Antennen ohne Erlaubnis

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Mit den beiden Mobilfunktürmen auf dem Dach des AWO-Seniorenzentrums in der Lechstraße wird sich demnächst der Stadtrat befassen.

Landsberg – Das Thema Mobilfunkantennen im Bereich der Altstadt wird Verwaltung und Stadtrat weiter beschäftigten. Mit Blick auf die beiden Anlagen auf dem Senio­renzentrum der AWO in der Lechstraße wird es um die Frage gehen, ob sie trotz Altstadtsatzung und Ensembleschutz noch zu halten sind. Für die beiden Antennen gibt es laut Claus Müller vom Bauordnungsamt keine denkmalrechtliche Erlaubnis.

Sowohl Christoph Jell (UBV) als auch Helmut Weber (CSU) und mit ihnen die meisten Ratsmitglieder auch, erfuhren aus dem KREISBOTEN von den Antennen im schutzwürdigen Altstadtgebiet. Das sei „nicht be­sonders glücklich“, übte Jell Kritik, nachdem Weber im Vorfeld nähere Informationen eingefordert hatte. Mehr gab’s am Mittwoch im Bauausschuss aller- dings nicht, denn laut OB Mathias Neuner (CSU) werde sich der Stadtrat demnächst mit dem Thema befassen – und eventuell auch entscheiden.

Grundsätzlich, so Referatsleiter Müller, bedarf es keiner Entscheidung des Stadtrats, denn die denkmalrechtliche Genehmigung sei unter Berücksichtigung von Altstadtsatzung und Ensembleschutz Sache der Verwaltung. Weiter wies Müller darauf hin, dass Mobilfunkanlagen laut Bayerischer Bauordnung verfahrensfrei seien, die Antenne selbst keiner Höhenbeschränkung unterliege, der Mast aber nicht höher als zehn Meter sein dürfe, was auf dem Dach der AWO auch nicht der Fall sei.

Nur einen Steinwurf vom Sandauer Tor entfernt: zwei Mobilfunkanlagen auf dem Dach der Elektrizitätswerke Landsberg – von der Stadt genehmigt.

Die Anlage der Deutschen Funkturm GmbH sei 2004 noch auf dem Altbau der AWO errichtet und später auf den Neubau umgesetzt worden, erläu­terte Müller im Bauausschuss. Im vergangenen Jahr sei sie dann modifiziert und „auf Wunsch der AWO“ komplett verkleidet worden. Im Herbst desselben Jahres baute Vodafon die zweite Anlage, die im Moment noch nicht in Betrieb sei. Eine denkmalrechtliche Erlaubnis sei weder für die zehn Jahre alte noch für die neue Anlage erteilt, so Müller, doch beide Unternehmen hätten auf Aufforderung entsprechende Anträge gestellt. „Es gibt aber noch keine Bescheide.“ Jetzt gelte es, abzuwägen zwischen Ensembleschutz und Mobilfunkversorgung. Letzteres sei nach Ansicht von Ordnungsamtsleiter Ernst Müller auch eine öffentliche Aufgabe: „Mit der Beseitigung der Anlagen würden wir ein Loch ins Netz reißen und hätten dann ein Problem in der Altstadt.“ Ohnehin liegt das AWO-Bürgerstift am Rand des Ensembleschutzgebietes. Da könne man, so Claus Müller, durchaus die Meinung vertreten, dass dort Antennen nicht so störend seien wie in der Altstadt. Außerdem sei es in diesem Bereich nicht die einzige Anlage, nur ein „paar Meter weiter“, auf dem Dach der Elektrizitätswerke Landsberg befinde sich die nächste – nur einen Steinwurf vom Sandauer Tor entfernt, aber von der Stadt genehmigt.

Wie mit den beiden strittigen Anlagen zu verfahren ist, bleibt noch offen. Während Martin Zeiser (CSU) davor warnte, Tür und Tor zu öffnen, brachte seine Fraktionskollegin Petra Kohler-Ettner eine Verlegung auf das Dach des neuen Kaufhauses in der Augsburger Straße ins Gespräch. Wolfgang Buttner (ÖDP) forderte im Falle einer Genehmigung gar, den Denkmalschutz in diesem Bereich aufzuheben – und erinnerte an das „Riesenproblem“ des Ignaz-Kögler-Gymnasiums im Zusammenhang mit der geplanten Solaranlage auf dem Schuldach.

Eine Beseitung der Mobilfunkantennen auf dem AWO-Dach sei laut Referatsleiter Claus Müller über den Ensembleschutz zwar möglich, doch würde das „sehr schwer“.

Toni Schwaiger

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