Wieder auf Wanderschaft

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Damit die Erdkröten und weitere Amphibien im Frühjahr unversehrt zu ihren Laichgewässern kommen, stellt unter anderem der Landkreis Krötenzäune auf und während der Nachtstunden sind einige Kreis- und Staatsstraßen gesperrt.

Landkreis – Es ist wieder so weit: Frösche und Kröten erwachen durch die milden Temperaturen schon bald aus der Winterruhe. Die Amphibien wandern dann zu ihren Laichgewässern, doch beim überqueren viel befahrener Straßen im Landkreis droht Gefahr – nicht nur für die Tiere.

Das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde, der Landesbund für Vogelschutz und viele engagierte Helfer stellen deswegen Krötenzäune auf. Einige Straßen im Landkreis werden für die Zeit der Wanderungen während der Nachtstunden komplett gesperrt. Die Amphibien wandern meist bei Nacht und suchen jedes Frühjahr genau das Gewässer auf, in dem sie selbst die Wandlung von der Kaulquappe zum Frosch oder zur Kröte durchgemacht haben. „Um die Seen oder Tümpel zu erreichen, müssen sie häufig Straßen überqueren – eine tödliche Gefahr“, sagt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes. Im Landkreis befinden sich zwölf Amphibienwanderwege, die stark befahrene Straßen kreuzen. „Um dort den Tieren ein sicheres Erreichen der Laichge­wässer zu ermöglichen, lässt die Naturschutzbehörde des Landratsamtes immer im zeitigen Frühjahr Krötenschutzzäune aufbauen“, erklärt Müller. „Ohne die Zäune würden auf den Straßen massenhaft Amphibien getötet werden und es würde dort zu stark rutschigen Fahrbahnen kommen.“ Die Schutzmaßnahmen dienen somit nicht nur der Rettung der Tiere, sondern auch der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer.

Die Wanderstrecken werden von engagierten Natur- und Tierschützern sowie Bürgern in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Landsberg und der Naturschutzbehörde des Landratsamtes, zuverlässig betreut. „Über einen Zeitraum von mehreren Wochen werden die Zäune morgens und abends überwacht und die Tiere eingesammelt“, berichtet Müller. „Durch diese Arbeit wurde auch im letzten Jahr wieder ein großer Erfolg erzielt.“ Rund 16510 Amphibien wurden sicher über die Straße zum Laichgewässer gebracht. Ab sofort werden die Ortsverbindungsstraßen Windach-Achselschwang und Issing-Detten-schwang zum Schutz der Amphibien während der Nachtstunden komplett gesperrt und der Verkehr umgeleitet.

Auf den Kreisstraßen LL 7 bei Geretshausen, LL 6 bei Thaining und auf der LL 17 bei Dienhausen wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 40 beziehungsweise 30 Stundenkilo­- metern in jeweils beiden Fahrtrichtungen beschränkt. Das gleiche gilt auf den Staatsstraßen 2056 bei Hagenheim und 2055 bei Rott. „Selbst wenn Amphibien nicht direkt überfahren werden, kommen viele beim Überqueren der Straßen ums Leben. Es ist der Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn, der die Kröten zerquetscht oder sie platzen lässt.“ Hilfreich sei da nur langsames Fahren. „Eine echte Überlebenschance haben die Tiere bei reduziertem Tempo von etwa 30 Kilometern pro Stunde“, erklärt der Pressesprecher. 

Auch im Garten

In Bayern gibt es 19 verschiedene Amphibienarten – seltenere Arten leben in Auen, Wäldern und Feuchtgebieten. Andere Arten können von jedem hautnah auch in Dörfern und Städten beobachtet werden. Im Landkreis leben vor allem Erdkröten, gefolgt von Laub- und Grasfröschen. „Beim Landlebensraum sind Erdkröten nicht besonders wählerisch, das Spektrum reicht von Wäldern über Wiesen, Felder bis zu Weiden“, erklärt Wolfgang Müller. Sehr häufig finde man sie auch in Gärten, wo sie manchmal auch in Gartenteichen ablaichen, wenngleich sie eher größere Gewässer bevorzugen.

„Die Naturschutzbehörde freut sich über die relativ stabile Entwicklung der Amphibienpopulationen im Landkreis“, berichtet Müller. Das sei vor allem auf die alljährlichen und umfangreichen Schutzaktionen im zeitigen Frühjahr zurückzuführen. Alle heimischen Amphibien seien besonders geschützt nach dem Bundesnaturschutzgesetz und dürften nicht aus der Natur entnommen, verletzt oder gar getötet werden. Das gelte auch für ihre Entwicklungsformen, also der Laich oder später die Kaulquappen.

Für alle Fragen rund um Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander: Jürgen Wohlrab, Landratsamt Landsberg, Telefon 08191/129-320.

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