Landsberg im Urlaub

Der TSV verpasste den Aufstieg in die Bayernliga knapp – die Spieler Sebastian Spreizer (links) und Spielertrainer Sven Kresin waren zurecht enttäuscht. Foto: Kruse

Nach sage und schreibe 97:37 Minuten wurde am Pfingstmontag im Hacker-Sportpark gejubelt – allerdings waren es die Gäste vom FC Affing, die vor rekordverdächtiger Kulisse nach dem 2:2 (2:0) ausgelassen mit ihren Fans feierten. Affing spielt damit gegen Gundelfingen (3:0 in Pipinsried) um den Aufstieg in die Bayernliga Süd, der TSV hat sein Saisonziel verfehlt und bleibt in der Landesliga.

Fast 1000 Zuschauer drängten sich im Sportpark, noch zehn Minuten nach Anpfiff standen lange Schlangen vor den Kassen – die Ausgangsposition war spannend genug, um auch in Landsberg einmal die Massen zu mobilisieren. Nach dem 0:0 in Affing hatten die Gastgeber alle Trümpfe in der Hand, auch wenn man auf die Verletzten Strohhofer und Nebihi verzichten musste. Zunächst tat das dem Landsberger Spiel keinen Abbruch. Nur zweimal musste sich TSV-Keeper Obermayer in der ersten Halbzeit gegen die Affinger Angreifer bewähren (21./42.), ansonsten dominierten die Hausherren. Bonferts Kopfballtor (7.) wurde wegen Abseits noch nicht anerkannt, doch nach 13 Minuten gab es am 1:0 nichts mehr zu deuteln. Einen Freistoß von der Torauslinie schlenzte Salemovic an den langen Pfosten, über die dort herrschende Einsamkeit tröstete sich Leszczynski mit seinem lockeren Kopfball ins Netz hinweg. Der TSV zeigte nun immer wieder gelungene Spielzüge, nach einem Konter hatte Ünlü den Keeper schon überwunden, doch Nießeler schlug den Ball noch von der Linie (25.). Bonfert setzte einen Freistoß knapp rechts oben vorbei (32.), machte es dann kurz vor der Pause allerdings besser: Nachdem Salemovic mit dem Ball am Fuß quer über das gesamte Feld nicht zu stoppen war und flankte, legte Leszczynski den Ball artistisch zurück auf Bonfert, der keine Mühe hatte, zum 2:0 zu verwandeln. Nach der Pause kehrten die Teams unverändert zurück und wirkten doch wie ausgewechselt. Affing setzte sofort ein Ausrufungszeichen: Mit einem einfachen Ball wurde die Landsberger Innenverteidigung ausgehebelt, Kefer kam im Strafraum vor Obermayer an den Ball und verkürzte nach wenigen Sekunden auf 2:1 (46.). Beim TSV ging nun zusehends die Ordnung verloren, Affing gab dagegen mit seinen spritzigen Angreifern richtig Gas. Und diese jungen Offensivkräfte, die nun mehr und mehr mit langen Bällen bedient wurden, bekam man nicht in den Griff, die Souveränität war wie verflogen, der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit. Nach einem weiteren Stellungsfehler traf Bauer den rechten Pfosten (53.), doch die Gäste spielten auch in den Folgeminuten fast nach Belieben auf. So überraschte das 2:2 (60.), als Löw den Ball von rechts überlegt ins lange Eck schlenzte, dann auch niemand mehr. Erst danach fing sich der TSV wieder. Zwar war man mit den meist über Bonfert, Salemovic oder Ünlü vorgetragenen Vorstößen für Affing eigentlich gut auszurechnen, dennoch konnten sich die nie aufgebenden Landsberger noch ihre Chancen auf das entscheidende Siegtor erarbeiten. Bonfert legte sich den Ball im Strafraum noch schön auf den linken Fuß, scheiterte aber am herausstürzenden Torhüter Gail (64.). Der kratzte in der 76. Minute auch einen Salemovic-Freistoß aus dem rechten Winkel und faustete zwei Minuten später einen Ünlü-Schuss noch weg. Die Schlussphase der Partie kam dann aus dem Vorlagenbuch der dramatischen Relegationsspiele: Affinger, die sich nach harmlosen Fouls am Boden wälzten und behandeln ließen, standen Landsbergern gegenüber, die in ihren Bemühungen zusehends hektischer wurden und sich zum Schluss noch selbst dezimierten. Nachdem Lemmer zum wiederholten Male durchgebrochen war, musste Buschel Zentimeter vor dem Strafraum die Notbremse ziehen und ging mit Rot vom Platz. Die letzten Hoffnungen schwanden, als Torhüter Obermayer – der nach einem Foul an ihm kurz zuvor bereits die Gelbe Karte wegen Reklamierens gesehen hatte – den Ball nicht nach vorne schlug, sondern mit Affings Bauer in den Infight ging (92.). Die Folge: Gelb für Bauer, Gelb-Rot für Obermayer, Affing weiter, Landsberg im Urlaub.

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