Kuchen begeistert Regisseur

Macht der Apfelkuchen von Klara Gilk so lustig? Wie auch immer, Marcus H. Rosenmüller (links) und Franz Bauer hatten bei der Präsentation von „Wer's glaubt, wird selig“ im kühlen Olympia-Filmtheater viel Spaß. Foto: Kruse

Kinowetter hat am Wochenende zweifelsohne nicht geherrscht. Wer sich am Sonntag bei Gluthitze dennoch für Marcus H. Rosenmüllers neuen Film „Wer's glaubt, wird selig“ im kühlen Olympia-Filmtheater entschied, hatte dennoch alles richtig gemacht: Die leicht schwarzhumorige Komödie ist einer der besten deutschen Filme des Jahres. Der blendend gelaunte Regisseur war höchstselbst angereist, um sich Presse und Publikum offen und ohne Kontaktscheu zu stellen. Und das Inselbad war sowieso mit Augsburgern überfüllt.

„Lang hat's gedauert, bis ich einmal nach Landsberg kommen durfte“, sagte Rosenmüller, dessen Erinnerungen an die Lechstadt bisher auf einige Fußball-Derbys gegen den TSV mit dem Haushamer Nachwuchs beschränkten. „Aber ich werde jetzt sicher öfter hier sein“, versprach der 39-Jährige, der gleich noch kräftig für die Aufführungsstätte warb: „Bei euch bauen's jetzt ja in der Peripherie auch so komische Gebäude hin, hab ich gehört. Da geht's bitte nicht hin. Das hier sind die Kinos, in die man geht und in denen meine Filme laufen sollen“, meinte Rosenmüller. Im Gespräch mit dem KREISBOTEN verriet er dann auch, dass sein neuestes Werk zwar wieder urbayerisch ausgefallen ist – ursprünglich aber ganz woanders angesiedelt war. Laut Originaldrehbuch von Jeremy Leven (Rosenmüller: „Jetzt kann ich also sagen, der Robert Redford und ich haben den selben Autor.“) spielt die Geschichte im US-Bundesstaat Vermont. Das Buch kauften die Produzenten in Cannes und boten es dem Bayern an. Kein Problem für Rosenmüller: „Berge haben wir, Skiorte auch.“ Die Finanzierung war ebenso gesichert. Seit seinem Erfolg „Wer früher stirbt, ist länger tot“ fällt sie deutlich leichter, auch wenn er betont: „Man muss sich immer wieder aufs Neue beweisen.“ Für drei Monate Vorbereitung war auf jeden Fall genügend Geld da, in gerade mal 38 Drehtagen binnen zweier Monate wurde das Ganze dann verwirklicht. Das bedeutet dann für alle Beteiligten durchaus mal 14-stündige Arbeitstage, für Franz Bauer, der ebenso nach Landsberg gekommen war, aber kein Problem: „Rosi schafft es durch seine Art, die Leute so zu motivieren, dass man das gerne macht und immer noch Spaß dabei hat.“ Zwar mimt Bauer in dem Streifen selbst den Metzger Sigi Fischer, ihn als Schauspieler zu bezeichnen, wird der bunten Lebensgeschichte des jungen Münchners allerdings nicht so richtig gerecht. Rosenmüller entdeckte den damaligen Maschinenbaustudenten in seinem Lieblingsrestaurant kellnernd: „Café Pini, Klenzestraße, Rote-Beete-Suppe vierfünfzig, mit Forellenfilet fünffünfzig“. Zumindest in punkto Film dürften seine Chancen da nicht schlecht stehen, Rosenmüller ist bekannt dafür, gerne wieder auf Leute zurückzugreifen, mit denen er bereits gearbeitet hat. Nicht festlegen lassen will er sich allerdings auf das Genre „bayerische Komödie“. „Meine Abschlussarbeit an der Filmhochschule ist in Indien entstanden und ich kann mir durchaus vorstellen, demnächst wieder einmal zu beweisen, dass ich gute Filme nicht nur auf Bayerisch machen kann“, verrät der Regisseur. Das neue Projekt ist bereits angelaufen: Rosenmüller hat sich die Rechte an der Lebensgeschichte von Bert Trautmann gesichert. Der deutsche Fußball-Torhüter wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bei Manchester City zur Legende und als erster Ausländer überhaupt zum Spieler des Jahres gewählt. „Ich war schon eine Woche in Valencia und habe ihn interviewt“, berichtet Rosenmüller. „Bis wir anfangen können, dauert es sicher noch ein Jahr.“ Bei dem Apfelkuchen… Eventuell sieht man den 39-Jährigen dann zur Vorstellung seines nächsten Werkes wieder in Landsberg, den Angelhaken hat Klara Gilk, Ehefrau von Olympia-Filmtheater-Chef Rudolf Gilk, offenbar schon ausgeworfen: „Bei dem Apfelkuchen muss ich ja fast wieder kommen“, schmunzelte der Erfolgs-Regisseur. Christoph Kruse

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