Dominikus Zimmermann-Jahr 2016

Zimmermann im Licht seiner Zeit

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Das Dominikus-Zimmermann-Jahr 2016 ist das Ergebnis der guten Zusammenarbeit mehrerer Stellen (von links): Vorsitzende der Künstlergilde Petra Ruffing, Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fess-Buchecker, Abteilungsleiterin Kultur und Bildung Claudia Flörke, Kulturreferent Axel Flörke sowie Roger Mandel und Wolf-Eckart Lüps vom Wessobrunner Kreis.

Landsberg – Alles dreht sich in diesem Jahr um die „Lichtgestalt“, den Stuckateur und Baumeister Dominikus Zimmermann. Das Dominikus-Zimmermann-Jahr feiert mit zahlreichen Veranstaltungen den 250.Todestag und zugleich den 300. Jahrestag des Zuzugs Zimmermanns nach Landsberg: 1716 kehrte er Füssen den Rücken und erwarb unweit des Landsberger Rathauses sein Wohnhaus. Das Kulturbüro der Stadt stellte das umfangreiche Programm am Montagabend vor.

„Wir sind hier im richtigen Raum, um das Programm zu präsentieren“, leitete Kulturreferent und 3. Bürgermeister Axel Flörke ein: Der Herkomersaal im historischen Rathaus ist mit Stuckarbeiten des berühmten Rokoko-Baumeisters ausgestattet. Mit der Umgestaltung durch Hubert von Herkomer seien somit zwei der wichtigsten Landsberger in einem Raum vereint. 2016 wolle man Zimmermann unter drei unterschiedlichen Aspekten betrachten: als Baumeister und Stuckateur, der neben der Rathausfassade auch für den Rosenkranzaltar in der Stadtpfarrkirche und vor allem für das Kleinod Johanniskirche verantwortlich zu zeichnen ist. Er solle aber auch in seiner Funktion als Politiker gezeigt werden, denn immerhin war Zimmermann Mitglied des „Inneren Rates“ und einer der damals abwechselnd amtierenden vier Bürgermeister. Und schließlich stehe Zimmermann als frommer Mensch und Mitglied mehrerer Bruderschaften auf dem Programm. Flörke: „Landsberg kann stolz auf seinen prominenten Bürger sein“.

Konzert zum Auftakt

Claudia Flörke, Abteilungsleiterin Kultur und Bildung, betonte, dass man sich dem berühmten Landsberger Bürger auf unterschiedlichste Art nähern könne: „Wir haben Musik, Literatur, Baukunst und die damalige Lebensart und Gesellschaft als Zugangspunkte.“ Ein Rathauskonzert der Flötistin Dorothee Oberlinger mit barocker Musik eröffnet am 22. Januar das Festjahr. Weiterhin gibt es im Lauf des Jahres mehrere musikalische Veranstaltungen, darunter Anfang Juli „Dominikus bittet zum Tanz“, bei dem Rokoko-Tänze von einem Münchener Tanzensemble auf dem Hauptplatz vorgestellt werden. Die Literatur wird unter anderem in einer Kunstinstallation auf dem Hauptplatz vertreten sein: Franz Hartmanns stilisierte rote Chaiselongue wird eine Schublade beherbergen, in der Bücher für Jedermann zu finden sind. „Wir haben da auch noch eine Überraschung“, verspricht Claudia Flörke. Ebenso wird eine Lesung der Landsberger Bühne im Juli stattfinden.

Dem baulichen Schaffen Zimmermanns kann man sich bei der Ausstellung „Lichtgestalt Dominikus Zimmermann“ des „Wessobrunner Kreises“ im September nähern. Dort wird unter anderem ein Modell der Wieskirche im Maßstab 1:20 zu sehen sein: „Sie können den Kopf in das Modell stecken und so die Lichtgestaltung Zimmermanns nachvollziehen“, erklärt Kreis-Sprecher Wolf-Eckart Lüps. Aber es gibt auch Architektur zum Anfassen: Beim Projekt „Architectus Lucis“ sind im September alle Landsberger dazu eingeladen, einen turnhallengroßen Lichtraum aus Kartonagen entstehen zu lassen. Ebenso bringt eine Stuckateurwerkstatt im Untergeschoss des Rathauses Zimmermanns Arbeit dem Besucher näher.

Auch die theoretische Seite wird im Programm abgedeckt: „Ende Februar erscheint in Zusammenarbeit mit Kreisheimatpflegerin Heide Weißhaar-Kiem ein Kunstführer zu Zimmermanns Arbeiten“, kündigt Claudia Flörke an. Weiterhin soll es ein Kolloquium zu den Lebenswelten des Baumeisters in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bayerische Geschichte der LMU München geben. Auch der Wessobrunner Kreis plant neben seiner Ausstellung ab Oktober eine Publikation zu Zimmermann: „Dabei geht es uns vor allem um Zimmermanns architektonische Besonderheiten im Umgang mit Licht“, betont Roger Mandel, 2. Vorsitzender des Wessobrunner Kreises. Zahlreiche Studienfahrten der VHS sowie Exkursionen mit dem Historischen Verein Landsberg machen die Theorie fassbarer.

Kunstpreis

Letztendlich tragen auch Künstlergilde und Regionalverband Bildender Künstler (RBK) zum Zimmermann-Jahr bei: Die Künstlergilde lobt parallel zu ihrer Ausstellung mit dem Thema „Lichtgestalten“ den gleichnamigen Kunstpreis aus: „Vergeben wird der Preis am 4. Juni, bewerben kann man sich noch bis Anfang April“, berichtet die erste Vorsitzende Petra Ruffing. Der RBK plant eine Ausstellung Mitte November und im Stadtmuseum wird zeitgleich die Ausstellung „Barocke Überläufer“ zu sehen sein, in der sich moderne Kunst und das Thema Barock/Rokoko ein Stelldichein geben.

Das Programmheft fürs Zimmermann-Jahr ist im Rathaus erhältlich und auf www.dominikus-zimmermann.demit sämtlichen Aktualisierungen einsehbar.

Susanne Greiner

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