzt und zweimal setzten die Täter eine Schusswaffe gegen Beamte ein. Was der Landsberger Polizei noch auffällt, ist der fehlende Respekt, der oft mit Alkoholkonsum einherginge.

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