Planspiel Kommunalpolitik

Plötzlich Stadtrat

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Einmal Stadtrat sein und spannende Entscheidung treffen: In diesen Genuss kamen am Freitag 10. Klässler der Mittelschule Landsberg.

Landsberg – Ohne Jugend ist kein Staat zu machen! Mandatsträger beklagen das mangelnde Interesse der Jugendlichen an Politik, die Jugendlichen wiederum klagen über fehlende Beteiligungsmöglichkeiten. Wie man Jugend und politisches Interesse zusammenbringt, haben Friedrich-Ebert-Stiftung, Stadt und Mittelschule Landsberg jetzt im „Planspiel Kommunalpolitik“ aufgezeigt. Höhepunkt war am Freitagvormittag eine öffentliche Stadtratssitzung unter der Leitung von OB Mathias Neuner.

Nicht passiv als Zuhörer einer Ratssitzung, sondern aktiv mittendrin als Gestalter eines demokratischen Entscheidungsprozesses – diese Möglichkeit eröffnete sich jetzt für die beiden 10. Klassen der Mittelschule. Und dabei erfuhren die Jugendlichen in der Stadtratsrolle, dass es sogar richtig spannend werden kann, wenn es dabei um Probleme in der eigenen Stadt geht.

Die Vorbereitungen für die „gespielte Sitzung“ erfolgte an zwei Projekttagen unter der Leitung erfahrener Jugendtrainer der Friedrich-Ebert-Stiftung. Am zweiten Projekttag erarbeiteten dann fünf „echte Stadtratsmitglieder“ gemeinsam mit den Schülern Anträge und Anfragen und standen ihnen für Auskünfte zur Verfügung.

Nachdem die Jugendlichen bereits eine Stadtratssitzung im Historischen Rathaus besucht hatten, um „Originalluft“ zu schnuppern, schlüpften sie am Freitag beim großen Finale in ihre Rollen. Sie bildeten Fraktion, diskutierten und trafen unter Sachzwang wichtige Ent- scheidungen – unter der Sitzungsleitung des echten Oberbürgermeisters.

Gegenstand der Debatten waren von den Schülern selbst gewählte Themen aus ihrer Heimatstadt. So forderten die beiden Fraktionen „POG“ und „Die Alphas“ weitere Treffmöglichkeiten für Jugendliche in Landsberg, insbesondere für ältere im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Und das Jugendzentrum in der Spöttinger Straße möge saniert werden. Die Fraktion „DPSeven“ legte Wert auf bessere Busverbindungen oder eine Ausweitung des Sammeltaxis in die umliegenden Stadtteile – und das auch am Nachmittag, Abend sowie am Wochenende.

Die sportbegeisterten „DFfL“ und „KAQ“ bestanden auf eine Erneuerung des Kunstrasens sowie des Tartanplatzes am städtischen Sportzentrum, auch die Sportanlage am Ignaz-Kögler-Gymnasium sollte verbessert werden: Dort fehlen sowohl das Tornetz als auch ein großes Fangnetz im Bereich der Sitzmöglichkeiten zur Lech-Turnhalle hin. „Ein Verweilen wird somit unmöglich“, so die Kritik im Rat, das solle umgehend geändert werden.

Ernstgenommen

Mit Begeisterung waren die jungen Erwachsenen bei der Sache: „Die Stadträte hören uns tatsächlich zu und nehmen uns ernst“, war eine der positiven Erfahrungen beim „Planspiel Kommunalpolitik“. Der Jugendreferent des Stadtrates Moritz Hartmann, zugleich Vorsitzender des Kreisju- gendrings Landsberg, will die am Freitag „beschlossenen“ Anträge der Mittelschüler zur nächsten Stadtratssitzung mitbringen, in der Hoffnung, dass sie dort abermals Gehör finden werden.

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