Musik für ein Stadtmodell

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Mit ausnahmslos gelungenen Beiträgen sorgten Nachwuchstalente aus dem Landkreis für ein gelungenes Benefizkonzert zugunsten des Blindenstadtmodells, das die Rotarier der Stadt Landsberg spenden möchten. Fotos: FKN

Landsberg – Zu ihrem 40-jährigen Jubiläum ist den Landsberger Rotariern ein wunder­volles Benefizkonzert mit Preisträgern von „Jugend musiziert“ gelungen. Die Geschwister Elena und Timon Hinsel eröffneten mit einem vierhändigen Geburtstagsständchen am Klavier. Rotary-Präsidentin Silke Anderie konnte im voll besetzten Saal der Freien Waldorfschule über 400 Gäste begrüßen.

Dann folgte eine perfekte Mischung aus Musik, Tanz und Gesang. Das Moderatorenteam Heidi Holzhauser und Dr. Maximilian Hofbauer sorgten mit der richtigen Menge an Informationen für eine lockere und kurzweilige Präsentation von 40 jungen Menschen. Der Landkreis Landsberg ist reich an künstlerischen Talenten, aber auch an Pädagogen, die sie anleiten. Neben schon bekannten Kulturförderpreisträgern gab es für die Zuhörer viele neue Talente zu erleben.

Das Duo Clara und Theresa Buhmann (Cello und Klavier) – sie gehörten zu den jüngsten Teilnehmern – präsentierte die Air von Bach. Frühlingsgefühle im November zeigten fünf Tänzerinnen aus der Ballettschule von Beatrix Klein gemeinsam mit Primaballerina Ulrike Ahrens (Sequenz aus „La Fille mal gardée). Markus Philipper ließ mit einem Satz aus der 6. Sonate von Prokofieff aufhorchen – der 14-jährige ist laut Moderator Dr. Hof­- bauer ein seltenes musikalisches Phänomen, erst seit drei Jahren spielt er Klavier, heute tritt er bereits regelmäßig vor großem Publikum auf.

Multitalente

Ein Bläserduo von Beethoven spielten Hannah Jacobs (Fagott) und Lukas Beier (Klarinette), beide „unaufhaltsam unterwegs ins musikalische Profilager“, so die Moderatoren. Musik im Blut und eine mitreißend sympathische Ausstrahlung hat David Li, der die komplizierte Etude III von Nikolai Kapustin bravourös präsentierte und auch Sopranistin Theresa Hüttner (Arie der Zerlina) sowie Bariton Johannes Gruber (Traum durch die Dämmerung, Zueignung von Richard Strauss) am Flügel begleitete. Gruber, musikalisches Multitalent im Masterstudiengang am Salzburger Mo­- zarteum und frisch gekürter Landsberger Kulturförderpreisträger, präsentierte am Ende des Konzerts mit Theresa Hüttner darüber hinaus das Mozart-Duett „La ci darem la mano“ (Don Giovanni).

Godwin Schmid überraschte das Publikum – auf 13 Trommeln zeigte er ein Kontrastprogramm, mit dem er auch schon auf internationalen Bühnen und kürzlich im Münchener Gasteig beeindruckt hatte. Auf dem Sprung nach New York machte dann die vielfach ausgezeichnete Tänzerin Anna-Maria Johannes in ihrer früheren Schule Station. Sie zeigte ihre eigene Modern Dance-Choreographie „per contra“, dazu sang Solitaire Bachhuber, couragiertes Stimmtalent mit großem Potenzial, den Halleluja-Part live.

Der Knabenchor Singbande unter Leitung von Martin Utz sang den „kleinen grünen Katkus“, bevor die erst neunjährige Cellistin Carlotta von Schnurbein mit dem Concerto in Do Maggiore von Vivaldi, begleitet am Flügel von Daniela Janker, das Publikum begeisterte.

Das Streichquintett von Joseph Eybler präsentierten Teresa Mauch, Magdalena Fissl (beide Violine), Antonio Fichtl (Viola), Marie Luise Fissl (Cello) und Eliane Abe (Kontrabass). Silvia Berchtolds Markenzeichen ist die meisterhafte Beherrschung der Blockflöte, das bewies sie beim Benefizkonzert. Mittlerweile studiert sie in Zürich. In Landsberg spielte sie den spanischen Tanz „Folio“, zu dem Tänzerin Laura Schmid eine Choreographie zeigte.

Ein musikalisches Wunderkind ist für Heidi Holzhauser und Maximilian Hofbauer die 15-jährige Harfenistin Carmen Steinmeier. Mit der Nocturne von Michael Glinka sorgte Carmen in der Tat für einen fulminanten Schlusspunkt. Zu einer Zugabe fanden sich alle Mitwirkenden dann nochmals auf der Bühne ein.

Für das Stadtmodell

Die Erlöse des Benefizkonzerts kommen dem Blindenstadtmodell zugute, das der Rotary Club der Stadt stiftet und das die Rotarier am Konzertabend erstmals vorstellten. Auf einem zentralen Platz der Stadt soll das Bronze-Modell blinden und sehbehinderten Menschen die Schönheit der Lechstadt näherbringen. „Einfach nur einen Scheck ausstellen, das wollten wir nicht“, sagte Rotary-Präsidentin Silke Anderie. Das Stadtmodell sei ein Geschenk an alle Landsberger. Daher die Präsentation beim Konzert. „Möglichst viele sollen sich durch eine persönliche Erinnerung damit verbunden fühlen, die Künstler und die Konzertbesucher werden für immer ein besonderer Teil von Landsberg sein“, so Anderie.

Sybille Reiter

Benefizkonzert für das Stadtmodell

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