Kurze Hoffnungsschimmer

Sven Kresin (TSV 1882 Landsberg) kommt gegen seinen Unterföhringer Gegenspieler zu spät. Foto: Krivec

Es waren die altbekannten Probleme, die der TSV Landsberg seinen gut 100 Zuschauern beim 2:5 (1:2) gegen Unterföhring vorsetzte: Eklatante Abwehrfehler, auch nach Standardsituationen, und mangelnde Durchschlagskraft im Spiel nach vorne. Dennoch sah es diesmal zweimal kurzfristig so aus, als könnte man wenigstens einen Punkt in Landsberg behalten, zumal man kämpferisch zumindest 80 Minuten voll dagegenhielt.

25 Minuten waren gespielt, als Muriz Salemovic 17 Meter vor dem gegnerischen Kasten gefoult wurde. Viel hatten beide Seiten bis dahin offensiv nicht zustande gebracht, doch zum Freistoß aus halbrechter Position trat Salemovic selbst an; Unterföhrings Torhüter Marco Weimer machte nach Freigabe des Balls noch einen kurzen Schritt in die falsche Richtung und Salemovic zirkelte den Ball perfekt in den linken Torwinkel zum 1:0. Auch kurz nach der Pause schien das Pendel noch einmal in Richtung Landsberg zu schwingen, als erneut Salemovic genau 19 Sekunden nach Wiederanpfiff über links vor Weimer auftauchte. Den Lupfer von Landsbergs Nummer 10 wehrte der Torhüter noch mit den Fingerspitzen ab, den Abpraller verwertete dann aber Leszczynski aus kurzer Distanz zum 2:2. Am Ende entführte dennoch der bisherige Tabellennachbar die Punkte – und das verdient. Die Gäste vergaben etliche gute Chancen, vom TSV war dagegen vor dem Tor von Weimer insgesamt zu wenig zu sehen. Schon beim 1:1 (35.) durfte sich Unterföhring recht ungestört über die linke Seite in den Strafraum hineinkombinieren, dort drehte sich Gebesci zweimal und flankte auf den heranstürmenden Sichort, dem die Abwehr beim Einnetzen nur zusah. Beim 1:2 (45.) machte man keinen besseren Eindruck. Nach einem Eckball fiel der Ball am Fünfmeter-Raum zu Boden, gleich vier Landsberger griffen danach nicht ein und ließen Ok verwandeln. Trotz des Ausgleichs gleich nach der Pause schien es deshalb nur eine Frage der Zeit, bis Unterföhring den Sack zumachte. Fast jeder Ball, der in den Landsberger Strafraum geschlagen wurde, sorgte für Gefahr. Nach einem erneuten Landsberger Abwehrschnitzer landete ein Schuss der Gäste an der Unterkante der Latte, das folgende Kopfballtor wurde allerdings wegen Abseits zurecht zurückgepfiffen (50.). Zwei Minuten später parierte TSV-Kapitän Obermayer in höchster Not, Unterföhrings Lamprecht vergab den Nachschuss kläglich. In der 57. Minute durfte Ok nach einer Ecke erneut frei aufs Tor köpfen – knapp links vorbei. Fünf Minuten danach war die Landsberger Glückssträhne dann gerissen. Nach einer Flanke von der Torauslinie beobachtete man staunend, wie Lechtaler völlig frei per Kopfball und Bogenlampe Obermayer überwand – 2:3. Als dann Unterföhring auch noch einen zweifelsfreien Elfmeter zugestanden bekam (70.) und Gebesci Obermayer keine Chance ließ, war die Partie entschieden. Die bis dahin zumindest kämpferisch überzeugende Landsberger Mannschaft gab sich danach offensichtlich auf. Statt einer Aufholjagd gab es nur noch eine clever agierende Unterföhringer Mannschaft zu sehen, die ihr Heil dann in einigen Nadelstichen im Konter versuchte. Einen davon nutzte Heinz Sichort zu seinem zweiten Tor an diesem Nachmittag. Eine Hereingabe von Putta quer durch den Fünfmeter-Raum schob er lässig zum 2:5 ein (82.). Dass Benjamin Hauke auf Landsberger Seite kurz vor Schluss aus sechs Metern weit über das Tor zielte, war nicht mehr entscheidend. Hätte Unterföhrings Sperl nicht bei drei besten Gelegenheiten aus weniger als zehn Metern bewiesen, dass er einen ganz schwachen Tag erwischt hatte, wäre die Partie lange vorher entschieden gewesen. Der TSV sucht den Anschluss an die oberen Tabellenplätze nun erst einmal in den verbleibenden zwei Spielen vor der Winterpause: Am kommenden Wochenende tritt man in Eichstätt an, danach muss gegen Kirchanschöring zuhause unbedingt gepunktet werden.

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