Drei Paare sollen es werden

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Mit solchen mobilen Speichern könnte die Wärme von der Biogasanlage zum Verbraucher transportiert werden.

Landkreis – Die Ziele des Klimaschutzkonzeptes des Landkreises bis 2030 umsetzen – das hat sich die Fachgruppe 2 der Landsberger Energieagentur (LENA) vorgenommen. Erreichen will die ­LENA das mit mobilem Wärme­transport in Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Einem Antrag zur Projektförderung hat der Kreis­ausschuss nun zugestimmt.

Das Klimaschutzkonzept für Stadt und Landkreis, das 2013 beschlossen wurde, sieht vor den Wärmebedarf bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Dafür müssten insgesamt 20.000 Megawattstunden eingespart werden – pro Jahr 1.000. „Immer noch läuft die Wärmeversorgung zu 60 Prozent mit Öl und Erdgas“, so Tobias Schmid von der LENA- Fachgruppe, der das Projekt dem Kreisausschuss vorstellte. Dem wollen die Projektbeteiligten nun mit mobilem Wärmetransport Abhilfe schaffen.

Andererseits gebe es im Landkreis genug Biogasanlagen, bei denen zwei Drittel der Wärme als „Abfall“ anfallen, so Henryk Bednarek, der die technischen Details erläuterte. Im Rahmen des Projektes soll ein möglichst großer Teil dieser ungenutzten Wärme in „Mobilen Wärmespeichern“ aufgenommen und zu den Verbrauchern transportiert werden.

Als erstes „Pärchen“, das so gebildet werden könne, hat sich die Fachgruppe auf das Kauferinger Lechtalbad und eine Biogasanlage in Weil konzentriert. „Die wärmegeführten Blockheizkraftwerke im Lechtalbad laufen unwirtschaftlich“, so Bednarek. Analysen hätten dagegen gezeigt, dass der Netzrückspeisebetrieb der Blockheizkraftwerke und die Zuheizung durch einen Gaskessel durch den Wärme­transport sicher substituiert werden kann. Dadurch sei eine Einsparung von 1.000 Megawattstunden pro Jahr zu erwarten, was einer jährlichen Einsparung von rund 100.000 Kubikmetern Gas entspreche. Lechtalbad und Biogasanlage Weil soll aber nicht das einzige Versorgungspaar bleiben, wenn es nach LENA geht. Weiteres Potential sehen Bednarek und Schmid bei dem Warmbad Greifenberg und dem Kreisseniorenheim Theresienbad sowie beim Ammersee-Gymnasium oder bei der Berufsschule Landsberg. Durch weitere zwei Paare könnten 2.000 – also insgesamt 3.000 – Megawattstunden pro Jahr eingespart werden, so Bednarek.

Zweifel kamen bei einigen Kreisausschussmitgliedern wegen des Schwerlastverkehrs auf. Denn die ungenutzte Wärme aus den Biogasanlagen wird in einen Container mit Natriumacetat aufgenommen und zu den Verbrauchern transportiert. Diese Container wiegen etwa 30 Tonnen. „Einen Tod muss man sterben“, so Landrat Thomas Eichinger. Doch Henryk Bednarek relativierte: Für den Transport würden nur ein bis zwei Prozent der eingesparten Energie als Treibstoff für den Transport benötigt. Das sei wesentlich effizienter als Fernwärmeleitungen.

Insgesamt müsste man, um die vorgesehenen drei Pärchen anzuschließen und zu versorgen, rund 1,3 Millionen Euro invesitieren, rechnete Tobias Bauer dem Kreisgremium vor. Dennoch hoffe man das Projekt durch Refinanzierung „mit einer schwarzen Null“ umsetzen zu können. „Wenn wir das richtig strukturieren und durch Refinanzierung in weitere Container investieren, können wir die Klimaschutz-Ziele 2030 erreichen“, so Schmid.

Ein „glücklicher Umstand“ habe sich zudem jetzt ergeben, so Bednarek. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat einen Förderaufruf für „Kommunale Kllimaschutz-Modellprojekte“ gestartet und eine Förderung von bis zu 80 Prozent ausgelobt. Dem Antrag zur Projektförderung hat der Kreisausschuss nun einstimmig grünes Licht gegeben. Das Landratsamt bewirbt sich damit gemeinsam mit der LENA als Modellregion für „Wärme Recycling“. Für Landrat Thomas Eichinger eine „interessante Methode“, für Robert Sedlmayr (ÖDP) sogar ein „Meilenstein für das Klimaschutzprojekt“.

Astrid Neumann

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