Landkreis in Not

Eine Villa für junge Flüchtlinge

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Ziehen in das ehemalige Offiziersheim in der Irving-Heymont-Straße bald minderjährige Flüchtlinge ein? Im Moment steht das Landratsamt noch in Verhandlungen mit den Besitzern, könnte sich aber einen Kauf vorstellen.

Landkreis – Die Aufgabe für den Landkreis ist klar: Wohnungen finden, in denen unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge betreut werden können, sagt SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin. Neben den derzeit 29 untergebrachten, könnten allerdings in diesem Jahr 31 weitere hinzu kommen. Dafür hat der Landkreis zwei Objekte in Landsberg im Auge, die er mög- licherweise kaufen will.

Derzeit laufen bereits Verhandlungen mit den Eigentümern der beiden Objekte in der Lechstadt. Sie befinden sich am Wiesenring 15, wo der ehemalige Wichtelgarten untergebracht war, und im Katharinen- anger in der Irving-Heymont-Straße: das Offiziersheim der ehemaligen Saarburgkaserne, wie Landratsamtssprecher Wolfgang Müller weiter bestätigt. Beiden Objekte habe man bereits besichtigt. Jeweils 25 Jugendliche könnten in den Gebäuden Platz finden. Als „durchaus lukrativ“ bezeichnet Müller das Vorhaben: „Wir sind natürlich auf der Suche nach einem relativ großem, zentralen Gebäude – schließlich müssen die Jugendlichen auch beschult werden.“

Momentan leben 29 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge im Landkreis. Diese sind an vier Standorten in Landsberg und Hagenheim untergebracht. Träger dieser Einrich- tungen ist das SOS-Kinderdorf. Ziel ist es, diese 29 Jugendlichen bis spätestens zum Sommer auf zwei zentrale Einrichtungen zu verteilen. Und dafür würde sich, so Jugendamtsleiter Peter Rasch, das Objekt im Wiesenring anbieten, in dem bis zu 25 Minderjährige Platz fänden.

"30 + X" Flüchtlinge

Mitte Januar ereilte das Jugendamt allerdings die Nachricht der Regierung von Oberbayern: Es ist damit zu rechnen, dass der Landkreis noch weitere „30 + X“ unbegleitete Minderjährige aufnehmen muss. Das Jugendamt habe deshalb weitere, verschiedene Objekte im Landkreis besichtigt und versucht, hier in Kooperation mit freien Trägern der Jugendhilfe Einrichtungen zu initiieren. Dazu gehört auch die Villa in der Irving-Heymont-Straße.

Mit dem Kauf der beiden Objekte käme auf den Landkreis eine „enorme finanzielle Belastung“, also eine Neuverschuldung zu, so Rasch. Für das Objekt am Wiesenring muss man 1,7 Millionen Euro – finanziert über Kredite – aufbringen, wie der KREISBOTE berichtete. „Beim Kauf beider Objekte zur Unterbringung der unbegleiteten Flüchtlinge müsste der Landkreis noch zusätzlich einen Kredit in entsprechender Höhe aufnehmen“, sagt auch Müller. Aber: Da die in Aussicht stehenden Gebäude nach dem Erwerb an den Träger der Jugendhilfeeinrichtung vermietet werden, würden sich die monatlichen Lasten des Landkreises laut Rasch auf ein „vertretbares Maß“ reduzieren. Den zusätzlichen Personalaufwand trage ebenfalls der Landkreis.

Der Jugendhilfeausschuss stimmte den Bemühungen des Jugendamtes, Einrichtungen zur Unterbringung von bis zu 72 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu schaffen, vergangene Woche zu. Außerdem geht eine Empfehlung an Kreisausschuss und Kreistag, die dafür nötigen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.

Astrid Erhard

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