Genehmigt:

Der Weg ist frei für die Windkraft im Fuchstal

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Nach dem positiven Bescheid des Landratsamtes Landsberg dürfen im Fuchstaler Kingholz demnächst vier Windkraftanlagen errichtet werden.

Fuchstal/Landsberg – Genehmigt sind jetzt die vier Windkraftanlagen, die in der Gemeinde Fuchstal in der südwestlichen Flur errichtet werden. Das Landratsamt in Landsberg hat dies bei einer Anfrage des KREISBOTE bestätigt. Die Entscheidung soll demnächst im Amtsblatt der Behörde bekannt gemacht werden, erklärt dazu Pressesprecher Wolfgang Müller. Der Genehmigungsbescheid im Juli 2015 ist ein wichtiges Datum bei dem inzwischen vier Jahre währenden Ringen der Gemeinde, selbst einzusteigen in den Bereich regenerativer Energie aus Windkraft.

„Das hat uns gefreut“, bekannte der geschäftsleitende Beamte Gerhard Schmid bei der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal. „Die Arbeit trägt doch Früchte“, meinte er am Mittwoch in einer ersten Stellungnahme. Der Bescheid des Landratsamtes zur Genehmigung der vier Windkraftanlagen im Bereich Kingholz umfasst 32 Seiten. Darin wird eine Reihe von Argumenten abgewogen.

Mehrere Kommunen wie die Nachbargemeinden Markt Kaltental und Denklingen oder der Landkreis Ostallgäu, aber auch viele Träger öffentlicher Belange vom Luftfahrtbundesamt über den Bauernverband bis zum Vogelschutz-Beauftragten bei der Regierung von Oberbayern haben sich zu dem Energie-Projekt im Fuchstal geäußert. Wie berichtet, gab es zahlreiche kritische Stellungnahmen – und das nicht nur in den Nachbargemeinden.

Nach der Bekanntmachung haben betroffene Privatpersonen, Gemeinden bzw. Verbände einen Monat Zeit, um eventuell Klage einzureichen gegen die Errichtung der vier Windkraftanlagen im Südwesten von Leeder. Zuständig dafür wäre dann das Verwaltungsgericht in München.

Info an die Räte

Im Fuchstal sind die 16 Gemeinderäte von Bürgermeister Erwin Karg über die Genehmigung der Windräder informiert worden. Eine öffentliche Information dazu soll auf der nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 16. Juli, erfolgen, wie Verwaltungsleiter Gerhard Schmid vorausblickt. Bürgermeister Karg war am Mittwochnachmittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bei einem Informationsabend im Mai hatte der Rathauschef vor 160 Leuten in der Fuchstalhalle davon gesprochen, dass man den Genehmigungsbescheid Mitte Juli erwarte. Nun ist er also zehn Tage früher eingetroffen. Der „Schwung an Ordnern“, den die Gemeinde mit einer Fülle an Unterlagen dem Landratsamt zur Verfügung stellen musste, sei schon einen Tag nach der Mail zur Genehmigung abgeholt worden. Das Postfach der Gemeinde Fuchstal im Landsberger Landratsamt ist nahezu leer – wie schon lange nicht mehr.

Was sind nun die weiteren Schritte? Als nächstes geht‘s an das Einwerben des Eigenkapitals. Im August und September soll der Wegeausbau erfolgen, im September sollen die Bäume am Standort im Kingholz gefällt werden. Das Fundament wird im Oktober ausgegossen; der Turm der ersten Windkraftanlage soll ab Dezember hochgezogen werden.

Bei der Vergabe von Anteilen gibt es eine zeitliche Staffelung. In den ersten Tagen – ungefähr in der zweiten Juli-Hälfte – haben vorrangig Fuchstaler die Möglichkeit, in die Beteiligungsgesellschaft einzusteigen. Danach soll diese Option denjenigen eröffnet werden, die in Gemeinden der so genannten Südallianz zu Hause sind. In einem dritten Zeitfenster werde dann Bürgern aus anderen Gemeinden die Möglichkeit zum Zeichnen von Anteilen eröffnet. Das Zeichnungsende sei für Ende September vorgesehen, so Bürgermeister Karg beim Informationsabend in der Fuchstalhalle.

Auf der selben Veranstaltung erklärte Planer Robert Sing aus Landsberg, dass der Bau der vier Windkraftanlagen 21,3 Millionen Euro kostet.

Johannes Jais

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