Neuer Anflug:

Es wird ruhiger über Penzing

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Die neue Höhenwinde für den Segelschlepp (großes Foto) macht‘s möglich: Im neuen Anflug (kleines Foto, durchgezogenen Linie)wird Penzing von Motorfliegern nicht mehr überflogen.

Penzing – Es wird an den Wochenenden leiser über Penzing. Das verspricht zumindest die Flug­sportgruppe Landsberg (FSGLL). Denn mit Beginn der aktuellen Flugsaison wurde die Platzrunde für die Sportflieger am Fliegerhorst Penzing verändert. Der neue Anflug für Motorflugzeuge liegt nun im Norden des Flugplatzes; außerdem nutzen sie zur Landung nur noch die westliche Hälfte der Landebahn. Nach der Einführungsphase habe sich der neue Anflug inzwischen etabliert.

Nach der Einführung der Höhenwinde für den Segelflug im Sommer vergangenen Jahres (der KREISBOTE berichtete) gab es am Fliegerhorst Penzing auch Veränderungsbedarf in der Luft. Die Segelflieger starten an der Höhenwinde im Gras südlich der Landebahn und halten sich nach dem Start meist im Süden des Flugplatzes auf. Dort verlief bislang parallel zur Autobahn A96 auch der Anflug, die so genannte „Platzrunde“, der Motorflieger, erklärt FSGLL-Sprecher Martin Plötz. Damit sich Motorflugzeuge und Segelflugzeuge aber nicht in die Quere kommen, seien nun die Anflüge verändert worden. Die Platzrunde der Motorflieger wurde dazu in den Norden des Flugplatzes gelegt. Dort befand sich bisher die Platzrunde der Segelflieger. Die beiden Anflüge wurden also getauscht (siehe Karte).

Bei dieser Gelegenheit setzten die Sportflieger eine weitere Änderung um, die vor allem die Anwohner in Penzing berücksichtigt. Während der alte Anflug für eine Landung Richtung Westen direkt über Penzing erfolgte, sollte dies bei der Änderung gleich mit geändert werden. Plötz: „Da die Landebahn lang genug ist, setzen die Motorflieger jetzt erst zur Mitte auf und fliegen im so genannten Queranflug so westlich an Penzing vorbei.“ Der Anflug erfolge dazu tiefer als früher, wodurch zusätzlich Lärm reduziert werde.

Durch den tieferen Anflug, der die meiste Zeit über dem Kasernengelände erfolgt, sehen die Anflüge zwar spektakulärer aus als früher, unsicherer sind sie deshalb aber nicht. „Dieselbe Kurve in den Endanflug wurde früher östlich von Penzing geflogen, jetzt ist sie nur näher am Flugplatz und damit besser im Blickfeld“, erklärt Thomas Schneider, Vorsitzender der Flugsportgruppe.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen bei den Anflügen, zum Beispiel bei Schulungsflügen. „In der Ausbildung werden auch Anflüge aus ungewohnten Positionen und weitere Verfahren trainiert. Bei solchen Übungen kann es passieren, dass auch in Zukunft landende Sportflugzeuge Penzing überfliegen“, beschreibt Frank Büttinghaus die neue Situation. In seiner Position als ehemaliger Hubschrauberflieger am Bundeswehrstandort Penzing war der Ausbildungsleiter Ultraleicht der Flugsportgruppe für die Änderungen der Platzrunde hauptsächlich verantwortlich. „Ähnliche Ideen zum Lärmschutz für Penzing gab es schon früher, diese ließen sich aber damals nicht mit den militärischen Anflügen auf den Fliegerhorst Lechfeld verbinden.“ Dieses Problem bestehe nicht mehr.

Insgesamt sei der Vorstand der Flugsportgruppe Landsberg „sehr froh“ über die neuen Anflüge, besonders „weil es die Lage und Größe des Flugplatzes zulassen, keine Anwohner direkt zu überfliegen“, so Büttinghaus abschließend.

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