Bald Fairtrade-Stadt?

Jetzt fehlt nur noch das Gütesiegel

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Kaffee, Tee, Zucker, Honig oder Schokolade: im Eine-Welt-Laden gibt es jetzt schon alles was das Herz begehrt – und zwar fair gehandelt.

Landsberg – Der Oberbürgermeister tut es in seinem Büro, der Stadtrat bei seinen Sitzungen: Man trinkt fair gehandelten Kaffee. „Wir haben im Rathaus mehrere Sorten ausprobiert, und sie sind noch nicht mal wesentlich teurer“, berichtete Mathias Neuner jüngst bei einer Infoveranstaltung zum Thema Fairtrade-Stadt.

Für OB Neuner ist klar: „Fair gehandelte Produkte stehen der Stadt sehr gut.“ Deshalb wird Landsberg sich höchstwahrscheinlich bald offiziell Fairtrade-Stadt nennen dürfen. Die Steuerungsgruppe um ÖDP-Stadtrat Wolfgang Buttner und Oliver Wild vom Nord-Süd-Forum schickte im Anschluss an die Veranstaltung die Bewerbung um das Fairtrade-Siegel an den Trägerverein TransFair nach Köln. Längst haben sich in der Lechstadt mehr als die geforderten sechs Einzelhändler und drei gastronomischen Betriebe gefunden, die jeweils mindestens zwei fair gehandelte Produkte in ihren Regalen beziehungsweise auf der Speisekarte haben. Wild spricht von rund 15 Betrieben insgesamt.

Eine weitere Voraussetzung für die Verleihung des Siegels ist ein entsprechendes Engagement der örtlichen Schulen, Vereine und Kirchen. Hier punktet Landsberg unter anderem mit dem Dominikus-Zimmermann-Gymansium (DZG), das den fairen Handel zum Seminarthema für die Oberstufe machte.

Der Begriff Fairtrade steht für die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards, für faire Löhne sowie für ein Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit. Zu den Produkten, um die es dabei geht, gehören neben Kaffee, Bananen, Schokolade und Kleidung auch technologische Geräte wie Handys und Computer. Die hierfür benötigten Metalle werden häufig unter unmenschlichen und umweltschädlichen Bedingungen gewonnen.

Oberbürgermeister Neuner erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Stadtratsdiskussionen um den Granit für den Hauptplatzumbau, der bekanntlich aus China bezogen wurde. Man habe sich zuvor intensiv mit dessen Produktionsbedingungen befasst. Dass Landsberg nun das Gütesiegel Fairtrade-Town anstrebe, „ist nur der konsequente nächste Schritt“. Nachdem die Bewerbung bei TransFair eingegangen ist, wird der Verein Kon­- tro­lleure nach Landsberg schicken, um die Angaben zu überprüfen.

Ulrike Osman

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