Ein Kunstwerk zu Ehren Gottes – "Sandtner-Orgel" in "Zu den Heiligen Engeln" wird 25 Jahre alt

„Zur größeren Ehre Gottes konnte dieses Werk vollendet werden.“ Die lateinische Inschrift auf der Orgel in der Stadtpfarrkirche „Zu den Heiligen Engeln“ ist programmatisch für das Verständnis der Kirchenmusik. Und das Werk selbst ist prachtvoll. Mit ausgewählten Konzerten feiert die Pfarrei in diesem Jahr das 25-jährige Jubiläum der Sandtner-Orgel.

„Woran denken Sie spontan, wenn Sie die Orgel anschauen?“ Mit dieser Frage beginnt der Organist und verantwortliche Kirchenmusiker Bernhard Brosch gerne ein Gespräch über „seine“ Orgel. Denn ihn faszinieren die verschiedenen Assoziationen zu diesem Instrument. „Jeder sieht etwas anderes darin. Natürlich sind wir hier in der Engelskirche, da liegt die Assoziation Engelsflügel nahe, aber viele Kinder sehen darin eine Krone. Das passt auch, da die Orgel bekanntlich die Königin der Instrumente ist.“ Und durch das Aufgreifen der Zackenstruktur des Kirchendachs soll die Verbindung von Himmel und Erde durch die Musik auch architektonisch verdeutlicht werden. Die Orgel wurde 1984 von der Dillinger Firma Sandtner gebaut, einem renommierten Orgelbauern, aus dessen Händen zahlreiche Kirchen- und sogar Domorgeln stammen, beispielsweise die Instrumente in Rottenburg oder in der Münch- ener St. Michaels-Kirche. All diese zeichnen sich durch eine besonders hohe Klangqualität aus. „Diese Orgel ist zwar nicht die größte in Landsberg“, erklärt Brosch, „aber jedes Register ist ein Kunstwerk. Sie hat einen faszinierenden, abwechslungsreichen Klang, der einen packen kann.“ Besonders Broschs Lieblingskomponist Johann Sebastian Bach ließe sich sehr gut darstellen. Doch damit das so bleibt und um die Klangqualität zu erweitern sind in diesem Jahr umfangreiche Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen nötig. So soll beispielsweise an Stelle der empfindlichen mechanischen Steuerung eine elektronische Setzeranlage eingebaut werden, außerdem müssen die Prospektpfeifen gereinigt und auf Hochglanz poliert werden. Denn durch unachtsame Fingerabdrücke kann das Metall zu oxidieren beginnen und so den Glanz verlieren. All diese Maßnahmen werden mit rund 40000 Euro veranschlagt. „Das wird sich aber bald bezahlt machen, denn damit werden aufwendige und auch sehr teure Reparaturen verhindert“, betont Bernhard Brosch. Er hofft, dass die Re- novierung noch in diesem Jahr stattfinden kann, damit die Orgel in ihrem Jubiläumsjahr in vollem Glanz erstrahlt. Anlässlich dieses Jubiläums hat der Landsberger Kirchenmusiker ein besonderes Programm zusammengestellt. Neben den regulären Gottesdiensten finden spezielle Orgelmessen statt, für den Herbst sind drei Konzerte geplant: mit Orgel, Chor und Orchester, Orgel und Schlagwerk sowie ein Orgelsolokonzert, das Bernhard Brosch selbst spielen wird. Ein Flyer mit dem Programm für das erste Halbjahr liegt in der Kirche „Zu den Heiligen Engeln“ aus. Die Termine für die nächsten Orgelmessen sind: 26. April., 17. Mai, 14. Juni und 12. Juli, jeweils um 19 Uhr. Übrigens: Ein Spendenkonto zur Unterstützung der Orgelrenovierung ist an der Sparkasse Landsberg-Dießen bereits eingerichtet: Kath. Kirchenstiftung „Zu den Heiligen Engeln“, Landsberg, Kennwort „Orgel“, Konto 220 640 91.

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