"Kunst ist, was uns betrifft!"

Die Gruppe „Licca Percussiva“ der Städtischen Musikschule umrahmte die Vernissage der Künstlergilde musikalisch mit Solo- und Ensemblestücken. Foto: Eckstein

„Kunst ist, was uns betrifft.“ Unter dieses Motto stellte der ehemalige Leiter des Neuen Stadtmuseums, Hartfrid Neunzert, seine Eröffnungsrede anlässlich der 76. Jahresausstellung der Künstlergilde in den Beruflichen Schulen Landsberg. Er lud die Besucher nachdrücklich ein, sich auf das breite Spektrum an ausgestellten Werken einzulassen, sich Zeit dafür zu nehmen.

Und die Zeit braucht man wirklich: mehr als 100 Exponate verschiedenster Stilrichtungen wetteifern um die Aufmerk­samkeit des Betrachters, ob­- wohl sich die Auswahlkommission „nur auf die besten Werke“ beschränkt habe, wie Gerhard Heitzer, Vorsitzender der Künstlergilde, erklärt: Zeichnungen, Gemälde, Montagen, Skulpturen und Arbeiten der Fotogruppe Landsberg, die sich der Sonderausstellung „Bewegung“ angeschlossen hat und ganz eigene Interpretationen zeigt. Und gerade das macht immer wieder den Reiz dieser Ausstellung aus: die ganz individuelle Auseinandersetzung mit den einzelnen, sehr verschiedenen Künstlern, die eines verbindet: der „Mut und der Antrieb, etwas eigenes zu schaffen“, wie Hartfrid Neunzert betonte. Einige Werke, wie beispielsweise „flakesky“ von Eleonore Krämer, schreien geradezu nach Aufmerksamkeit, machen es dem Betrachter unmöglich, sie zu ignorieren, andere offenbaren ihren Reiz erst beim genauen Hinschauen. So steht in einem der Gänge eine Holz­- skulptur des Penzinger Künstlers Walter Friesenegger: zwei Holzgebilde stehen einander gegenüber, nur bei ganz genauem Hinsehen kann man erkennen, dass zwischen den Holzteilen eine hauchdünner Draht gespannt ist, auf dem sich die winzige Figur eines Seiltänzers befindet, die vermeintlichen Holzklötze verwandeln sich in Berggipfel. Werke bekannter Künstler, die zuletzt bei der „Langen Kunstnacht“ zu bewundern waren wie die Kinderporträts von Susanne Herr-Tropp oder die Körperbilder Mica Knorr-Boroccos, hängen Seite an Seite mit Neuem oder neu zu entdeckendem, eher konventionelle Bilder neben experimentellen, das ganze Spektrum der bildenden Kunst wird ausgeschöpft und das Interesse der Besucher immer wieder neu geweckt. Die Ausstellung in den Beruflichen Schulen Landsberg ist bis einschließlich Sonntag, 21. November, jeweils an Samstagen und Sonntagen von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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