So lässt sich Himmelfahrt erleben

Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt prägt nicht nur räumlich die Landsberger Innenstadt, sondern bewegt auch innerlich, ist etwas, mit dem sich die Bürger der Stadt identifizieren. Bei der Sanierung teilweise verhüllt und nicht zugänglich, werden zur Wiedereröffnung der Kirche die „Landsberger Kulturtage“ ausgerufen. Vom 25. April bis 9. Mai steht Mariä Himmelfahrt dabei im Mittelpunkt vieler Veranstaltungen. Kulturschaffende aus der Lechstadt, und nicht nur diese, bieten Ausstellungen, Führungen, Konzerte und Kunstaktionen an. Was in und um das Gotteshaus, zu erleben sein wird, ist jetzt im Pfarrzentrum vorgestellt worden.

„So viele an einem Tisch…“, freute sich Oberbürgermeister Ingo Lehmann über die vielen Aktiven. Auch Stadtpfarrer Dekan Thomas Rauch sieht das Engagement zur Wiedereröffnung als schönes Zeichen des Wir-Gefühls. „Ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass so etwas hier möglich ist“, meinte er. Und diese Möglichkeiten sind vielfältig: Das Neue Stadtmuseum etwa will „Das Geheimnis des Palmesels“ entdecken und begibt sich dazu auf die Spuren der Bildhauerfamilie Luidl. Das Museum und die Stadt werden erkundet, um schließlich in Mariä Himmelfahrt die Figuren in ihrem eigentlichen Zusammenhang zu sehen. Für diese Führungen für Familien mit Kindern oder auch für Schulklassen gibt es drei Termine von Ende April bis Anfang Mai. Von etwas anderem, nämlich dem „Goldenen Glanz“ der Stadtpfarrkirche inspirieren lassen hat sich Gotlind Zimmermann, Kulturpreisträgerin der Stadt. Zimmermann zeigt ihre so beeinflusste Malerei vom 25. April bis 16. Mai im Foyer des neuen Anbaus am Historischen Rathaus. Und die Künstlerin Heidi Mühlschlegel steuert ein Textilobjekt bei. Kirchengeschichte Stadtarchivarin Elke Kiefer will in einer Ausstellung im Neuen Stadtmuseum über die Vergangenheit von Mariä Himmelfahrt aufklären. „Ecclesia Phetine, so nannte man den Vorgängerbau, der unterhalb der Burg auf dem Schlossberg als erste Pfarrkirche der späteren Stadt Landsberg entstand“, weiß Kiefer. Quellen aus dem Stadtarchiv erzählen die Kirchengeschichte. Im Angesicht einer Stadtpfarrkirche, die spätgotisch gebaut und so damalige Glaubensvorstellungen ausdrückt, sind Künstler aufgerufen, Glauben und Spiritualität heute darzustellen: „Aufbruch zur Ewigkeit“ heißt der Wettbewerb für Malerei und Bildhauerei, mit dem Künstlergilde und der Regionalverband Bildender Künstler die Kulturtage ergänzen und abrunden wollen. „Wir wollen zeigen, was heutige Künstler denken und empfinden“, erklärt Gerhard Heitzer, der Vorsitzende der Künstlergilde. Bayernweit – für Maler und Bildhauer – ist der Wettbewerb ausgeschrieben, damit die Besten mitmachen, so die Initiatoren. Bereits jetzt gäbe es 90 Anfragen, 35 Künstler hätten schon Unterlagen eingereicht. Mit zwei Preisen zu je 2000 Euro wird eine Malerei und ein Bildhauerwerk prämiert. In der Säulenhalle sollen die von einer Jury ausgewählten Arbeiten vom 28. April bis 5. Mai gezeigt werden. „Warum ist unsere Stadtpfarrkirche so schön?“Marianne Höfer und Ingrid Daum von der Pfarrgemeinde wollen darauf Antworten geben – bei zwei Kirchenführungen am 29. April und 6. Mai. Um die Glasfenster des Kirchengebäudes geht es bei dem Kinderkurs „Dombauhütte – Wir fertigen unser eigenes Glasfenster“, den die VHS Landsberg für Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren anbietet. Clara Handwerker leitet die jungen Glaskünstler dabei am 30. April an. Ältere „Glas-Interessierte“ können sich am 4. Mai beim Vortrag von Susanne Fischer über die gläsernen Schätze von Mariä Himmelfahrt informieren. Lesbare Wände Ein Kirchengebäude in Bewegung oder Licht, Text und Orgelmusik verspricht das Konzert in moto – „Gerade sehe ich den Klang“ am 30. April. Für diese besondere Raumerfahrung, bei der die Kirchenwände „lesbar“ werden, sind ab Montag, 8. März, Karten beim KREISBOTEN erhältlich – ebenso für das Benefizkonzert „Landsberg für die Stadtpfarrkirche“ am 9. Mai. Ulla Kurz vom Kultur- und Fremdenverkehrsamt kündigte stolz an, wer alles dabei sein wird: Christoph Hartmann, Franz Lichtenstern, Gerhard Johannes, Maximilian Hofbauer, Lothar Kirsch, Birgit Abe, Gerhard Abe-Graf und Stefan Schmid. Musikalisch wird es bereits am Tag der Kirchen-Wiedereröffnung selbst, am Palmsonntag, beim „Abendländischen Passionssingen“ mit den Landsberger Sängerinnen. Ein Konzert mit der Stadtkapelle gibt es am 11. April, am Weißen Sonntag. Dass eine Kirche auch filmisch nutzbar ist, wird bei der „Kurzfilmnacht“ der Landsberger Pfadfinder am 5. Mai erfahrbar. Ab Einbruch der Dunkelheit werden kultige, witzige und spannende Kurzfilme an die Kirchenwand projiziert. Für Stadtpfarrer Rauch ist die Wiedereröffnungsphase der Kirche zugleich seine Abschiedszeit in Landsberg – bevor er Anfang September seine neue Stelle als Dompfarrer und Stadtdekan in Augsburg antritt. Diese intensive Zeit, mit vielen Terminen verbunden, beschreibt er als „wichtig und verdichtet“. Übrigens: Landsberger Kulturtage könnte es vielleicht auch nächstes Jahr wieder geben. Oberbürgermeister Lehmann sprach bei der Präsentation von einer dauerhaften Einrichtung, die wiederholbar sei. Die Bezeichnung hat der OB schon schützen lassen.

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