Junge Slammer in der Kirche

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Mit Begeisterung bei de Sache waren die Teilnehmer des ersten Uttinger Poetry Slam. In der hinteren Reihe (von links) Georgios Chatziandronis, Lisa Wagner, Moderatorin Fee Brembeck und Organisatorin Dr. Sylvia Schleutermann. Vorne (von links) Siegerin Tatjana Mühle, Kira Grobe und Lia Breitschaft.

Utting – Ein ganz besonderes Highlight im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“ bot die evangelische Christuskirche in der Uttinger Laibnerstraße ihren zahlreichen Besuchern. Vier Schülerinnen und ein Schüler aus dem Landkreis maßen sich im Dichterwettstreit Poetry Slam. Slammer sind junge Lyriker, Poeten, lustige Geschichtenerzähler, Rapper oder schrille Performer, die mit ihren Texten live auftreten. Das Publikum kürt mit entsprechend großem Applaus eine Siegerin oder einen Sieger.

Die Regeln erklärte in humorvollen Worten der Stargast des Abends, die Deutsche Meisterin im Poetry Slam in der U20-Kategorie, Fee Brembeck. Demnach müssen die Texte von den Slammern selbst verfasst worden sein und die Performance darf fünf Minuten nicht überschreiten. Dabei wird in den Slam-Texten kreativ mit Worten, Rhythmik, Metrik und Mehrdeutigkeit gespielt. Die Slammer tragen auswendig vor oder lesen vom Blatt.

Überregional bekannt wurde die 21-jährige Fee Brembeck durch ihre viel diskutierten Texte über Glauben oder muslimische Kopftuchträgerinnen und ihr Buch „Mach Fehler!“. Organisatorin Dr. Sylvia Schleutermann war es gelungen, die Meister-Slammerin für Utting zu engagieren, weil ihr die Nachwuchsförderung in dieser zeitgemäßen Sparte besonders am Herzen liegt. Entsprechend aufgeregt waren die jungen Teilnehmer/innen, als sie von ihrem Vorbild Fee für den großen Live-Auftritt professionell gecoacht wurden. Das vorgegebene Thema des Uttinger Wettbewerbs hieß „Nach mir die Sinnflut“.

Erstaunlich, mit welch tiefsinnigen, lustigen, temperamentvollen oder melancholischen Texten die Schüler überzeugen konnten.

Viel anerkennenden Beifall erhielt die jüngste Slammerin Kira „Kiki“ Grobe, die mit ihren erst zehn Jahren außer Konkurrenz antrat. Siegerin mit dem meisten Applaus wurde schließlich die frischgebackene Abiturientin Tatjana Mühle. Organisatorin Dr. Schleutermann zeigte sich stolz und zufrieden über das Interesse am ersten Poetry Slam am Ammersee Westufer außerhalb der Schulen: „Von diesem kulturellen Phänomen wird man bei uns noch viel hören!“

Dieter Roettig

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