Kleine Fenster für regionale Kunst

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Die Fotoinstallation „Atlas und Amazonen“ von Lukas Schramm wird bald das Dießener Rathaus schmücken.

Dießen – Originelles kann man heuer wieder bei der 6. Produzentenausstellung „das kleine format“ im Blauen Haus sehen und erleben. Im Publikumsranking, das über den Ankauf eines Werkes durch die Gemeinde entscheidet, lag die Fotoinstallation „Atlas und Ama­zonen“ von Lukas Schramm vorne.

Sechs „Amazonen“ werden also bald das Dießener Rathaus schmücken. Die nackten Rücken von einem halben Dutzend Frauen stehen in der Foto­- serie des Absolventen der Hochschule für angewandte Wissenschaften München im Mittelpunkt. Ihre Hautfarben chargieren von hell bis dunkel und bilden vor schwarzem Hintergrund einen reizvollen Farbverlauf. Gesichter sind nicht zu sehen, aber auch ein Rücken erzählt, wie im Mythos von Atlas, Bände.

Reizvoller Mittelpunkt der Schau sind einmal mehr die Skulpturen, pure Lebensfreude, das sind die Schweine von Ilse Bill. Die tierischen Bronzefiguren tanzen, machen Handstand, setzen zum Startsprung an. Eine Viecherei, die den Betrachter schmunzeln lässt. Niki Dambat hat „das kleine Format“ ihrerseits absolut wörtlich genommen. Sie zeigt reizvoll zarte Gemälde im Bierdeckelformat.

Zu den zahlreichen Hinguckern gehören auch Annunciata Forestis humorvolle und farbenfrohe Engelzeichnungen, die von 1997 bis heute entstanden. Zum Verweilen in der wunderbaren Vielfalt des künstlerischen Angebots lädt nicht zuletzt Hajo Düchtings (Dießen) neue Bildserie ein. Sie verbindet eine freie, informelle Farb-Malerei mit Zitaten, Datierungen, Zeitungsabbildungen und anderen Collage-Elementen zu einer vielschichtigen Komposition, die das Genre der reinen Farbmalerei zu neuen assoziativen Bedeutungsebenen erweitert.

Auch in einem kleinen Format, so Sepp Dürr, kulturpolitischer Sprecher der Landtags- Grünen, in seine Rede in Anlehnung an den ungarischen Philosophen Georg Lukács, könne die ganze Welt entstehen, „wenn im Betrachter sowohl die Einzelheiten wie ihre Verbindung das Erlebnis von Unerschöpflichkeit hervorrufen.“ Organisatorin und Mitausstellerin Annunciata Foresti bezeichnete „das kleine format“ in ihrem Grußwort „als das Fenster für die regionale Bildende Kunst“. Und fügte eine Vision hinzu: „Schön wäre es, wenn wir in Dießen ein reales Schaufenster der Bildenden Kunst bekämen. Allein für Fritz Winter und die anderen historischen Wurzeln der Bildenden Kunst wäre ein kleines Ammerseemuseum angebracht.“

Die Ausstellung „das kleine format“ ist noch bis zum 9. November jeweils Freitag bis Sonntag von 14 Uhr bis 18 Uhr im „Blauen Haus“ in der Prinz-Ludwig-Straße 23 in Dießen zu sehen.

Ursula Nagl

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