LENA geht ganz hoch hinaus

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Imposant: 57,3 Meter lang und 10,4 Tonnen schwer sind die Rotoren der Nordex N117/2400, die auch im Kingwald im Fuchstal errichtet werden sollen.

Landsberg – Im wahrsten Sinn des Wortes ganz hoch hinaus ist es kürzlich für einige Mitglieder der Landsberger Energie-Agentur (LENA) gegangen. Sie besuchten und be­stiegen die Windenergieanlagen der „Bürgerwind Lamer- dingen GmbH&Co. KG“ und kamen dabei ganz schön ins Schwitzen – nicht nur wegen der Hitze.

Mit dem Fahrrad ging es vom Landratsamt Landsberg aus in Richtung Lamerdingen, wobei sich während der Fahrt noch einige interessierte Radler dazugesellten. An einem der insgesamt 199 Meter hohen Windräder (Nabenhöhe 141 Meter) angekommen, nahmen schließlich 20 Personen höchst interessiert an der Führung und Besteigung des Windkraftrades teil. Robert Sing, Geschäftsführer des gleichnamigen Ingenieurbüros in Landsberg (plant auch die Anlagen im Fuchstal), und seine Mitarbeiter nahmen die LENA-Gruppe in Empfang.

Im Windrad nach oben

Die beiden Anlagen vom Typ Nordex N117/2400 haben eine Nennleistung von 2400 kW, erläuterte Sing. Ende vergangenen Jahres habe sie die Bürger- wind Lamerdingen in Betrieb genommen und seitdem insgesamt rund sieben Millionen kWh Strom erzeugt. Durch den Turmeingang wird die Landsberger Gruppe zunächst ins Erdgeschoss mit der Steuerungszentrale und dem Transformator geführt. Hier erfährt sie, dass die Anlage einen jährlichen Energie-Eigenbedarf von rund 15000 kWh hat und welche Wartungen und Regelmechanismen vorhanden sind.

Im Inneren des Hybridturms geht eine kurze Leiter in den nur wenige Meter tiefen Fundamentkeller mit seinen 21,5 Meter Durchmesser. Hybrid des- halb, weil etwa zwei Drittel des Turms aus halbrunden und zusammengespannten Betonelementen bestehen und der obere Abschnitt aus einem Stahlrohr. Dorthin kommt man über eine etwa 135 Meter hohe Leiter im Innern, auf die zusätzlich noch ein kleiner Aufzug aufmontiert ist.

Nach sieben Minuten Fahrzeit muss muss die LENA-Gruppe, unter ihnen auch Vize Jochen Müller, nur noch eine kurze Leiter erklimmen und ist schon im 91,5 Tonnen schweren Maschinenhaus. Hier befinden sich die Nabe zum Rotorkopf, das Planeten-Getriebe und der Generator. Noch ein bisschen höher geklettert und schon kann, wer Mut hat, durch eine winzige Luke auf das Dach steigen und einen überwältigenden Blick genießen: auf die 57,3 Meter langen und je 10,4 Tonnen schweren Rotorblätter ebenso wie in die Landschaft. „Der Ausblick ist einmalig“, schwärmt Müller noch immer.

Bei der gerade vorherrschenden Windgeschwindigkeit von drei bis vier Meter pro Sekunde kann die Gruppe sogar die Anfahrt der Rotoren miterleben. Dies ist die mindestens nötige Windgeschwindigkeit, um elektrische Energie produzieren zu können, erläutert Dip.-Ingenieur Sing, bei 20 m/s müsse die Anlage abgestellt werden. Die auf die einstellbaren Rotoren einwirkenden Kräfte seien dann zu hoch.

Die beiden Bürgerwind-Anlagen in Lamerdingen haben seit ihrer Inbetriebnahme die Verbrennung von über 2000 Tonnen Steinkohle ersetzt, rechnet LENA-Vize Müller vor, „das verhinderte die Freisetzung von rund 6000 Tonnen CO2.“ Innerhalb von rund drei Monaten sei die Energie, die zur Produktion der Anlagen nötig war, wieder eingefahren worden.

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