Premiere mit vier Schlägen

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Fürs erste Mal gar nicht schlecht: Mit vier beherzten Schlägen zapfte Doris Baumgartl das Fass zur Eröffnung der Landsberger Wies’n an. Mentale Unterstützung bekam sie dabei unter anderem von Festwirt Roland Rachinger (hinten Mitte) und Wies’n-Veranstalter Edmund Diebold (2. von rechts).

Landsberg – Vier Schläge brauchte zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl, bevor sie am Freitag triumphierend den Hammer in die Höhe recken und mit der Maß in der Hand erleichtert eine „friedliche Wies’n“ wünschen konnte. Beim Volksfest-Auftakt auf dem Georg-Hellmair-Platz sah man ihr die Nervosität noch an: „Ich habe nur einmal geübt, aber diese Generalprobe lief schon fast zu gut.“ Da Oberbürgermeister Mathias Neuner im Urlaub ist, durfte sie zum ersten Mal das Ehren­amt der Wies’n-Eröffnung übernehmen.

Gerade mal 15 Minuten dauerte es, bis das 50-Literfass beim „Vorglühen“ auf dem Georg-Hellmair-Platz leer war. Die Brauerei Paulaner hatte es zum Landsberger Wies‘n-Auftakt spendiert und Edmund Diebold stand als Wies’n-Veranstalter auch heuer am Ausschank. Bei schönstem Sonnenschein genossen die Landsberger Freibier mit musikalischer Begleitung der Stadtjugendkapelle und Diebolds Konzert­orgel.

Ein Prosit auf D'Landsberger Wies'n

Betrieben wird die Orgel von Diebolds Vater, ebenfalls ein Edmund. Die Orgel sei schon lange in Familienbesitz, erzählt der Senior. „Jeder, der sie erbt, muss versprechen, sie nicht zu veräußern.“ Die Musik kommt von den Faltkartonnoten und bietet ein breites Repertoire. „Wir haben hier auch die Noten für La Traviata oder Lohengrin“, sagt der Orgelbetreiber stolz.

Die Stadtjugendkapelle mit Dirigent Hans-Günter Schwanzer kam mit knapp 40 Mann auf den Platz. „Die meisten Abiturienten sind am Lech oder, noch wahrscheinlicher, sie sitzen schon im Zelt“, lachte Schwanzer – am Freitag fanden die letzten Prüfungen statt. Im kleinen Umzug ging’s hinter der Kapelle zur Wies’n und ins fast volle Festzelt von Zeltwirt Roland Rachinger. Neben der Ehre, dass sie zum ersten Mal das Fass anstechen dürfe, gebe es noch eine Premiere und ein Jubiläum zu feiern, sagte Baumgartl: „Schauen Sie sich unser schön geschmücktes Wies’n-Zelt an, das wir der Familie Rachinger zu verdanken haben, die heuer zum ersten Mal diese Aufgabe übernommen hat.“ Und auch bei Wies’n-Veranstalter Diebold bedankte sie sich herzlich für die 20-jährige Treue.

Die Fahrgeschäfte bieten auch dieses Jahr wieder kleinen und großen Besuchern Spaß und Nervenkitzel: Autoscooter und Wildwasserbahn dürfen natürlich nicht fehlen und im Kettenkarussell de Luxe, dem „Bayernstar“, kann man geruhsam in der Höhe über Landsberg schweben. Wer’s ein bisschen aufregender mag, ist mit dem überkopfdrehenden Flip-Flop sicher gut bedient. Steckerlfisch, Brathendl und Co. dürfen natürlich nicht fehlen. Und mit 7,80 Euro liegt die Maß wie versprochen unter 8 Euro.

Oldtimer und Trachten

Das zweite Wies’n-Wochenende startet bereits am Donnerstag, 16. Juni ab 14 Uhr. Am Sonntag können die Besucher die Oldtimer der „333-Minuten-Rallye 2015“ bestaunen, bevor ab 15.30 Uhr der große Trachten- und Vereinsumzug von der Spöttinger Straße aus auf die Waitzinger Wiese zieht. Um 17 Uhr wird Oberbürgermeister Mathias Neuner die Gäste begrüßen, bevor die Wies’n mit dem traditionellen großen Feuerwerk ab 22.30 Uhr zu Ende geht. Und das Beste daran: Ab Donnerstag soll es bis zu 26 Grad geben. Also nichts wie hin.

Susanne Greiner

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