Mit Alex Dorow ins Wahljahr 2014

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Der neugewählte Kreisvorstand der CSU Landsberg (stehend, von links): Michael Kießling, Susanne Plesch, Vorsitzender Alex Dorow und Michael Maas mit CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sowie (sitzend, von links) Peter Ditsch, Franziska Reiber, Kathrin Grabmaier und Manfred Hederer

Hofstetten – Landtagsabgeordneter Alex Dorow bleibt CSU-Chef im Landkreis Landsberg. Auf der Kreisdelegiertenversammlung am Freitag bestätigten 91 von 96 Vertretern der CSU-Ortsverbände den 49-Jährigen in seinem Amt.

Auch auf den übrigen Vorstandsposten gab es kaum Veränderungen. Die Riege der vier Stellvertreter setzt sich wie gehabt aus Michael Kießling, Peter Ditsch und Kathrin Grabmaier zusammen, neu hinzu kam Susanne Plesch. Manfred Hederer und Franziska Reiber sind weiterhin Schriftführer, Schatzmeister bleibt Michael Maas.

Im Bericht des Kreisvorsitzenden streifte Dorow wesentliche aktuellen Fragen. Ein wichtiges Thema für den neuen Landrat werde die weitere Umsetzung der Energiewende sein. CSU-Kandidat Thomas Eichinger könne hier im Falle seiner Wahl Perspektiven entwickeln. Der Landkreis als Wachstumsregion und „Premium-Standort für Innovation und Forschung“ sei auf eine ausreichende Versorgung mit Fachkräften angewiesen. Um die sich abzeichnende Lücke zu schließen, sei auch eine gute Infrastruktur inklusive zweiter S-Bahn-Stamm­strecke und DSL notwendig.

Einen Seitenhieb auf die Staatsregierung gab's beim Thema Bildungspolitik. „Ich bin ganz froh, dass es in den nächsten zwei, drei Jahre mal keine Schulreform geben wird“, so Dorow. Er forderte die internationale Vergleichbarkeit aller Abschlüsse sowie mehr Bildungsangebote für Wiedereinsteiger nach Krankheit oder Familienpause. In Sachen Europapolitik gelte es, diese näher an die Menschen zu bringen, zum Beispiel durch die Einführung von Direktstimmkreisen. Denn nicht nur die Landwirtschaft sei den Vorgaben aus Brüssel ausgeliefert, auch die Energiewende könne ohne Europa nicht gelingen.

Zu seiner eigenen Person sagte Dorow, er habe während seiner ersten Amtszeit als Kreisvorsitzender ein halbes Jahr lang mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Ausgerechnet am Tag seiner Wahl habe ihn „eine ziemlich niederschmetternde Diagnose“ erreicht. „Das ist aber jetzt komplett ausgestanden.“

Aus der Versammlung gab es auch einige kritische Fragen. Dr. Manfred Rapp etwa verwunderte die Anzahl der anwesenden Delegierten – 96 waren in den Gasthof Hipp nach Hofstetten gekommen. „Bei der Nominierung des Landratskandidaten waren wir 111, und früher waren auf den Kreisvertreterversammlungen bis zu 145 Delegierte“, so der Fraktionsführer der Kreistags-CSU. „Ist der Mitgliederschwund so groß, oder sind nicht alle Ortsverbände vollzählig vertreten?“ Er habe die aktuelle Mitgliederzahl nicht im Kopf, entgegnete Dorow. Einen Schwund oder Abwärtstrend sehe er aber nicht. Schatzmeister Michael Maas bekräftigte im finanziellen Rechenschaftsbericht, die Mitgliederzahl sei seit Jahren konstant, ohne allerdings eine Zahl zu nennen.

Miteinander reden

Ein anderer Delegierter warf dem Kreisvorstand vor, nicht zu Missständen in der Partei Stellung zu nehmen. Dies trage zur Politikverdrossenheit in der Bevölkerung bei. „Viele identifizieren sich nicht mehr mit der CSU. Das Interesse hat enorm nachgelassen.“ Laut Dorow werde im Landtag und im Kreisverband „so fleißig gear­- beitet, wie man es sich nur denken kann“. Wichtig sei, dies auch zu kommunizieren und den Dialog mit den Bürgern zu pflegen. „Die meisten Probleme sind Kommunikationsprobleme.“ Man müsse mit- statt übereinander reden.

Im übrigen hatten die Kreisvertreter einen wahren Wahlmarathon zu bewältigen. Die Versammlung bestimmte 14 weitere Vorstandsmitglieder, zwei Kassenprüfer sowie Delegierte und Ersatzdelegierte für den Parteitag, den Bezirksparteitag und die Delegiertenversammlung zur Europawahl. Die Entlastung des Kreisvorstands geschah einstimmig.

Ulrike Osman

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