"Weiss" interpretiert

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Viele Künstler, ein Thema: „Weiss“: Cornelia Goossens (Porzellan), Dieter Finzel (Malerei), Nue Ammann (Wortkunst), Adelheid Helm (Schmuck), Anna Helm (Papier), Christoph Straube (Schmuck), Silke Trekel (Schmuck) und Astrid Schröder (Porzellan) (v. links).

Dießen – Malerei, Kunsthandwerk, Film, Fotografie und Literatur – eine Mischung der Genres, die das Publikum begeistert. Obwohl sich der Winter passend zum Thema der Ausstellung „weiss“, die am Wochenende im Dießener Ortsteil Wengen stattfand, nochmals bemerkbar gemacht hatte, blühte der neu gestaltete Ausstellungsraum der Keramikmeisterin Cornelia Goossens frühlingshaft auf.

Nue Ammann (Wortkunst), Dieter Finzel (Malerei), Julika Brunner-Geissler (Relief-Bilder), Adelheid Helm (Schmuck), Anna Helm (Papier), Regine Hohmann (Porzellan/Lampen), Cornelia Goossens (Porzellan), Ben Goossens (Fotografie), Christoph Straube (Schmuck), Astrid Schröder (Porzellan) und Silke Trekel (Schmuck) zeigten ihre Interpretationen des Themas „weiss“. Dass Weiß ist nicht nur Farbe, sondern auch Symbol für Reinheit, Heiligkeit oder Unendlichkeit ist, spiegelte sich in vielen Arbeiten.

„Vom Schwarz trennt das Weiß nur das Rot“, lautet ein Wortspiel von Nue Ammann, das die Wortkünstlerin als frei schwebendes Objekt gestaltete: Die ineinander verwobenen Schriftzüge „Schwarz“ und „Weiss“ sind nur durch eine dünne rote Linie getrennt. „Man kann sich immer entscheiden, für die schwarze oder die weiße Seite, was die beiden trennt ist die Emotion, die Leidenschaft“, erklärt Ammann. Hingucker waren auch die Materialbilder von Dieter Finzel, in Weiß, ergänzt durch schöne Naturtöne und textile Strukturen oder die drei wundervollen Reliefbilder der verstorbenen Künstlerin Julika Brunner-Geissler, die für Hausherrin Cornelia Goossens Anlass zur Ausstellung waren. Für Spannung sorgte auch Ben Goossens Fotoarbeit, die in einem großen Leuchtkasten das Bild eines zerklüfteten, hell ausgeleuchteten, weißen Raumes zeigte.

Der junge Künstler und Sohn der Gastgeberin wurde für seine Arbeit heuer mit dem Preis der „Akademie der schönen Künste“ in München ausgezeichnet. Umrahmt von der bildenden Kunst zeigten die Kunsthandwerker, in welch strahlendes Licht die Farbe Weiß ihre Werkstoffe Porzellan, Papier oder Metall tauchen kann. Humor und Leichtigkeit brachte die Lesung von Kunsthistoriker Dr. Thomas Raff, der in bewährt launiger Manier weiße Frauen, weiße Tiere, weiße Landschaftsimpressionen aus der Lyrik des Barock, der Romantik und der Neuzeit auferstehen ließ. Einen nachdenklichen Akzent setzte der Maler Peter Dietz mit einem Film über den Entstehungsprozess seiner Arbeiten.

Dietz übermalt seine Zeichnungen mit weißer Lasur, doch im Übermalen wird kein Neuanfang gesetzt, vielmehr verdichtet sich Zeit auf immer derselben Oberfläche, die Leinwand wird quasi zum Träger des Zeitflusses. Das soeben Sichtbare ist nur ein Einblick in einen Prozess, der sich schon im Augenblick seiner Betrachtung selbst überholt.

Ursula Nagl

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