Start ab 1. September

Kunst im "Tunnel"

+
Der Landsberger Kunstautomat geht ins zweite Jahr und in die fünfte Spielzeit.

Landsberg – Inzwischen sind sie fast schon Tradition, die Vernissagen des Landsberger Kunstautomaten. Im September vor einem Jahr startete der Kunstautomat mit seinem Motto „Mehr Kunst von mehr Künstlern für mehr Menschen“. Und heuer am 1. September ist es wieder so weit: Die fünfte Spielzeit – die erste des zweiten Jahres – wird eingeläutet.

Die vergangenen 365 Tage waren ein voller Erfolg: Über 500 Kunstwerke wurden aus dem umfunktionierten Zigarettenautomaten gezogen. Das wird gefeiert! Am morgigen Donnerstag, 1. September, öffnet nach der Vernissage in der Schlossberggarage die Ausstellung „Der Landsberger Kunstautomat – Das erste Jahr“ im „projekt…raum“ von Catherine Koletzko. Alle 24 Kunstwerke in einem Raum. Und damit man nicht die Übersicht verliert, gibt’s dazu sogar einen Katalog.

Ob Nudelbrett, Musik, Fotografie oder Steinskulptur: Im Landsberger Kunstautomat gibt‘s ab dem 1. September wieder tolle Kunst zu ziehen. Die Vernissage zur fünften Spielzeit beginnt um 19.30 Uhr vor dem Automaten in der Schlossberggarage. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Künstler sorgt der Musiker Michael Lutzeier aus Dießen mit seinem begnadeten Saxophon­spiel für die richtige Atmosphäre im „Tunnel“. Und mit fünf Euro kann jeder gleich eines der neuen Kunstwerke aus dem Automaten ziehen:

Leonhard Schlögel arbeitet normalerweise etwas großformatiger. Für den Kunstautomaten hat er allerdings extra zigarettenschachtelgroße Steinskulpturen geschaffen: „Der gebrochene Stein“. In die Bruchfläche kann etwas eingelegt sein oder aber sie gestaltet die Distanz zwischen den Flächen. Der Bildhauer hat sein Atelier im Kloster Wessobrunn, wo seine abstrakten aber auch figurativen Werke entstehen.

Der bekannte Jazz-Saxophonist Michael Lutzeier steuert eine eigene Stückinterpretation auf USB-Stick bei: „Die Verwandlung“, ein Stück, das sowohl auf Kafka als auch Musikroboter anspielt und in einem Express­zug geschrieben wurde. Lutzeier lebt seit über zehn Jahren in Dießen, ist aber musikalisch in der ganzen Welt unterwegs. Von Italien, Kalifornien und England über Norwegen tritt er auf Festivals, im Grand-Hotel, in Jazz-Clubs und auch in einfachsten Jazz-Beiseln auf.

Ulrike Krome bleibt nicht nur dem Kunstautomat treu, sondern auch ihren Meerfarbpastillen. Dieses Mal widmet sie die kreisrunden Magnete der „Eat Art“: Wie auf einem Nudelbrett arrangiert sie Nudeln verschiedenster Formen und bemalt diese monochrom – ein Magnet perfekt für den Einkaufszettel am Kühlschrank. Die aus dem Rheinland stammende Künstlerin hat ihre Lebensfreude mit nach Bayern gebracht, wo sie seit vielen Jahren lebt.

Der Fotograf Peter Wilson ist schon durch sein Projekt „Landsberger Leute“ aufgefallen, in dem er Menschen aus dem Landkreis fotografisch porträtiert. Für den Kunstautomaten hat er kleine Fotografien unter dem Titel „Oh!“ gemacht, die Geschichten erzählen. Zum Beispiel die der kleinen Dame im grünen Kleid. Der Grafikdesigner kommt aus England, verliebte sich in eine deutsche Frau und lebt in Landsberg.

Gislinde Schröter besticht mit ihren „figuralen Objekten“, in denen sie Fundstücke zu ganz eigenen Kunstwerken zusammenfasst. Auf Karton oder als kleine Figuren bezaubern die Objekte sowohl durch Ästhetik als auch mit einem leisen Augenzwinkern. „Als Gestalterin bin ich Autodidaktin“, sagt die in Buchloe geborene Künstlerin. Aber vieles habe sie in Gesprächen mit ihrem Mann Klaus, Professor für Gestaltungsgrundlehre, gelernt.

„Gebrauchte Bücher stecken immer voller Geheimnisse und Überraschungen“, sagt Caroline Meerwaldt. Für den Kunstautomaten haben sich kleine Figuren zu Meerwaldts Buchobjekten gesellt, die Teile älterer Bücher aus dem Antiquariat oder der Fundkiste sind. Und dort führen die kleinen Figuren fast ein Eigenleben. Die als Sonderpädagogin arbeitende Künstlerin lebt in Landsberg.

Meistgelesene Artikel

Vier Etagen und viel Licht

Landkreis – Es sei lediglich eine „graphische Umsetzung des Flächenbedarfs; kein Plan, keine Lösung“, betont Hochbauamtschef Christian Kusch mit …
Vier Etagen und viel Licht

Städtisches Alkoholverbot?

Landsberg – Mit Unterstützung seiner Fraktionskollegen der Landsberger Mitte fordert Stadtrat Dr. Wolfgang Weisensee, der als Leitender Notarzt tätig …
Städtisches Alkoholverbot?

Ein Londoner Architekt formt den Lechsteg

Landsberg – Der aus Deutschland stammende Architekt Dirk Krolikowski vom Londoner Architekturbüro DKFS wird gemeinsam mit dem Münchener Ingenieurbüro …
Ein Londoner Architekt formt den Lechsteg

Kommentare