Neuner bleibt CSU-Vorsitzender

Die "Galionsfigur" führt in den Wahlkampf

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Das CSU-Führungstrio mit Galionsfigur (von links): Stellvertreter Berthold Lesch, Schatzmeister Michael Maas, Stellvertreterin Petra Ruffing und 1. Vorsitzender Mathias Neuner. Bei der Versammlung nicht anwesend aber als Stellvertreter gewählt: Andreas Maslo.

Landsberg – Eine Überraschung hatte OB Mathias Neuner bei der Hauptversammlung des CSU Landsberg parat: Er legte sein Amt als Ortsvorsitzender nicht – wie intern angekündigt – nieder. Das gefiel offenbar nicht allen Mitgliedern: Der 46-Jährige erhielt als einziger Kandidat nur 32 von 47 möglichen Stimmen.

Für Neuner selbst kam das Ergebnis nicht überraschend und es ist für ihn nach seiner Auskunft auch nicht problematisch. „Ich bin da keinem beleidigt, das ist nun einmal so in der Demokratie“, sagt er auf Nachfrage und stellt klar: „Es stand ja nicht ,Nein’ auf den Stimmzetteln, sondern ,Lesch’. Insofern bin ich froh, dass ich weiß, dass auch mein Stellvertreter ein gutes Standing hat und bei den Mitgliedern ankommt. Das ist eine Ehre für ihn und stärkt ihn.“

Eben jener Berthold Lesch sollte ursprünglich den Ortsvorsitz übernehmen. Dass es deshalb parteiintern starken Ge­- genwind für Lesch gegeben habe und dessen Wahl in Gefahr gewesen sei, will Neuner nicht kommentieren. Für ihn stehe fest, „dass durchaus sehr viele Mitglieder von ihm überzeugt sind.“ Dennoch sei man jüngst übereingekommen, dass der Oberbürgermeister selbst noch einmal den Ortsverband führen solle, „als Galionsfigur“, wie er selbst sagt

 „Das war auch mit Berthold Lesch so besprochen.“ Allerdings habe es „in der Kürze der Zeit wohl ein Kommunikationsproblem mit einigen Mitgliedern gegeben.“ So erhielt Lesch bei der Wahl offenbar 13 Stimmen, obwohl er gar nicht kandidiert hatte. Lesch selbst hatte Neuner zur Wahl vorgeschlagen: „Gerade jetzt, wo es in den Wahlkampf geht, sollte er mit seiner Popularität als OB vorangehen.“

Neuner selbst sieht seine künftige Rolle im Ortsverband teilweise eher symbolisch. „Ich nehme schon die Fahne in die Hand und marschiere vorneweg“, so Neuner zu den Mitgliedern, während noch die Stimmen ausgezählt wurden. Angesichts seines Amtes als Oberbürgermeister sei ihm aber klar, dass „den Großteil der Arbeit meine Stellvertreter und die Beisitzer leisten müssen, deswegen brauchen wir eine starke Mannschaft.“ Mit der Kommunalwahl im kommenden Jahr stehe man vor einer großen Aufgabe, „als Orts­vor­sitzender möchte ich eine starke CSU im Rathaus und dass wir möglichst viele Leute in den Stadtrat bringen.“ Man müsse nach außen „weiterhin Geschlossenheit und Zusammenhalt“ demonstrieren.

Via Skype aus Finnland

Unterstützen werden Neuner neben bekannten Gesichtern auch Neulinge in den Ämtern, die überwiegend mit deutlicher Mehrheit gewählt wurden – auch sein Stellvertreter Berthold Lesch (42 von 47 Stimmen). An seiner Seite stehen Petra Ruffing (37 Stimmen) und Andreas Maslo (38), der sich nach einigen technischen Schwierigkeiten via Skype kurz von seinem Finnlandaufenthalt bei der Mitgliederversammlung im Landsberger Hof meldete.

Eine ungewöhnliche Offerte wurde dagegen nicht angenommen. „Dr. Rainer Gottwald hat mir eine E-Mail geschrieben, dass er ebenfalls als Stellvertreter kandidieren würde“, berichtete Neuner. „Ich schlage ihn allerdings nicht vor, das müsste schon jemand anders tun.“ Dafür fand sich kein Mitglied; da von Gottwald, der nicht anwesend war, außerdem keine schriftliche Erklärung vorlag, dass er die Wahl im Falle eines Erfolges annehmen würde, wurde das Thema dann aus formalen Gründen schnell zu den Akten gelegt.

Der neue CSU-Ortsvorstand

• Vorsitzender: Mathias Neuner • Stellvertreter: Berthold Lesch, Andreas Maslo, Petra Ruffing • Schatzmeister: Michael Maas • Schriftführer: Rüdiger Riedrich • Beisitzer: Petra Freischle, Helga Friedrich, Dorle Müller, Bernhard Ott, Rudi Pohl, Franziska Reiber, Harry Reitmeir, Robert Wolf, Andreas Zink • Kassenprüfer: Uwe Webers, Dietrich Nölte.

Christoph Kruse

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