Alle Kriterien erfüllt

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Ein stolzer Moment: FairTrade-Botschafterin Hannah Rüther überreichte an OB Mathias Neuner die Urkunde, die Landsberg offiziell zum Fairtrade-Town macht. Im Hintergrund applaudiert unter anderem Wolfgang Buttner, der gemeinsam mit Oliver Wild die Initiative federführend angestoßen hat.

Landsberg – Vor gut einem Jahr fasste der Stadtrat den Beschluss, dass Landsberg Fairtrade-Town werden sollte. Bereits seit Januar ist dieses Ziel erreicht, vergangenen Freitag fand nun die offizielle Auszeichnungsveranstaltung mit Urkundenübergabe statt. 

Der Status eines Fairtrade-Town gilt jeweils für zwei Jahre. Dann wird überprüft, ob ein Fairtrade-Town – Landsberg ist in Deutschland die Nummer 255 – immer noch alle Kriterien erfüllt.

„Es kann sein, dass dann mehr verlangt wird“, sagte Hannah Rüther, die als Vertreterin des in Kön ansässigen Vereins TransFair die Urkunde an Oberbürgermeister Mathias Neuner überreichte. Einige Ideen in der Hinterhand zu haben, könne daher nicht schaden – und die hat man in Landsberg bereits: eine Fairtrade-Schokolade zum Beispiel, von der es am Freitag im Foyer des Stadttheaters bereits kleine Probier-Täfelchen gab, Fairtrade-Tee und -Kaffee, vielleicht sogar eine Fairtrade-Schule, wie Oliver Wild vom Nord-Süd-Forum Landsberg aufzählte. Er wünschte sich außerdem bei der Stadt ein Gremium für das Thema, damit ein offizieller Ansprechpartner für Fairtrade-Fragen zur Verfügung stehe. 

Im übrigen lobte Wild das Engagement der Landsberger. OB Neuner habe von Anfang an die Idee unterstützt, viele Einzelhändler, Gastronomen, Vereine und Schulen hätten sofort mitmachen und sich damit für einen Wandel in der Welt einsetzen wollen. Wild räumte auch mit dem Vorwand auf, der Einzelne könne in der globalen Welt ohnehin nichts bewirken. Jede einzelne Kaufentscheidung sei wichtig, denn sie beeinflussen die Bedingungen, unter denen Produkte hergestellt werden. 

„Ein T-Shirt für 2,50 Euro kann nicht menschenwürdig produziert worden sein“, betonte auch OB Neuner. Wer dennoch extrem billige Produkte kaufe, verschließe die Augen vor so unangenehmen Themen wie Kinderarbeit, Ausbeutung, giftigen Inhaltsstoffen und Umweltverschmutzung. Mit dem Erwerb fair gehandelter Waren unterstütze man dagegen eine sozial gerechte, nachhaltige und umweltverträgliche Produktionsweise. Fairtrade-Botschafterin Hannah Rüther, die als Entwicklungshelferin in Afrika das Elend der dritten Welt jahrelang hautnah miterlebt hat, berichtete, dass mittlerweile in 42 000 Geschäften in ganz Deutschland fair gehandelte Produkte zu haben sind. 1,4 Millionen Bauern und Arbeiter damit ihrer Familien – insgesamt sieben Millionen Menschen - profitieren laut Rüther von den ausgehandelten Mindestpreisen, die ihnen ein besseres Leben und ihren Kindern den Schulbesuch und eine vernünftige Ausbildung ermöglichen. Die Einhaltung der FairTrade-Standards werde laufend vor Ort überprüft.

Ulrike Osman

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