"Großer" Jahrgang verlässt das IKG

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Dreimal eine glatte Eins: Die Abiturientinnen Katharina Strack, Carina Schramm und Sophie Rauschmayr (von links) fuhren am IKG die Traumnote von 1,0 ein.

Landsberg – „Ihr seid ein ganz großer Jahrgang“, bilanzierte Schulleiterin Ursula Triller, nachdem sämtliche Abiturienten des Ignaz-Kögler-Gymnasiums (IKG) im Sportzentrum ihr Zeugnis in Empfang genommen hatten. Das treffe sowohl quantitativ, 140 junge Menschen hatten in diesem Rekordjahrgang ihre Hochschulreife unter Beweis gestellt, als auch menschlich zu. Denn die engagierte Abschlussklasse werde eine Lücke hinterlassen.

Schon zuvor hatten die beiden Abiturienten Korbinian Bornhöft und Maria Lindner die Veranstaltung mit einer launigen Rede – teils im Dialekt, teils hochdeutsch – eröffnet. Sie bemühten das Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich als Sinnbild ihres Werdegangs und ihrer Zukunft: Einen nicht immer einfachen Aufstieg hätten die Schüler miteinander gemeistert, nun gelte es, innezuhalten und kurz melancholisch zurückzublicken. Auf einen gemeinsam durchgestandenen vermeintlichen Amoklauf im Jahr 2009, der eine große Belastung dargestellt habe, Aufenthalte im Schullandheim und die finalen Prüfungen, die es „eingepfercht“ in der Sporthalle zu schreiben galt. Auch das Thema Pubertät, mit der teils Konflikte und Mobbing einhergegangen seien, scheuten Bornhöft und Lindner nicht. Doch auch nach vorne richte sich das Augenmerk natürlich, man stehe erst am Anfang eines Lebens voller Optionen, das so bunt sei, wie die Schülerschar selbst.

Das traf den Nagel definitiv auf den Kopf. Denn nacheinander tummelten sich die verschiedensten Charaktere auf der Bühne, um sich ihre Zeugnisse abzuholen. Während die einen in Freizeitklamotten die Stufen emporstiegen, hatten sich andere in feinen Zwirn geworfen oder aufwendige Frisuren mit schicken Abendkleidern und Dirndln kombiniert. Jeweils begleitet von wummernden Beats, Hip-Hop mit Gangster-Attitüde, Metal, pompöser Film-Musik oder Hits, die lange vor ihrer Geburt in den Discos der Welt auf und ab liefen.

Ihre Hochschulreife erworben hatten am IKG 140 Abiturienten – ein neuer Rekordjahrgang. Zehn waren erst nach der 10. Klasse von der Realschule dazugestoßen. Insgesamt 44 mal steht im Zeugnis eine Eins vor der Gesamtnote, dreimal wurde das Traumergebnis 1,0 eingefahren.

Direktorin Triller griff das Abi-Motto „Willkommen in der Freiheit, Bruder“ aus dem „Schuh des Manitu“ auf, um in Manier eines Karl May einen Rückblick zu wagen. Als „Große Mutter“ zog sie Vergleiche zu Indianern, Trappern und Cowboys und berichtete vom Werdegang der einstmaligen „Greenhorns“ hin zu Abiturienten.

Oberstufenkoordinator Konrad Schiebel, der bei seiner Schülerschaft offenbar einen besonderen Stein im Brett hatte, nutzte die Gelegenheit, trotz mehrfacher anderslautender Beteuerungen auf Defizite im Bildungssystem hinzuweisen und mahnte die jungen Menschen gleichzeitig zu Demut im Moment des individuellen Erfolgs: „Der Mensch beginnt nicht beim Abitur oder beim Akademiker.“ Insgesamt sei ihm der gesamte „Schwarm“ sehr ans Herz gewachsen. „Nicht jeden Tag gleich intensiv aber dann doch immer öfter.“ Zum Schluss schloss er mit seinen Ex-Schülern die Vereinbarung, „jetzt hinauszugehen und etwas draus zu machen.“

Rasso Schorer

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