Tafel funkt SOS

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Marlies Klocker (rote Bluse) sucht mit ihren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern dringend eine neue Bleibe für die Landsberger Tafel.

Landsberg – Die Uhr tickt unbarmherzig: Am 29. Dezember ist die letzte Lebensmittel-Ausgabe der Landsberger Tafel in der alten Pflugfabrik Pöttinger in der Von-Kühlmann-Straße 25 gegenüber dem Mutterturm. Bis zum 31. muss dann alles an Mobiliar und Kühlschränken ausgeräumt sein.

Auf dem Gelände der Pflugfabrik werden Wohnungen gebaut, so dass die existenzbedrohende Frage lautet „Wohin mit der Tafel?“ Denn ab 1. Januar 2017 steht der Landsberger Verein buchstäblich auf der Straße, da bis zur Stunde keine neuen Räumlichkeiten gefunden wurden. Zwar soll die Tafel frühestens ab 2018 in das ehemalige Heilig-Geist-Spital umziehen können, aber bis dahin muss zumindest eine Übergangslösung gefunden werden.

Da auch der Schirmherr der Tafel, Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner, keine Räumlichkeiten parat hat, wendet sich die Tafel-Vorsitzende Marlies Klocker verzweifelt an die Öffentlichkeit und sucht händeringend eine neue Bleibe für eine „moderate Miete“. Die Lage sollte zentral und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. „Zur Not auch im Industriegebiet“ sagt Klocker: „Wir brauchen zirka 150 Quadratmeter ebenerdig mit sanitären Anlagen.“

Zweimal in der Woche, Montags und Donnerstags, wird die Tafel von rund 250 Bürgern frequentiert, deren Renten oder staatlichen Hilfen nicht für ein Leben etwas über der Armutsgrenze reichen. Sie können sich hier mit Lebensmitteln, Gemüse und Obst eindecken. Die ehrenamtlichen Helfer der Landsberger Tafel sammeln in der ganzen Region überschüssige Lebensmittel ein, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind. Die Waren kommen nicht nur von Supermärkten und Discountern, auch von Bäckereien, Metzgereien, Gärtnern oder Hofläden. Sie werden für einen symbolischen Obolus weitergegeben an Rentner, Arbeitslose, Alleinerziehende, Großfamilien, Obdachlose und an anerkannte Asylbewerber, die bereits 30 Prozent der „Tafel-Kunden“ ausmachen.

Maries Klocker hofft mit ihrem Aufruf, dass sich sehr zeitnah ein Vermieter findet, der die Tafel zumindest für die Übergangszeit aufnimmt. „Sollten die Räumlichkeiten optimal geeignet sein, bleiben wir vielleicht für immer“, meint sie und bittet um Nachricht über die Website www.landsberger-tafel.de oder E-Mail landsberger-tafel@gmx.de.

Dieter Roettig

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