Der Token sitzt fest

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Das städtische Token-System zur Entlastung der einkaufenden Tiefgaragennutzer kommt nicht vom Fleck.

Landsberg – Wie man trotz der erhöhten Parkgebühren Kunden in die Innenstadt locken kann, wird zwischen der AG Innenstadt, den Stadtwerken und der Stadtverwaltung schon länger diskutiert – auch das beschlossene „Token-Konzept“. Doch das System scheint einige Geburtsfehler zu haben.

Dass das beschlossene „Token-Konzept“ derzeit nicht vom Fleck kommt, liegt nach Auskunft von Tobias Frage (AG Innenstadt) aber nicht etwa an mangelndem Engagement der Einzelhändler – was Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) aber sowohl Frage selbst als auch Heinrich Pflanz vorwirft.

Während Stadtwerke-Vorstand Norbert Köhler „kein Verständnis hat, dass nur 18 Geschäfte bei der Geschichte mit­machen“, musste er sich entgegnen lassen, dass sein Unternehmen derzeit überhaupt keine Rabatt-Münzen für die Einzelhändler vorrätig hat – „es gibt nur eine Warteliste, auf die man sich eintragen lassen kann“, sagt Johanna Pflanz. Einzelne Händler seien deshalb bereits mehrfach bei dem Versuch gescheitert, sich an dem System zu beteiligen.

Offenbar sind von den 7000 in den beiden letzten Monaten ausgeteilten Token nur wenige in die Parkhauskassen zurückgeflossen. „Ich kann Herrn Köhler auch nicht sagen, wo die sind, sie werden von den Einzelhändlern an die Kunden ausgegeben. Vielleicht haben Sie die­jenigen Autofahrer im Geldbeutel, die schon gar nicht mehr nach Landsberg kommen.“

Dabei war das Token-System zwischenzeitlich wegen zu hoher Kosten beinahe schon beerdigt worden. Es sei besser, Parkkarten im Wert von 50 Cent und einem Euro zu drucken und an Kunden zu verteilen, hatte es von den Stadt­werken geheißen. Bei genauerer Prüfung stellte sich aber heraus, dass dafür 100000 Euro investiert werden müssten, zusätzlich wären IT-Servicekosten von 10000 Euro jährlich angefallen – derzeit viel zu teuer.

Auf die Lieferung warten

Jetzt ist man zurück bei den Token und wartet auf die nachbestellten Münzen. Erst dann soll ein Brief von den Stadtwerken an die Einzelhändler geschickt werden, in dem die Bedingungen (der Kunde erhält einen Parkrabatt von einem Euro, den sich Stadtwerke und Handel teilen) und die Erhältlichkeit der Token beschrieben werden. Tobias Frage: „Es bringt ja nichts, jetzt über 100 Händler anzuschreiben, wenn gar keine Münzen da sind.“

Die Schwierigkeiten und das Aufbegehren gegen die neuen Gebühren wundern Frage überhaupt nicht. „Wir haben eindringlich die Erstellung eines Gesamtkonzeptes gefordert, bevor man die Gebühren erhöht, aber es ist nichts geschehen. Dass das schiefgehen würde, haben wir vorhergesagt.“

Christoph Kruse

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