Kleinigkeiten sind auch wichtig

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Die Bürger haben das Sagen: Im neuen Bürgerpanel bewerten die Befragten den Vorschlag, die Fußgängerzone bis zum Sandauer Tor auszuweiten

Landsberg – Aktiv sollen die Bürger der Lechstadt werden, wenn es um die Themen Wohnen und Verkehr geht. Im Rahmen des „Integrierten Stadtentwicklungskonzepts“ (ISEK) kann sich nun jeder beteiligen und an einer Bürgerbefragung teilnehmen. Die Fragebögen „Zukunft am Lech“ sind verschickt.

„Mit diesem Bürgerpanel wollen wir herausfinden, was die Leute interessiert“, erklärt Stadtbaumeisterin Annegret Michler. Zunächst gehe es um ein Stimmungsbild der Bürger, insbesondere die kurzfristigen Maßnahmen zum Thema Verkehr und Wohnen sollen priorisiert werden. Kurzfristig des­halb, weil die Projekte dann bald umsetzbar seien und auch die Haushaltslage keine größeren, langfristigen Maßnahmen zulässt. „Wenn etwas zu lange in der Schublade liegt, ist man frustriert, weil nichts vorwärts geht“, erklärt Michler. Etwa lautet eine Frage, wo Sitzgelegenheiten platziert werden können oder wie man bisher namenlose Wege benennen und beschildern könnte. Auch die Idee einer erweiterten Fußgängerzone vom Hauptplatz bis zum Sandauer Tor können die Befragten bewerten.

„Kleinigkeiten sind wichtig“, meint OB Mathias Neuner. „Die Leute wollen sich beteiligen und sehen, dass sie Ernst genommen werden.“ Somit müsse man sich auf kleinere und günstigere Maßnahmen berufen und diese dann möglichst schnell umsetzen.

750 Bürger werden angeschrieben, erklärt Caroline Fischer vom Stadtbauamt. Diese Personen wurden so ausgewählt, dass sie die Gesamtbevölkerung widerspiegeln. Sie füllen den Fragebogen anonym aus, ein angehängtes Formular sei abzutrennen, wenn die Bürger mehr Informationen wünschen. „Natürlich kann jeder teilnehmen“, betont die Geographin. Die Fragebögen liegen dann öffentlich aus, etwa im Bürgerbüro oder im Rathaus. Zwei Wochen haben die Bürger dann Zeit, um den Bogen auszufüllen. „Das dauert nur zehn bis 15 Minuten.“ Auch soll der Bogen auf der Homepage der Stadt online verfügbar sein. Für Fragen zum Ausfüllen stehe Caroline Fischer jederzeit bereit.

„Die Kritik am ersten Bürgerpanel war, dass keine Kinder und Jugendlichen einbezogen wurden“, sagt Fischer. „Das haben wir jetzt rechtlich geklärt.“ Ab elf Jahren besitzen Kinder eine sogenannte Einsichtsfähigkeit und daher habe man sich entschlossen, mit den Landsberger Schulen zusammenzuarbeiten – zwei Schulen erklärten sich bereit, das Thema im Unterricht aufzugreifen.

Um Allgemeines ging es laut Annegret Michler noch beim ersten Panel, jetzt seien schon Fachthemen einbezogen. „Ich bin gespannt, wie das angenommen wird.“ Die Umsetzbarkeit einiger Maßnahmen müsse man anschließend klären. „Noch ist es ergebnisoffen“, erklärt Michler. „Wir wollen dann an einem Aktionstag alles aufnehmen, was die Bürger interessiert.“

Unter dem Motto „Landsberg macht mobil“ findet am 20. April der Aktionstag statt, bei dem verschiedene Maßnahmen eingehend diskutiert werden. Unter anderem nimmt auch der Experte für Stadtentwicklung, Prof. Dr. Hermann Knoflacher aus Wien, teil. Die Ergebnisse daraus stellen schließlich die Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat dar.

Janina Bauch

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